NigeriaSechs Tote bei Angriff auf christliche Kirche

Im Norden Nigerias hat eine Gruppe Bewaffneter mehrere Gläubige einer Kirchengemeinschaft erschossen. Ob die Verantwortlichen zur Sekte Boko Haram gehören, ist unklar. von afp

Eine Darstellung der Geburtsgeschichte von Jesus Christus in Nigeria

Eine Darstellung der Geburtsgeschichte von Jesus Christus in Nigeria  |  © Akintunde Akinleye/Reuters

Unbekannte haben an Heiligabend eine christliche Kirche im Norden Nigerias angegriffen und sechs Menschen getötet. Unter den Opfern ist auch der Pfarrer, sagten Einwohner und die Polizei.

Um Mitternacht sei eine Gruppe Bewaffneter in das Dorf Peri nahe der Stadt Potiskum gekommen und direkt zur Kirche gegangen, berichtete ein Ortsansässiger. "Sie haben das Feuer eröffnet und den Pfarrer und fünf Gläubige erschossen." Anschließend hätten die Angreifer das Gotteshaus in Brand gesetzt.

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Ein ranghoher Polizeibeamter des Bundesstaates Yobe, dessen Hauptstadt Potiskum ist, bestätigte die Angaben. Wer hinter dem Angriff steckt, war zunächst nicht klar.

Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpft die radikalislamische Sekte Boko Haram seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die Gruppe wird für zahlreiche Anschläge auf Behörden, die Polizei und Kirchen verantwortlich gemacht. Die Bevölkerung von Yobe ist mehrheitlich muslimisch. Allerdings lebt in der Handelsstadt Potiskum eine bedeutende christliche Minderheit. Peri liegt etwa zwei Kilometer von Potiskum entfernt.

In seinem traditionellen Weihnachtssegen hatte sich Papst Benedikt XVI . unter anderem besorgt über die Lage in Nigeria geäußert, wo "grausame terroristische Attentate weiter Opfer fordern, besonders unter den Christen".

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Leserkommentare
    • nifo2
    • 25. Dezember 2012 18:27 Uhr

    ...wer von ihnen ist für dieses thema prädestiniert, dass er darüber statements abgeben kann ? meiner meinung nach keiner! die medien füttern uns mit solchen zwiespältigen meldungen - warum wohl ? es gibt dinge welche man ändern kann und es gibt dinge welche man nicht ändern kann. jeder kommentator plädiert für seine "sichtweite" - alle anderen sind falsch und was entsteht daraus - hass ! schöne weihnachten...

  1. Es ist die alte in uns abgelegte Furcht und Aggression gegen das Anderssein.

    Das kann sich an der Sprache bzw. sogar dem Dialekt, der Hautfarbe, der Herkunft und natürlich auch an der Religion festmachen.

    Es ist noch nicht gar so lange her, dass als Menschen nur diejenigen des eigenen Stammes gegolten haben. Die Angehörigen anderer Stämme standen prinzipiell auf keiner anderen Stufe als die Tiere und konnten demgemäß auch geschlachtet und gegessen werden.

    Diese Archetypen sind in allen von uns noch gegenwärtig. Gerade dadurch, dass wir uns das bewusst machen, können wir dagegen erfolgreich ankämpfen.

    Es gibt aber offenbar immer noch Menschen, die auf einer Entwicklungsstufe stehen, auf der sie die Gleichheit aller Menschen noch nicht sehen können.

    Einer unserer größten Philosophen, Nietzsche, hat sogar noch als Professor etwa auf diesem Niveau argumentiert.

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    einer bestimmten Art Religion zu verstehen. Nämlich der politischen Art. Diese Form ist in der westlichen Welt rückläufig in der islamischen Welt traurigerweise und man muss es sagen auf faschistoide Weise im Kommen.

  2. Wer hat bisher christliche Kirchen angegriffen ?

    Und jetzt sind es Unbekannte ?

    Da soll sich doch niemand lächerlich machen.

  3. deshalb hat Mohammed ja auch so gehandelt.

    Islam ist die Religion des Friedens.
    Schade, dass man die Opfer der vielen Bombenattentate in Afghanistan, dem Irak, in Pakistan, in Indien, in Thailand und dem Rest der Welt nicht mehr nach ihrer Ansicht befragen kann.

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    weil einzelne Fanatiker behaupten, ihre Morde im Namen einer Religion zu tun. So eine Phase hatten wir im Christentum auch einmal.

    Außerdem erinnere ich mich an einen deutschen Oberst Klein, nachweislich kein Muslim, der in einem Zwang von Zerstörungswut entgegen eindeutigen Befehlen Verbündete dazu überredet hat einen steckengebliebenen Tanklastzug, der von Frauen und Kindern umgeben war, zu bombardieren. Die Piloten wurden hierfür bestraft, der Oberst zum General befördert.

    Es ist Weihnachtszeit

  4. einer bestimmten Art Religion zu verstehen. Nämlich der politischen Art. Diese Form ist in der westlichen Welt rückläufig in der islamischen Welt traurigerweise und man muss es sagen auf faschistoide Weise im Kommen.

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    "[...] Diese Form ist in der westlichen Welt rückläufig in der islamischen Welt traurigerweise und man muss es sagen auf faschistoide Weise im Kommen."

    Religiös motivierte Politik, die im kalten Krieg aufgrund ihrer Inkompatibilität mit pro-marxistischen Ideen global vom Westen gefördert wurde, ist nahezu überall wieder im Aufwind. Und überall versprüht die Verbindung von Religion und Politik gesellschaftliches Gift, heizt bestehende Konflikte an und verursacht neue Kriege. Insbesondere der Palästinakonflikt wäre wohl weitaus weniger verfahren, wenn auf beiden Seiten nicht die religiösen Hardliner das Ruder in der Hand hätten.

  5. weil einzelne Fanatiker behaupten, ihre Morde im Namen einer Religion zu tun. So eine Phase hatten wir im Christentum auch einmal.

    Außerdem erinnere ich mich an einen deutschen Oberst Klein, nachweislich kein Muslim, der in einem Zwang von Zerstörungswut entgegen eindeutigen Befehlen Verbündete dazu überredet hat einen steckengebliebenen Tanklastzug, der von Frauen und Kindern umgeben war, zu bombardieren. Die Piloten wurden hierfür bestraft, der Oberst zum General befördert.

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    • Talosso
    • 26. Dezember 2012 0:43 Uhr

    sondern verdammt viele. Allein in der Dekade 200 bis 2020 wurden rund 110 größerer islamische Terroranschläge verübt.

    http://en.wikipedia.org/w...

    Und dieser Terrorismus stößt selbst bei westlichen Muslimen auf großen Zuspruch:

    Rund ein Viertel der britischen Muslime war der Ansicht, dass die Terroranschläge vom 7// legitim gewesen seien.
    http://www.cbsnews.com/st...

    Knapp ein Drittel der britischen Muslime findet Töten im Namen der Religion für angemessen, und knapp die Hälfte wünscht sich die Einführung der Schariah:

    http://www.dailymail.co.u...

    Dann müssen sie bedenken, dass in ausnahmslos jeder Gesellschaft, die mehrheitlich muslimisch und daher auf dem Islam aufgebaut ist, selbst die der Türkei,
    ...eine entweder staatlich oder gesellschaftlich erzwungene Geschlechtertrennung in unterschiedlichem Ausmaß existiert,
    ...innerfamiliäre Gewalt gegen Kinder und Frauen Normalität ist,
    ...und Nicht-Muslime vielfach institutionell und sozial benachteiligt sind und zudem regelmäßig Opfer von Gewalt bis hin zu Pogromen sind.

  6. Natürlich wird die Vergeltung der Fanatiker auf christlicher Seite - wie in Nigeria üblich - nicht lange auf sich warten lassen, und natürlich wird auch sie unschuldige Gläubige der Gegenseite treffen. Sowohl die muslimischen als auch die christlichen Fundamentalisten und Radikalen in Nigeria sind schlichtweg zu feige sich mit ihresgleichen anzulegen.

    Es herrscht Krieg auf dieser Welt. Im Gegensatz zur Propaganda der radikalreligiösen Scharfmacher findet dieser Krieg jedoch nicht zwischen Christen und Muslimen statt - er findet zwischen religiösen und erzkonservativen Fundamentalisten und liberalen, säkulären Proponenten der offenen Gesellschaft statt. Dieser Konflikt wird in den Vereinigten Staaten gefochten (Evangelikale), in Israel (orthodoxe Juden; radikale Moslems), in Indien (Hindunationalisten) und auch in Deutschland (radikale Moslems; Evangelikale). Die Wurzel dieses Übels beschränkt sich nicht auf radikale Moslems, nicht einmal auf fundamentalistische Anhänger abrahamitischer Glaubensgruppierungen - es umfasst alle Gläubigen, die meinen ihren Mitmenschen aufgrund ihrer individuellen, subjektiven Religionsauffassung mit Gewalt moralische Maßstäbe und Verhaltensregeln aufoktroyieren zu können. Dieser Konflikt kann nur durch internationale Solidarität der Atheisten/Agnostiker und der moderat Gläubigen gewonnen werden.

  7. "[...] Diese Form ist in der westlichen Welt rückläufig in der islamischen Welt traurigerweise und man muss es sagen auf faschistoide Weise im Kommen."

    Religiös motivierte Politik, die im kalten Krieg aufgrund ihrer Inkompatibilität mit pro-marxistischen Ideen global vom Westen gefördert wurde, ist nahezu überall wieder im Aufwind. Und überall versprüht die Verbindung von Religion und Politik gesellschaftliches Gift, heizt bestehende Konflikte an und verursacht neue Kriege. Insbesondere der Palästinakonflikt wäre wohl weitaus weniger verfahren, wenn auf beiden Seiten nicht die religiösen Hardliner das Ruder in der Hand hätten.

    Antwort auf "Es ist das Problem"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Kirche | Nigeria | Benedikt XVI | Bevölkerung | Attentat | Brand
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