RusslandPutin will Assad nicht "um jeden Preis" halten

Russland scheint Syriens Regime abzuschreiben. Kürzlich relativierte das Außenamt die Unterstützung für Assad. Nun ist es der Präsident, der sich von ihm distanziert. von reuters

Präsident Wladimir Putin sagte auf einer mehrstündigen Pressekonferenz , Russlands Position sei es nicht, den syrischen Machthaber und sein Regime "um jeden Preis an der Macht zu halten".

Vielmehr warnte Putin vor einem endlosen Krieg in Syrien . Russland sorge sich vor allem um das Schicksal des Landes – und weniger um das von Präsident Baschar al-Assad.

Anzeige

Gleichzeitig warnte Putin aber auch vor einem Erfolg der Gegner Assads: Es sei völlig unklar, was in diesem Falle passieren werde. "Wir wollen nicht, dass die heutige Opposition, einmal an der Macht, den Kampf mit der heutigen Regierung fortsetzt und dass das für immer so weitergeht", sagte Putin.

Putin kritisierte, dass zunächst alles zerstört und erst dann überlegt werde, wie es weitergehen solle. Für ihn sei klar, dass der Konflikt militärisch nicht zu lösen sei. Letztlich müsse das syrische Volk selbst über sein Schicksal bestimmen, sagte Putin.

Klarere Äußerungen als aus dem Außenministerium

Vor wenigen Tagen noch hatte der Kreml bekräftigt, dass Russland fest an der Seite Assads stehe. Diese Botschaft war nötig geworden, nachdem Äußerungen von Vize-Außenminister Michail Bogdanow für Verwirrung gesorgt hatten. Er hatte eingeräumt, dass ein Sieg der Assad-Gegner nicht mehr auszuschließen sei. Wenig später äußerte sich Außenminister Sergej Lawrow ähnlich . Eine deutliche Position bezogen beide jedoch nicht.

Zusammen mit China hat Russland im UN-Sicherheitsrat wiederholt schärfere Resolutionen gegen das Assad-Regime verhindert.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. geht es Putin nicht um die Person Assad, die unbedingt an der Macht bleiben soll, das war aber noch nie die Position der russischen Regierung. Vielmehr geht es darum einen failed state und den übermässigen Einfluss der Islamisten (auch genannt Rebellen) zu verhindern.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ich hätte jetzt eher getippt, dass es ihm um die Russische Militärbasis / Militärpräsenz in der Region geht.

    • DK1987
    • 20. Dezember 2012 19:32 Uhr

    Militärisch ist dieses Problem nicht zu lösen.

    Amerikaner meinen aber, mit Drohnen und einigen Waffen, die sie schnell loswerden wollen, dieses Konflikt problemlos zu lösen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • LennyP
    • 21. Dezember 2012 7:53 Uhr

    Sie denn darauf, wenn ich fragen darf?
    Interessiert mich immer wenn Leute Sätze anfangen mit "die Amerikaner" oder "die Deutschen".
    Sollten Sie vielleicht in Zukunft erstmal mit Bloogger DK 1978 Rücksprache halten und sich rückversichern "wie der Hase läüft" bevor Sie weitere schritte unternehmen - die Amerikaner?
    gruß Angelo

  2. und somit ist die Welt völlig frei, Verständnis für die Achse Moskau Damaskus zu empfinden, denn die will ja etwas beenden.

    Die Al Jazeera Nachrichten verkünden gerade, dass es diese Achse unverbrüchlich weiter gebe:

    'Russia will never weaken it's backing for the Syrian Nation or it's people' ab. min 0.20

    http://www.youtube.com/wa...

    Putins und Obamas Positionen überschneiden sich an einem Punkt, der bei den Amerikanern als: Keine Ent-Baathifizierung! ausgedrückt wird und der bei Putin eben Ausdruck in der Wertschätzung für den Syrischen Staat- so an sich - findet.

    Assad muss niemand mögen, es reicht - dass man seinen Gegnern misstraut; meinetwegen mit guten Gründen; aber dass Putin, oder irgendwer aus dem betreffenden Freundeskreis: Assad 'abschreibe', das ist genau das Missverständnis, auf dass der gelernte Kreml-Kundschafter aus ist; und mit dem er Zeit gewinnt.

    Zeit wofür ? Für den Zusammenbruch des Aufstandes, oder ?

    Man könnte meinen, Putin weiß besser, wie der Westen tickt,
    als dass der Westen von sich wahr haben will, wie er tickt.

    Feigheit sieht man nicht im Spiegel, man riecht sie.

    4 Leserempfehlungen
  3. Syrien liegt heute in Trümmern - angeblich der Preis für Freiheit, den einige im Westen bereits sind zu bezahlen, egal wie viele weitere Opfer die Ablösung des ihnen verhassten Assad fordert. Das komische dabei: Radikalislamisten bilden das Rückgrat dieser "Revolution". Es sind kriegserprobte Söldner, die auch in Libyen zum Einsatz kamen. Die unheilige Allianz hat ein neues Opfer gefunden.

    5 Leserempfehlungen
  4. ich hätte jetzt eher getippt, dass es ihm um die Russische Militärbasis / Militärpräsenz in der Region geht.

    Antwort auf "Selbstverständlich"
    • LennyP
    • 21. Dezember 2012 7:53 Uhr

    Sie denn darauf, wenn ich fragen darf?
    Interessiert mich immer wenn Leute Sätze anfangen mit "die Amerikaner" oder "die Deutschen".
    Sollten Sie vielleicht in Zukunft erstmal mit Bloogger DK 1978 Rücksprache halten und sich rückversichern "wie der Hase läüft" bevor Sie weitere schritte unternehmen - die Amerikaner?
    gruß Angelo

  5. gleich im Titel. Russland erklärt seit etlichen Monaten, dass es Assad kein Asyl gewähren wird (man erinnere sich an unseren Außenministerdarsteller, wie er sich damit bei Lawrow lächerlich gemacht hat) und Russland hat entgegen aller gebetsmühlenartigen Wiederholungen auch nie die syrische Regierung aktiv unterstützt(es wurden sogar zuvor bestellte Rüstungegüter zurückgehalten). Aber Grundtenor unserer Presse ist ja einhellig: keine Unterstützung saudischer Söldner und blockieren völkerrechtswidirger Nato-Überfälle <=> Unterstützung der Gegenseite...

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, sk
  • Schlagworte Wladimir Putin | UN-Sicherheitsrat | Außenminister | Botschaft | Konflikt | Kreml
Service