Amoklauf von Newtown : Obama macht Druck für schärfere Waffengesetze

Der US-Präsident plant, bereits im Januar Vorschläge zu einer Reform des Waffenrechts vorzulegen. Das verfassungsmäßige Recht auf eine Waffe will er nicht streichen.

US-Präsident Barack Obama strebt nach den Kindermorden in Newtown eine schnelle Reform des Waffenrechts an. Noch im Januar werde Vizepräsident Joe Biden Vorschläge für eine bessere Waffenkontrolle vorlegen, sagte Obama. Der Zugang zu Sturmgewehren und der Verkauf von Waffen auf Messen müsse strenger kontrolliert werden.

Der Präsident rief den Kongress auf, sich des Themas im kommenden Jahr schnell anzunehmen . "Wenn es auch nur eine Sache gibt, die wir tun können, um solche Taten zu verhindern, haben wir die tiefe Verpflichtung, es zu versuchen", sagte Obama.

Der Amoklauf an einer Grundschule sollte ein Weckruf für Amerika sein, forderte der US-Präsident. Das in der Verfassung verankerte Recht auf Waffenbesitz will Obama dennoch nicht antasten. In seiner Rede zur Lage der Nation im Januar will sich der Präsident erneut mit dem Thema auseinandersetzen.

Viele Demokraten fordern schärfere Gesetze

In der Stadt Newtown hatte am Freitag ein 20-Jähriger 27 Menschen , darunter 20 Grundschüler, getötet und sich selbst erschossen. Die Tragödie löste eine landesweite Debatte über den Umgang mit Schusswaffen aus.

Vor allem Politiker aus dem Lager der Demokraten fordern schärfere Gesetze. Gleichzeitig wächst der Druck auf Anleger und Fonds, ihr Geld nicht mehr in Waffenfirmen zu investieren. Die Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management kündigte an, den Waffenhersteller Freedom Group zu verkaufen.
 

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Kommentare

19 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Recht auf Waffen.

Na, mit der Gesetzesänderung ist Obama sicher schonmal in den Südstaaten und Texas raus.
Doch was nützt es?
Kann man mit Pistolen und Halbautomatischen Gewehren nicht Amok laufen?
Das ist wieder so eine Hau-Ruck Gesetzesänderung, man kann nicht das Gesetz verbieten, aber so lassen wie es ist, will man auch nicht.
Bis zur Nächsten Wahl wird das vollständige bewaffnen wieder auf die republikanische Agenda geschrieben.

Vielleicht hätte man damit anfangen sollen, labilen und psychisch beeinträchtigten Menschen nicht zu zeigen wie man Sturmgewehre benutzt, geschweige denn sie an jene zu verkaufen. Denn diese Gesetzesänderung ist nichts halbes und nichts ganzes.

waffen vs amoklauf

Versteht mich nicht falsch, ich sehe keinen Sinnvollen nutzen von Handfeuerwaffen in Privathaushalten. Jetzt reflexhaft über Waffen zu schimpfen ist nicht nur nutzlos und peinlich, sondern geht vollständig am Problem vorbei.

Für jene denen es bisher entgangen ist. Auch Kanadier und Schweizer sehen fern und spielen Killerspiele... wo bleiben die Amoknachrichten? Deutschlang im Gegenzug hat eich recht strenges Waffengesetzt und es hat einen Amoklauf auch nicht verhindern können.
Wenn die Waffen verboten sind und der Nächste sich aus dem Netz eine Bombenbauanleitung runterläd, wird dann das Internet verboten?

ich glaube kaum...

dass sich ein schärferes Gesetz durchsetzen wird, weil USAler glauben, dass, nachdem man ihnen ihre Kriegsgeräte aus den Häusern genommen hat, Queen Elizabeth vor der Tür steht und die Unabhängigkeit wieder rückgängig macht. Kurz: Waffen sind dort ein Fetisch und kein rationales Argument wird dort fruchten.
Schon gar nicht Staatenübergreifend.