NordkoreaKim Jong Un brauchte diesen Raketenstart

Kim Jong Un ist jung und erst seit einem Jahr Herrscher über den Militärstaat Nordkorea. Er muss sich beweisen, gegenüber seinen Generälen und dem Ausland. von 

Unha-3-Rakete

Ein Foto der staatlichen Nachrichtenagentur Nordkoreas (KCNA), das die startende Unha-3-Rakete auf einem Monitor zeigt.  |  © Kyodo/Reuters

Nun hat Nordkoreas Jung-Diktator Kim Jong Un es doch noch geschafft: Zum ersten Todestag seines Vaters und Vorgängers Kim Jong Il hat er eine Langstreckenrakete in den Orbit schießen lassen . Faschistische Staaten arbeiten mit Symbolen und mit Gewalt, beides konnte Kim-Junior am Mittwoch erfolgreich demonstrieren. Für Wettersatelliten sei die Unha-3 genannte Rakete gedacht, verlautet aus Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang , doch jeder weiß, dass es ein Waffentest war.

Die aber sind dem isolierten Staat verboten. Als Folge eines nordkoreanischen Atomwaffentests 2009 hatte der UN-Sicherheitsrat damals die entsprechende Resolution 1874 verabschiedet. Allerdings schert sich die Diktatoren-Familie Kim darum wenig, zuletzt wurde im April eine Rakete gestartet – die aber gleich nach dem Start ins Meer stürzte . Schärfere UN-Sanktionen gegen Pjöngjang verhinderte bislang China , der einzig echte Verbündete Nordkoreas.

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Kims bitterarmer Staat ist abhängig von Hilfslieferungen aus dem Ausland, ein Drittel der 24 Millionen Einwohner ist laut UN unterernährt, und dem Export von Bodenschätzen nach China. In Peking ist man wenig erfreut über die Waffenexperimente im Nachbarland, einen Atomtest aus der Zeit Kim Jong Ils im Jahr 2006 nannte man in Peking "dreist". Für den gerade erst angetretenen Parteichef Xi Jinping ist die Rakete daher auch ein kleiner Affront. Dennoch, die Volkszeitung (Renmin Ribao) , das Blatt der KP Chinas, schrieb erstmal brav vom "Satellitenstart". Offenbar kann sich Familie Kim auch weiterhin auf die Treue Pekings verlassen.

Umbau der Streitkräfte

Der junge Kim Jong Un, er ist wahrscheinlich erst 29 Jahre alt, muss sich noch beweisen, seit er vor einem Jahr den Diktatoren-Job seines verstorbenen Vaters übernommen hat. Bar jeder formaler Prozesse, muss er sich in der Militärdiktatur zunächst als starker und gefürchteter Führer präsentieren. Dafür hat er zahlreiche Offiziere von ihren Posten entfernt und er hat seinen Mentor, den vormals mächtigen General Ri Yong Ho, geschasst.

Um also seinen Generälen zu zeigen, wie ernst er es meint, kann eine erfolgreich abgeschossene Langstreckenrakete nicht schaden. Und womöglich glaubt Kim auch noch, dass es sein hungerndes Volk beeindruckt. Nach dem Start feierte sich das Regime mit einer großen Extra-TV-Sendung.

Leserkommentare
  1. das hier:

    http://spon.de/vfm1a

    hochschießen, warum sollten andere Staaten nicht auch was anderes hochschießen?

    Beste Grüße
    FSonntag

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    Aber wenn der das darf dann darf ich das doch auch !

    Nordkorea befindet sich formal im Krieg mit Südkorea und hier muss an einem Friedensprozess gearbeitet werden bzw. darf die Lage nicht noch weiter eskalieren. Auch Japan fühlt sich extrem bedroht. Nordkorea ist alles andere als stabil und kann nur sehr schwer eingeschätzt werden, solche Provokationen gefährden den Frieden in der ganzen Region massiv.

    Von einem amerikanischen Raketenstart fühlt sich niemand provoziert, genauso wenig wie von einem in Russland oder Europa, welche beide für die Resolution gegen Nordkorea gestimmt haben.

    Also lassen Sie ihren tägliche. Hass auf Amerika mal ruhen.

    Durch Amerikas agieren in Bezug auf militärische Weltraumprogramme und Raketenabwehr-Schirme fühlen sich sehr wohl einige Staaten provoziert.

    Ich argumentiere nicht wie im Kindergarten, ich stelle militärische Handlungen von zwei Staaten gegeneinander. Für mich gibt es keinen besseren Staat, der mehr Rechte besitzt.

    Auch möchte ich an dieser Stelle hinzufügen, dass auch Amerika in Form von großen Manövern, die es mit Südkorea abhält, für manch einen "provoziert". Auch Manöver halte ich für legitim, halt eben für alle dann. Das Gleiche gilt für Raketenstarts.

    Beste Grüße
    FSonntag

  2. 10. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au.

  3. Auch aus dieser höchst überflüssigen Aktion werden sich Konsequenzen für Nordkorea ergeben. Erstmals widersetzte sich Kim Jong Un hiermit einem "dringenden Wunsch" von China und Russland, womit er einen Präzedenzfall schuf, den er noch bedauern wird. Regionale Nachbarn werden sich Sicherheit suchend enger an die USA als Schutzmacht anschließen, was China doch gerade verhindern will. China, das sich als Hegemonialmacht dieses Satelliten sieht und das verarmte Land ständig unterstützen muss, weiß jetzt dass es dem unerfahrenen und unzuverlässigen Diktator keineswegs vertrauen kann.

  4. ... Die deutsche Wiedervereinigung hat den Steuerzahler 1,5 billionen Euro gekostet wund die Renterversicherung wurde geplündert.
    Das kann sich Süd-Korea nicht leisten.
    Und solange China Nord-Korea finanziell unterstützt, hat Kim Jong-Un auch kein Intersse daran.

    Antwort auf "wohl kaum"
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    Für Sie scheint "Wiedervereinigung" nur auf neoliberalem Wege zu funktionieren - der typischen 'Alternativlosigkeit'.

    Vergessen Sie nicht zu erwähnen, wo das Geld letztlich hingeflossen ist. Denn mit dem Aufbau Ost hat man Subventionen geleistet, damit sich West-Konzerne bereichern konnten - sprich: von öffentlicher in private Hand. Der Fall Griechenland ist bezogen auf die Umverteilung nicht anders, da braucht es nicht zwingend eine "Wiedervereinigung".

    Lernen die Koreaner aus den Fehlern, kann es auch alternative Wege geben - eben nicht die reine Annexion des einen durch den anderen.

    Im Zeitraum 1991-2010 hat "Ostdeutschland" auch 1 Billion Euro Steuern gezahlt. Es kostet nun mal auch Geld einen Staat zu unterhalten, nicht nur ihn wiederzuvereinigen, wie Sie dass aus den Kosten herausrechnen würden, macht mich neugierig.

  5. ... habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

  6. Sind wir jetzt schon beim Spiegel-Springer-Niveau angelangt Kommunismus und Faschismus zusammenzuschieben?

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    • Rend
    • 13. Dezember 2012 1:55 Uhr

    "Fascism is a form of radical authoritarian nationalism. Fascists seek to unify their nation through a totalitarian state that seeks the mass mobilization of the national community through discipline, indoctrination, and physical training. Fascism utilizes a vanguard party to initiate a revolution to organize the nation upon fascist principles. The fascist party and state is led by a supreme leader who exercises a dictatorship over the party, the government and other state institutions."

    Also... wenn ich jetzt eine Checkliste für Nordkorea abgehen müsste, ja, ja und nochmals ja. Mal im ernst, was ist das denn sonst, wenn nicht faschistisch? Ab wann ist denn die Grenze zum Faschismus ihrer Meinung nach erreicht?

    • Rend
    • 13. Dezember 2012 1:55 Uhr

    "Fascism is a form of radical authoritarian nationalism. Fascists seek to unify their nation through a totalitarian state that seeks the mass mobilization of the national community through discipline, indoctrination, and physical training. Fascism utilizes a vanguard party to initiate a revolution to organize the nation upon fascist principles. The fascist party and state is led by a supreme leader who exercises a dictatorship over the party, the government and other state institutions."

    Also... wenn ich jetzt eine Checkliste für Nordkorea abgehen müsste, ja, ja und nochmals ja. Mal im ernst, was ist das denn sonst, wenn nicht faschistisch? Ab wann ist denn die Grenze zum Faschismus ihrer Meinung nach erreicht?

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    Wenn Sie schon wikipedia zitieren, können Sie sich hier gerne ansehen, ob Sie Nordkorea in der Liste finden: http://de.wikipedia.org/w...

    Nach Ihrer Definition sind also auch Kuba und China faschistisch. Die Definition des übersteigerten Nationalismus als Teil des Faschismus trifft hier mitnichten zu, da die Bevölkerung auf einen internationalen Kommunismus getrimmt wird. Nationalistische Bestrebungen sind diesem untergeordnet. Und wenn es diese schon gibt, dann treffen diese nicht weniger auf Südkorea oder Japan zu.

    Was der Autor hier schreibt ist nur seine persönliche Unwissenheit in Begriffen - inklusive seiner vagen Thesen, was Kim Jong Un vorhat, die lediglich seine persönlichen Projektionen darstellen.

  7. Für Sie scheint "Wiedervereinigung" nur auf neoliberalem Wege zu funktionieren - der typischen 'Alternativlosigkeit'.

    Vergessen Sie nicht zu erwähnen, wo das Geld letztlich hingeflossen ist. Denn mit dem Aufbau Ost hat man Subventionen geleistet, damit sich West-Konzerne bereichern konnten - sprich: von öffentlicher in private Hand. Der Fall Griechenland ist bezogen auf die Umverteilung nicht anders, da braucht es nicht zwingend eine "Wiedervereinigung".

    Lernen die Koreaner aus den Fehlern, kann es auch alternative Wege geben - eben nicht die reine Annexion des einen durch den anderen.

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    Ausgezeichnet: Anderes Vehikel, gleicher Vorgang.

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