PressekonferenzPutin strapaziert Weltpresse mit Endlos-Audienz

Russlands Präsident hat eine seiner seltenen Pressekonferenzen gegeben. Fragen nach Fehlern blockte er ab, Klarheit schuf er dagegen beim Weltuntergang. von afp, dpa, reuters und

Die Pressekonferenz mit Wladimir Putin

Die Pressekonferenz mit Wladimir Putin  |  © Kirill Kudravtsev/AFP/Getty Images

In einer seiner seltenen Pressekonferenzen hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin den Fragen der Weltpresse gestellt. Er erläuterte das Verhältnis seines Landes zu Kraftzentren wie China oder den USA , illustrierte sein Staatsverständnis, kokettierte mit seiner Machtfülle und gab einen Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung des Landes.

Es war die erste mehrstündige Pressekonferenz seit 2008. Etwa 1.000 Journalisten waren ins Moskauer World Trade Center gekommen. Putin wirkte bestens aufgelegt. Zuletzt hatten Medien über Rückenbeschwerden des Präsidenten berichtet. Der Kreml hatte stets beteuert, Putin sei gesund.

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Gespräche über die Gesundheit seien Versuche, den Zustand der Macht infragezustellen, sagte er. Den Nutzen dieser Spekulationen hätten die politischen Gegner, die versuchen, "die Legitimität und die Leistungsfähigkeit der Macht in Zweifel zu ziehen", sagte Putin.

Politisches Kernthema der zweistündigen Audienz war das Verbot von Adoptionen russischer Kinder durch Eltern in den USA. Putin verteidigte das jüngst verabschiedete Gesetz als eine "angemessene Reaktion auf den Magnitskij Act". Das ist ein US-Gesetz, das russischen Beamten die Einreise in die Vereinigten Staaten verbietet, wenn sie Menschenrechte verletzt haben.

Seit die Gesetze verabschiedetet sind, ist die politische Stimmung zwischen beiden Staaten auf einem Tiefpunkt . Putin giftete, die USA lebten in der Vergangenheit, wenn sie ein anti-russisches Gesetz gegen ein anderes austauschten. Auch die USA verletzten Menschenrechte, sagte er, etwa auf Kuba im Lager Guantánamo . "Stellen Sie sich vor, bei uns gäbe es das."

Befragt nach seiner Sicht auf die Lage im Bürgerkriegsland Syrien , äußerte sich Putin kritisch über Diktator Baschar al-Assad. Er sei sehr unglücklich damit, aber er sei noch stärker verunsichert über die Entwicklung, die einem Abtritt Assads folgen könnte.

Putin lobte aber auch die Beziehung zu China und betonte, dass ihm das gute Verhältnis zur Regierung in Peking wichtig sei. Denn die Investitionen des Landes brächten Geld nach Russland.

Korrespondenten schilderten den Verlauf der Konferenz via Twitter . So erläuterte Putin eingangs Details zum Wirtschaftswachstum und dem Durchschnittseinkommen, die beide aufwärts tendierten. Putin rechnet 2012 mit einem stabilen Exportüberschuss von 198 Milliarden Dollar – im Gegensatz zu seinem eigenen Wirtschaftsministerium , das einen Rückgang prognostiziert.

Nach Projektionen zum Finanzsektor und zu den Renten eröffnete er die Fragerunde, in der das umstrittene Adoptionsverbot zur Sprache kam. Nach anderthalb Stunden kam mit Ilja Arkhipow von Bloomberg die erste Journalistin eines ausländischen Mediums zu Wort.

Leserkommentare
  1. "Der beste Beweis ist meine Entscheidung, meinen Posten nach zwei Amtszeiten zu verlassen." Hätte er den Weg des Autoritarismus gewählt, hätte er die Verfassung geändert. "Das wäre leicht gewesen", sagte Putin."

    Noch leichter und vor allem klüger war es allerdings, die Macht nach außen hin abzugeben, sie de facto aber weiterhin zu behalten. Wann das Putin-Medwedew-Diktatorenkarrussel wohl anhalten wird? Wetten werden angenommen.

    • Kosubek
    • 20. Dezember 2012 13:30 Uhr

    Was soll so schlimm daran sein, dass sich Putin eine lange Zeit den Fragen der Presse stellt? Das ist doch positiv. Merkel zum Beispiel lässt doch nur ein paar wenige Fragen zu und beendet die Pressekonferenz dann, so dass man praktisch nichts erfährt. Vielleicht sollte sie sich ein Beispiel an Putin nehmen.

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    Entfernt, bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/se

  2. 3. [...]

    Entfernt, bitte beteiligen Sie sich sachlich. Danke, die Redaktion/se

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    Entfernt, bitte bleiben Sie beim Thema. Danke, die Redaktion/se

    • reinard
    • 20. Dezember 2012 13:42 Uhr

    Kein weiterer Kommentar über diese Frage hinaus.

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    Und dann wundert man sich, dass die großen "Qualitätszeitungen" immer mehr sterben. Jeder dressierte Affe kriegt es gebacken, einen unabhängigen Bericht zu verfassen. Jeder Blogger übrigens auch. Nur die großen Presseagenturen nicht. Oder aber sie verkaufen ihre Leser absichtlich für dumm. Die Frage ist nur, was schlimmer ist.

    • Kosubek
    • 20. Dezember 2012 13:42 Uhr

    an der Spitze unseres Staates. Es ist mir auch vollkommen egal, ob man das dann Demokratie oder Diktatur oder wie auch immer nennen würde.

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    ...ist unsere Demokratie stark genug, Meinungen wie die Ihre auszuhalten. Auch wenn ich sie persönlich für höchst bedenklich halte.

    Ja mit so einem starken mann an Staates spitze können wir uns wieder ganz wohl fühlen. Da brauchen wir auch keine Demokratie mehr denn wir vertrauen ihm voll und ganz.

    Sehnsucht nach Unterdrückung oder wie darf man das verstehen?

  3. Wenn die Weltpresse so unnötig gestresst und überstrapaziert wird, kann Sie die Wirkungsstätte dieses "lupenreinen Demokraten" doch einfach verlassen. Oder wird dort jemand fest gehalten?

  4. ...ist unsere Demokratie stark genug, Meinungen wie die Ihre auszuhalten. Auch wenn ich sie persönlich für höchst bedenklich halte.

    Eine Leserempfehlung
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    ich würde mir Putin nicht wünschen, aber nachvollziehbar ist seine Meinung schon.

    • jillian
    • 20. Dezember 2012 13:49 Uhr

    Muss ich nun, nach dem Entfernen von SPON aus meinen Favoriten, nun auch noch die Zeit entfernen?

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    ...völlig aus - egal welches! Bei den "Qualitätsmedien" steht doch sowieso überall das Gleiche.

    Bis auf die Zeit habe ich alle "üblichen Verdächtigen" gelöscht.

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