AtomwaffenRussland und Japan warnen Nordkorea vor Raketentest

Nordkoreas Ankündigung, eine Langstreckenrakete zu testen, hat diplomatische und militärische Konsequenzen. Japan begann, Patriot-Abwehrraketen in Stellung zu bringen. von afp, dpa und reuters

Japanische Patriot-Abwehrraketen werden im Hafen von Kure auf ein Transportschiff verladen. Sie sollen auf die Insel Okinawa gebracht werden.

Japanische Patriot-Abwehrraketen werden im Hafen von Kure auf ein Transportschiff verladen. Sie sollen auf die Insel Okinawa gebracht werden.  |  © Kyodo/Reuters

Russland hat Nordkorea aufgefordert, auf den geplanten Test einer Langstreckenrakete zu verzichten. Die Regierung in Pjöngjang müsse ihre Entscheidung dringend überdenken, erklärte das russische Außenministerium. Das Land müsse sich an die Vorgaben des UN-Sicherheitsrats halten. Dessen Resolution 1874 war als Folge des nordkoreanischen Atomwaffentests im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land solche Tests.

Die japanische Regierung hat als Gegenmaßnahme die Stationierung von Patriot-Abfangraketen auf der Insel Okinawa angekündigt. Wenn notwendig, werde Japan die nordkoreanische Rakete zerstören, sagte Verteidigungsminister Satoshi Morimoto. Die Lenkflugkörper sollen in wenigen Tagen auf der 1.600 Kilometer südlich von Tokio liegenden Insel eintreffen, berichtete der Fernsehsender NHK. Ein Schiff mit den Raketen habe eine Marinebasis im Westen des Landes verlassen und Kurs Richtung Süden genommen.

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Trotz der Warnungen treibt Nordkorea die Vorbereitungen für seinen Raketenstart voran. Die erste Stufe einer dreistufigen Trägerrakete sei an der Startrampe in Sohae an der Westküste aufgestellt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul .

Nordkorea hatte angekündigt, noch vor Jahresende eine Langstreckenrakete zu testen. Es handle sich um eine Trägerrakete für Satelliten, sie solle zwischen dem 10. und 22. Dezember starten. Die USA , Japan und Südkorea verurteilten das Vorhaben. Sie vermuten hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

Westerwelle sieht "besorgniserregenden Rückschritt"

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellte Nordkoreas Botschafter ins Auswärtige Amt ein. Ihm sei die klare Haltung des Außenministers und der Bundesregierung deutlich gemacht worden, teilte das Amt mit. Die Ankündigung Nordkoreas, erneut einen Raketentest durchzuführen, stelle einen besorgniserregenden Rückschritt dar. Der geplante Raketenstart verstoße gegen die internationalen Verpflichtungen Nordkoreas und gefährde den Frieden und die Stabilität in der Region.

Der Raketenstart könnte mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite größere Raketenstart des Landes seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong Un. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen: Die Rakete war kurz nach dem Start explodiert.
 

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Leserkommentare
  1. <em>Das Land müsse sich an die Vorgaben des UN-Sicherheitsrats halten. Dessen Resolution 1874 war als Folge des nordkoreanischen Atomwaffentests im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land solche Tests.</em>

    Die darauf folgenden Sanktionen sind aber nicht zurückgenommen worden, oder? Gibt es jetzt eine neue Sanktionsrunde?

  2. Die (demokratische) Volksrepublik Korea sollte besser ihr Geld in Lebensmittel für ihre Genossen sowie der von ihnen inhaftierten Personen verwenden.
    So könnte der neue Führer sich wohltuend von seinen Vorgängern, dem „großen Führer“ und dem „geliebten Führer“ absetzen.

  3. Einfach Ruhe bewahren und den Ball flachhalten. Es gab mal eine Werbung mit dem Text: "tun wir so, als hätten wir es nicht bemerkt"

  4. auch diesmal ihre Passagierflugrouten wieder ändern wie im letzten April, weil der Raket in die Richtung nach Philippin fliegen soll. In Südkrea und Japan arbeiten viele Philippinos.
    http://manilastandardtoday.com/2012/12/04/nokor-urged-to-stop-rocket-lau...

  5. Auch ich würde dafür plädieren das Nordkorea statt 25% seines BIP mit Aufrüstung zu verbrennen lieber mal den Menschen eine zusätzliche Schüssel Reis gönnt.

  6. Sich nämlich nicht an UN-Resolutionen hält und in Anbetracht der Bedrohung in seiner Umgebung den Eigenschutz entwickelt.
    .
    Es gibt ein Land auf der Welt, da gab es schon -zig Resolutionen und an keine wurde sich gehalten.

    • Felefon
    • 04. Dezember 2012 1:40 Uhr

    Ich wüßte jetzt nicht, warum Nord-Korea keine Trägerraketen für ein Satellitenprogramm entwickeln dürfte.

    Solange Nord-Korea keine Gebühren für den Empfang seiner Satelliten-TV-Sendungen in Deutschland erhebt,
    habe ich keine Einwände.

    • sheep87
    • 04. Dezember 2012 8:12 Uhr

    ..wenn die Menschen schon so dumm sind, dann sollen sie doch die Welt in einen neuen Krieg stürzen..Jeden Tag das gleiche, Rakete hier, Bombe da..als obs nicht schon genug zu tun gäbe. Dann bomt doch alles weg, aber hört doch einfach mal auf mit dem ganzen hingehalte. Wieso müssen wir mitansehen, wie hier jeder schön aufrüstet, Angst haben und sich beim Blick in die Zeitung fragen, wann denn der Krieg und von wo aus ausbrcht..Die Welt hat nach zwei großen Kriegen nichts, aber auch rein gar nichts gelernt. Da können auch die ach so schöne EU und sogenannte (sichere?) "Allianzen" nicht drüber hinweg täuschen..Da soll man der Jugend mal erklären, wie schön doch die Welt ist..nicht zu vergessen zu erwähnen, am besten uninformiert leben, denn sonst kann es passieren, dass man merkt, dass doch nicht alles soo schön ist..Hach ja..Aber hey, der Weihnachtsbaum ist dieses Jahr ist schön gerade gewachsen..

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, sc
  • Schlagworte Japan | Russland | Guido Westerwelle | Bundesregierung | Nordkorea | Kim Jong Il
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