RaketentestJapan will nordkoreanische Rakete im Notfall abschießen

Die Regierung in Tokio warnt Nordkorea: Man werde die Rakete zerstören, sollte sie Japan zu nahe kommen. In Pjöngjang sorgt man sich derweil um die winterliche Witterung. von afp und dpa

Ein Soldat steht neben einer Patriot-Abwehrrakete am japanischen Verteidigungsministerium in Tokio.

Ein Soldat steht neben einer Patriot-Abwehrrakete am japanischen Verteidigungsministerium in Tokio.  |  © Issei Kato/Reuters

Die japanische Regierung bereitet sich auf den angekündigten Raketenstart durch das benachbarte Nordkorea vor. Verteidigungsminister Satashi Morimoto erteilte den Befehl, die Rakete zu zerstören, sollte sie auf japanisches Territorium zu fallen drohen.

Ein Regierungssprecher sagte, die Bevölkerung könne ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. Wenn alles nach Plan verlaufe, werde die Rakete aus Nordkorea nicht auf japanischem Gebiet niedergehen. Man hoffe aber immer noch, dass die nordkoreanische Regierung die Rakete nicht abfeuern werde.

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Bereits gestern ließ die Regierung in und um Tokio sowie auf der südlichen Insel Okinawa Flugabwehrgeschütze stationieren. Außerdem bezogen japanische und US-amerikanische Marineschiffe Stellung im Ostchinesischen und Japanischen Meer. Die Marine bewege Schiffe, "so dass wir die beste Wahrnehmung der Situation haben", sagte der Befehlshaber des US-Pazifikkommandos, Admiral Samuel Locklear.

Schneefall könnte Raketenstart verzögern

Im Nachbarland Nordkorea laufen derweil die Vorbereitungen für den Raketenstart. Wie mehrere US-Medien berichteten , könnte es jedoch Verzögerungen geben. Satellitenaufnahmen vom 4. Dezember zeigen heftigen Schneefall um die Raketenbasis, der die Montage der dreistufigen Rakete auf der Abschussrampe bislang behindert habe. Südkoreanische Medien hatten berichtet, dass die Montage eigentlich bis Mittwoch abgeschlossen sein sollte.

Nordkorea hatte vergangene Woche angekündigt , zwischen dem 10. und 22. Dezember erneut eine Trägerrakete für Satelliten testen zu wollen. Der Flugkörper sei seit dem Fehlstart im Frühjahr verbessert worden, berichteten staatliche Medien. Das Regime versicherte zugleich, dass die Rakete die Nachbarländer "nicht beeinträchtigen" werde.

Die USA , Südkorea und Japan verurteilten das Vorhaben . Sie vermuten hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Die dabei verwendete ballistische Rakete ist das wichtigste Trägermittel für einen atomaren Sprengkopf.

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Leserkommentare
  1. ich vermag mir nicht vorzustellen was passiert, wenn japan die Rakete tatsächlich abschießt. die nato und die USA drohen Syrien, und Israel will den Iran einen Besuch abstatten, oder hab´ich was vergessen? na, wenn das nicht Grundsteine für den 3. Weltkrieg sind?

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    Wär' doch schön, wenn alle Beteiligten das noch rechtzeitig zum 21. Dezember hinbekämen.

    müssen bestimmte Regimes mit Grenzen konfrontiert werden. Nur dadurch können Exzesse und Katastrophen verhindert werden. Woher sich das Recht nehmen? Wie in der Kindererziehung. Maturität der Institutionen.

    Entfernt. Diskutieren Sie den Inhalt des Artikels. Die Redaktion/mak

    • tobmat
    • 07. Dezember 2012 13:00 Uhr

    "ich vermag mir nicht vorzustellen was passiert, wenn japan die Rakete tatsächlich abschießt"

    Und was soll dann ihrer Meinung nach passieren? Es wird gar nichts passieren. Nordkorea ist nicht so blöd Japan anzugreifen (keine gemeinsame Grenze) oder gar Südkorea (kein Kriegsgrund). Und selbst wenn hat China da noch ein Wörtchen mitzureden.
    Seien sie beruhigt. Der kalte Krieg geht weiter, aber heiß wird der nicht so schnell.

  2. Wär' doch schön, wenn alle Beteiligten das noch rechtzeitig zum 21. Dezember hinbekämen.

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    Antwort auf "Planspiele?"
  3. müssen bestimmte Regimes mit Grenzen konfrontiert werden. Nur dadurch können Exzesse und Katastrophen verhindert werden. Woher sich das Recht nehmen? Wie in der Kindererziehung. Maturität der Institutionen.

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    Antwort auf "Planspiele?"
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    Falsch! Denn Kommunismus ist nicht gleich Nationalsozialismus. Vergleichen Sie mal wie viele kommunistische Staaten andere Länder angriffen mit denen der kapitalistisch-westlichen. Wer hier Erziehung eher nötig hat, ist daher fraglich.

    • road90
    • 07. Dezember 2012 9:38 Uhr

    Nordkorea will eine hochmoderne atomwaffenfähige Rakete abschießen, und die Japaner sind in der Lage, mit ihren nicht modernem Patriot diese Rakete abzuschießen. Ohne deutsche Hilfe.

    Syrien will keine Rakete außer Richtung Israel abschießen, trotzdem sollen 400 deutsche Soldaten die nicht existente Bedrohung der Türkei, die übrigens genauso über Patriots wie die Japaner verfügen, abwehren.

    Merkwürdige Welt!

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    Warum werden ständig falsche Parallelen zwischen voneinander komplett unabhängigen Sachverhalten gezogen? Ihr Beitrag strotzt nur so vor Unwissen und falschen Schlussfolgerungen.

    1. Patriot PAC-3 ist sehr wohl in der Lage, ballistische Raketen zu bekämpfen. Und unmodern ist dieser Flugkörper schon gar nicht. Die JSDF verfügt über genau diese Variante des Patriot.

    2. Die betreffenden Luftabwehreinheiten der JSDF und der USN im Raum Japan sind mit dem hochmodernen AEGIS-Luftabwehrsystem und den ABM- und beschränkt ASAT-fähigen SM-3-Flugkörpern bestückt. Das ist so ziemlich das Leistungsfähigste und Modernste, was heutige Raketenabwehrtechnik hergibt.

    3. Je nach Flugbahn der Rakete ist es durchaus vertretbar, diese vom Himmel zu holen. Die implizite direkte wie indirekte Bedrohung der Nachbarn Nordkoreas ist nicht von der Hand zu weisen. Selbst China hat etwas gegen diesen Test. Und das will was heißen.

    Die Situation in der Südosttürkei ist hingegen komplett anders. Syrische Kräfte haben bereits auf das Gebiet der Türkei gefeuert und eine türkische Aufklärungsmaschine abgeschossen.

    Aber das sind natürlich alles nur kriegstreiberische Bestrebungen der USA, um die Welt in einen neuen Krieg zu stürzen. Ist schon klar...man kann ihnen ja immer so schön reflexhaft alles Schlechte dieser Welt unterstellen.

    • road90
    • 07. Dezember 2012 9:41 Uhr
    5. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  4. 6. [...]

    Entfernt. Diskutieren Sie den Inhalt des Artikels. Die Redaktion/mak

    Antwort auf "Planspiele?"
  5. Ich kann leider nirgends in den Medien eine Diskussion über dass was wäre wenn finden denn wenn Japan die Rakete abschießt, wird Nordkorea mit Sicherheit reagieren.

    Warum wird nur über den Start geredet und nicht über die darauffolgenden Konsequenzen, nicht umsonst bringen sich auch die USA in Stellung.

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    Einfach weil es noch keinen (angekündigten) Raketenstart der Nordkoreaner gab, bei dem die Japaner nicht ankündigten die Rakete notfalls abzuschießen, sollte sie japanischem Hohheitsgebiet zu nahe kommen.
    Dieser Teil des Artikels ist also nur eine Meldung, keine Neuigkeit und dementsprechend behandeln sie andere Medien auch nicht als etwas, was zum x-ten mal durchgekaut werden müsste.

    Hier mal exemplarisch was aus 2009:
    http://www.armybase.us/20...

    "North Korea’s military threatened on Thursday to attack “major targets” in Japan if Tokyo tries to shoot down a satellite it intends to launch as soon as this weekend."
    (AFP)

    • mugu1
    • 07. Dezember 2012 10:59 Uhr

    ...der mir den Rücken entlangfährt. Zum einen der militaristische Größenwahn eines winzigen, eigentlich absolut unbedeutenden Stastes, zum anderen Millionen, die in Nordkorea hungern und evtl. an Hunger sterben, weil die Machthaber im zivilen Bereich nichts auf die Reihe kriegen = total unfähig sind.

    Einfach nur pervers.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Bevölkerung | Medien | Atomprogramm | Marine | Nordkorea | Rakete
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