NordkoreaKim Jong Un brauchte diesen Raketenstart
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Pjöngjangs Angst vor Wirtschaftsreformen

Möglicherweise kann er sich damit aber auch den Rücken etwas frei halten, um bereits vorbereitete simple Reformen der verstaatlichten Landwirtschaft zu beginnen. Demnach sollen die großen landwirtschaftlichen Brigaden auf Gruppen von vier bis sechs Mann verkleinert werden, die dann auch einen etwas größeren Anteil der Ernte einbehalten dürfen. Die Schritte ähneln den der Chinesen Ende der 1970er Jahre. Im Sommer hatten Kim und sein mächtiger Kim-Onkel Jang Song Taek extra einen zuvor degradierten Wirtschaftsfunktionär ins Amt geholt, der einst für vorsichtige Wirtschaftsreformen verantwortlich war. Die desaströse Wirtschaftslage des Landes verlangt ökonomische Korrekturen, die bislang stets verschoben wurden, aus Angst vor den damit einhergehenden Freiheiten, die Märkte, und seien sie noch so klein, mit sich bringen.

Der einfachste und einleuchtendste Grund für den Raketenstart ist aber immer noch ihr Drohungs- und Abschreckungspotenzial, vor allem gegenüber Südkorera, den USA und Japan . Bekanntlich hat Nordkorea auch schon erfolgreich an etwas Atomwaffenartigem gearbeitet. Zwar gehen Experten davon aus, das Pjöngjang noch Jahre davon entfernt ist, einen funktionstüchtigen Atomsprengkopf zu bauen. Doch immerhin soll genug Plutonium für mindestens fünf Atombomben da sein. Zudem hat das Regime mit der Anreicherung von Uran begonnen und baut es im Land auch ab.

Kurzum: Der international weiterhin isolierte Diktator Kim Jong Un brauchte diesen Raketenstart. Auch sein Vater und sein Großvater (und Vor-Vorgänger) Kim Il Sung hätten diese Rakete gezündet. Sie trägt dazu bei, dem Regime Sicherheit zu schaffen, wenn auch auf einem fatalen Weg.

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Leserkommentare
  1. von Herrn Richter ist nichts mehr hinzuzufügen da der Inhalt kein Wunschdenken oder Visionen spiegelt sondern die vom Kenner genau erkannte Realität.

    Doch einen kleinen Wunsch anbei, könnte so etwas wie 1989 in der BRD nicht in der Zukunft in Korea auch funktionieren?

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    Die Südkoreaner haben sich die Deutsche Wiedervereinigung selbstverständlich sehr genau angesehen, und vor allem gesehen, was man alles falsch machen könnte.
    Wenn es eine Wiedervereinigung in Korea gibt, dann wird das ein sehr langsamer Prozess, in dem die beiden Staaten lange nebeneinander herlaufen. Gegen Nordkorea herrschten in der DDR vor dem Mauerfall wirklich blühende Landschaften, und trotzdem hat die Wiedervereinigung Milliarden verschlungen und erst einmal die vorhandene Wirtschaft größtenteils zerstört.
    Mit Nordkorea würde man einen Staat übernehmen, in dem es praktisch nichts gibt (außer Hunger).

    ich glaube kaum das die Wiedervereinigung es so "einfach" wie in Deutschland verlaufen würde... dazu ein Beitrag von "Mit offenen Karten" ©@Arte

    Aber ich glaube Nordkorea braucht für die nächste zeit erst mal keine Angst vor Interventionen haben. Sie üben keinerlei Wirtschaftliche Macht aus, haben Atombomben und sind eigentlich mehr mit sich selbst beschäftigt.

    Da muss der Iran sich mehr vorsehen...

  2. Die Südkoreaner haben sich die Deutsche Wiedervereinigung selbstverständlich sehr genau angesehen, und vor allem gesehen, was man alles falsch machen könnte.
    Wenn es eine Wiedervereinigung in Korea gibt, dann wird das ein sehr langsamer Prozess, in dem die beiden Staaten lange nebeneinander herlaufen. Gegen Nordkorea herrschten in der DDR vor dem Mauerfall wirklich blühende Landschaften, und trotzdem hat die Wiedervereinigung Milliarden verschlungen und erst einmal die vorhandene Wirtschaft größtenteils zerstört.
    Mit Nordkorea würde man einen Staat übernehmen, in dem es praktisch nichts gibt (außer Hunger).

    3 Leserempfehlungen
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    ... Die deutsche Wiedervereinigung hat den Steuerzahler 1,5 billionen Euro gekostet wund die Renterversicherung wurde geplündert.
    Das kann sich Süd-Korea nicht leisten.
    Und solange China Nord-Korea finanziell unterstützt, hat Kim Jong-Un auch kein Intersse daran.

    • Rend
    • 12. Dezember 2012 19:54 Uhr

    Sowas brauch der gute Mann doch gar nicht für sein Ego, immerhin ist er laut The Onion doch schon der Sexiest Man Alive 2012. Naja dann kommt er jetzt immerhin zu recht aufs Cover des Time Magazine...

    Nein aber mal im ernst, glaubt jemand, dass Nordkorea im nächsten Jahrzehnt noch existiert, wenn die so weitermachen? Wenn das China einmal zuviel werden würde, und die von heute auf morgen den Hahn abdrehen, dann wäre da Schluss. Das ganze ist auf so wackeligen Stelzen gebaut, immer nur einen Herzschlag vom Kollaps entfernt, ohne Hilfe von Außen würde dort einfach alles zusammen fallen. Und ich denke das wird eines Tages auch passieren.

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  3. Nein, dieser Wunsch wird wahrscheinlich leider nicht in Erfüllung gehen können.
    Hauptgründe hierfür sind unter anderem:
    - Korea ist heute sehr viel länger gespalten, als es Deutschland war. (gefestigt hat sich diese Teilung im Koreakrieg 1950 - sie dauert bekanntlich bis heute an)
    - Der Norden würde wirtschaftlich und kulturell sehr viel schwerer aufzufangen sein als die DDR (1/1 zu 1/3)
    - es käme zu Massenabwanderungen in den Süden
    - nicht zuletzt befinden sich Süd- und Nordkorea immer noch im Krieg
    - und die Raketen und Atomwaffentests belasten das Verhältnis enorm

    MfG Frank H.

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  4. Zu Essen haben die Nordkoreaner jetzt zwar immer noch nichts, aber immerhin können sie jetzt den Wetterbericht schauen. Damit hat sich Kim Jong Un die Unterstützung der Bevölkerung auf jeden Fall gesichert.

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    • Afa81
    • 13. Dezember 2012 13:18 Uhr

    ...Atomwaffentests kann man da vielleicht auch mannsgroße Pilze, Kartoffeln etc. ernten, welche das Volk dann gänzlich ernähren. Der Westen hat einfach die gerissene Taktik der Nordkoreaner nicht durchschaut.

  5. ich glaube kaum das die Wiedervereinigung es so "einfach" wie in Deutschland verlaufen würde... dazu ein Beitrag von "Mit offenen Karten" ©@Arte

    Aber ich glaube Nordkorea braucht für die nächste zeit erst mal keine Angst vor Interventionen haben. Sie üben keinerlei Wirtschaftliche Macht aus, haben Atombomben und sind eigentlich mehr mit sich selbst beschäftigt.

    Da muss der Iran sich mehr vorsehen...

  6. 7. das es

    im ersten satz muss weg^^

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Kim Jong Un | Nordkorea | UN-Sicherheitsrat | UN | Atombombe | Atomtest
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