AufrüstungUSA und Japan verurteilen Nordkoreas Raketentest

"Hoch provokativ" und "nicht tolerierbar": Nordkorea schürt mit dem Start einer Langstreckenrakete Unruhe in der Region. In New York kommt der UN-Sicherheitsrat zusammen. von afp, dpa und reuters

Menschen in Seoul verfolgen die Nachrichten über den nordkoreanischen Raketentest.

Menschen in Seoul verfolgen die Nachrichten über den nordkoreanischen Raketentest.  |  © Jung Yeon-Je/AFP/Getty Images

Die nordkoreanische Regierung hat zum zweiten Mal in diesem Jahr einen umstrittenen Raketenstart unternommen – entgegen internationalen Warnungen und nach Auffassung Japans und der USA auch gegen die Resolutionen der Vereinen Nationen (UN). Diese untersagen Nordkorea die Nutzung von Waffentechnologie in der Raumfahrt.

Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums sei in der Nacht eine mehrstufige Unha-3-Rakete abgefeuert worden. Demnach flog sie zunächst über die japanische Insel Okinawa, wenig später seien die ersten beiden Stufen östlich der Philippinen ins Gelbe Meer gefallen.

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Japan und Südkorea beriefen Dringlichkeitssitzungen ihrer Sicherheitskabinette ein. Zusammen mit den USA werfen sie der kommunistischen Führung in Pjöngjang vor, sie habe eine Langstreckenrakete testen wollen, mit der Atomsprengköpfe transportiert werden können. Alle drei Länder beantragten eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats . Dieser soll noch an diesem Mittwoch in New York zusammenkommen.

"Bedrohung für die ganze Welt"

Ein japanischer Regierungssprecher verurteilte den Raketenstart als "nicht tolerierbar", die USA bezeichneten ihn als "hoch provokativen Akt". Der Einsatz der Raketentechnologie bedrohe "den Frieden auf der koreanischen Halbinsel und der ganzen Welt", sagte Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwan. Laut dem Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Tommy Vietor, blieben die USA wachsam und der Sicherheit ihrer Verbündeten in der Region verpflichtet. "Diese Aktion ist ein weiteres Beispiel für das unverantwortliche Verhaltensmuster Nordkoreas."

Das kommunistische Land dagegen beharrt darauf, lediglich einen Wettersatelliten mit einer Rakete erfolgreich ins Weltall gebracht zu haben. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA meldete, dass der Satellit inzwischen wie geplant die Erdumlaufbahn erreicht habe.

Regime will Stärke beweisen

Die Regierung in Pjöngjang hatte den Start der Langstreckenrakete am 1. Dezember angekündigt. Nach Meinung von Experten will Nordkoreas junger Machthaber Kim Jong Un mit dem Start Stärke demonstrieren – auch gegenüber der Regierung in Washington . Experten gehen davon aus, dass Nordkorea Interkontinental-Raketen entwickelt, die eine Reichweite von mehr als 6.700 Kilometern haben und damit auch die USA treffen könnten .

Für Nordkorea ist es der zweite Start einer Langstreckenrakete in diesem Jahr. Im April allerdings erlebte das Regime ein Fiasko: Die damals abgefeuerte Unha-3-Rakete war nur wenige Minuten nach dem Start explodiert .

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, kg
    • Schlagworte Nordkorea | Außenminister | Nachrichtenagentur | Rakete | Raumfahrt | Regierung
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