ChemiewaffeneinsatzRussland kanzelt neue US-Politik zu Syrien ab

Russland hat sich gegen US-Bedenken gestellt, das Assad-Regime werde chemische Waffen gegen Rebellen einsetzen. Der Kreml kritisierte auch die Patriot-Stationierung. von dpa

Russland hat US-Spekulationen über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Regierung widersprochen. "Wir haben keine Beweise für Pläne zur Anwendung chemischer Waffen", sagte der russische Nato-Botschafter Alexander Gruschko der Agentur Interfax zufolge.

Russland habe jeden Bericht, dass Chemiewaffen transportiert worden seien, sorgfältig geprüft. Die Regierung in Moskau ist ein Partner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

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Zuvor hatten sich die USA besorgt über einen möglichen Chemiewaffeneinsatz gegen die Rebellen in Syrien gezeigt. Die US-Regierung berichtete von Geheimdienst-Hinweisen , dass die syrische Armee die Herstellung größerer Mengen des Nervengiftes Sarin vorbereite.

Pentagon-Chef Leon Panetta sprach seine "ernsthafte Besorgnis" aus, dass das Assad-Regime Giftgas einsetzen könnte – gerade angesichts der militärischen Erfolge der Aufständischen. US-Präsident Barack Obama warnte Syrien für einen solchen Fall vor "Konsequenzen" . UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schrieb Assad in einem Brief, ein Chemiewaffen-Einsatz wäre ein "abscheuliches Verbrechen mit schrecklichen Konsequenzen".

Syrien dementiert

Das Regime in Damaskus dementierte diese Berichte. "Wir haben gesagt, dass wir solche Waffen, falls sie denn in Syrien existieren sollten, nicht gegen das syrische Volk einsetzen würden", versicherte Vize-Außenminister Mekdad.

Gleichwohl schüren Anhänger des syrischen Regimes Ängste vor Chemiewaffen in den Händen islamistischer Terroristen. Am Donnerstag tauchte im Internet ein Video auf, das angeblich zeigen soll, wie Al-Kaida-Terroristen in Syrien Tierversuche mit Nervengas machen. Unabhängige Beobachter äußerten jedoch Zweifel an der Authentizität.

Kritik an Patriot-Stationierung in der Türkei

Die Nato kritisierte der russische Botschafter Grutschko dafür, dass sie Patriot-Raketen in der Türkei stationieren wolle. Damit mische sie sich in den Syrienkonflikt ein. "Wir sehen die Gefahr einer weiteren Nato-Beteiligung als Resultat von Provokationen oder Zwischenfällen an der Grenze."

Zuvor hatte Moskau bereits gewarnt, die Patriot-Pläne destabilisierten die Region. Die Flugabwehrraketen sollen die Türkei vor Raketen- und Luftangriffen aus Syrien schützen.

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Leserkommentare
  1. Klingt noch nicht mal nach Probaganda, was die Russen behauten, zumindest für mich absolut nachvollziehbar. Aber: seit wann braucht Nato Beweise? Jetzt sind wieder Bidbearbeitungsexperten gefragt, damit die Russen wieder Ruhe geben.

    Same, same...

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    Wer will kann sich meinen Kommentar (Nr. 4) von heute Vormittag zum Topthema "Putins prekäre Pipeline" ansehen.

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/south-stream-pipeline

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare. Danke, die Redaktion/au

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    • DBZO
    • 07. Dezember 2012 13:51 Uhr

    Nicht zu vergessen, dass die USA erst vor kurzen mehrere solche Syrischen Rebellen/Freiheitskämpfer Gruppierungen offiziell als Terrororganisation deklariert hat.

  3. Wer die neue syrsiche Verfassung gelesen hat, der erkennt, dass der Herr Assad seine maximale Amtszeit bis 2014 begrenzt hat und damit auch nicht mehr wieder wählbar ist. Wieso behauptet man nur in endloser Ignoranz er wolle an der Macht klammern? Das einzig Richtige ist, dass man den Staat und damit das Volk nicht einfach terroristsichen Islamisten übergibt und sich ins Exil verdrückt. Bereits die Gesprächsbereitschaft und die Tatsache, dass bereits gewählte (!) Oppositionelle im Parlament sitzen zeigt, dass man imemr noch einen geordneten Übergang mit sauberen und überwachten Wahlen in 2014 hinbekommen könnte. Die syrische Regierung steht dem doch offen gegenüber und hat dies doch mehrfach angeboten, was nur durch die Terroristen abgelehnt wurde. Alleine die Terroristen verlangen doch bediungungslos eine "Machtübergabe" ohne Wahlen. Ein SPrecher von Al Nusra gab ja zuletzt an, nach der Machtübernahme sehe man keinen Bedarf Wahlen abzuhalten, da man einen islamistischen Sharia Staat ausrufen werde.

    Insofern Respekt für eine Regierung und einen Präsidenten, die nicht den einfachen und wahrschienlich sogar lukrativen Gang ins Exil wählen und stattdessen bis zum endgültigen politischen Abgang in 2014 ihr Leben aufs Spiel setzten, um sich selbst von den USA als terroristsiche Vereinigungen geführten Al Nusra und anderen ausländischen Teroristen entgegen zu stellen!

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    • Pereos
    • 07. Dezember 2012 14:16 Uhr

    "Insofern Respekt für eine Regierung und einen Präsidenten, die nicht den einfachen und wahrschienlich sogar lukrativen Gang ins Exil wählen und stattdessen bis zum endgültigen politischen Abgang in 2014 ihr Leben aufs Spiel setzten, um sich selbst von den USA als terroristsiche Vereinigungen geführten Al Nusra und anderen ausländischen Teroristen entgegen zu stellen!"

    Sie sollten sich überlegen,ob sie nicht noch als Regierungssprecher der Syrischen Regierung arbeiten wollen. Da der letzte Regierungssprecher letzte Woche desertiert ist wäre hier sogar noch eine Stelle frei.
    Ja Respekt einem Diktator der sein Land in Schutt und Asche legt und so viele mit in den Abgrund nimmt wie es geht.
    Respekt einem Mann,der sein eignes Schicksal als wichtiger bewertet als Zehntausender Toter und 21 mio Zivillisten
    Kennt man ja aus der Dt. Geschichte, "Führer befiel,wir folgen!"
    Assad hätte auch einfach ins Exil gehen können, sein Vize hätte wie bei der Lösung im Jemen zusammen mit der Opposition eine Regierung bilden können und dem Land wäre Schreckliches erspart worden. Nicht zuletzt dem Aufkommen Terroristischer Gruppen, da die Opposition die ersten Monate nicht radikal,sondern friedlich agierte.

  4. Die USA nutzten seine (Rafid Ahmed Alwan El Dschanabi) Informationen über Biowaffen, um den Irakkrieg zu begründen. Nun bekennt sich der BND-Informant Dschanabi der Lüge. Er habe Saddam stürzen wollen.
    Der damalige US-Außenminister Colin Powell nutzte Dschanabis Angaben über die Biowaffen-Trucks in seiner Rede vor den Vereinten Nationen am 5.Februar 2003. Er beschrieb ihn als "Chemie-Ingenieur", der "eine der Anlagen beaufsichtigte".
    Im Irakkrieg wurden mehr als 100.000 Zivilisten getötet.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-02/irakkrieg-massenvernichtungsw...

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    • DBZO
    • 07. Dezember 2012 13:40 Uhr

    100.000? Im Irak wurden mehr als 1 Million Menschen getötet und Millionen sind auf der Flucht!

  5. 5. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/au

  6. für die säkularen und demokratischen Prozese in Nahost. Kommt ausgerechnet von Eurpas lieblings Bösling Putin. Merkels Aussenpolitik scheint sich auf eine einzige Devise zu beschränken: Staatsräsons erster und letzter Paragraf.

    • DBZO
    • 07. Dezember 2012 13:40 Uhr

    100.000? Im Irak wurden mehr als 1 Million Menschen getötet und Millionen sind auf der Flucht!

    Antwort auf "Ein Blick zurück "
    • TDU
    • 07. Dezember 2012 13:41 Uhr

    Man beobachte die Situation in Syrien weiterhin genau.

    Die Stellungnahme sollte man als pflichtgemäße Äusserung zu den Akten nehmen sowie es Russland mit Stellungnahmen zu seinen Konflikten und Befindlichkeiten auch macht.

    Neues oder konfliktlösendes enthält die Aussage nicht.

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    Könnten Sie mir mal ein paar Beispiele für "russische Konflikte" nennen?

    Und dann Parallelen bzw. Analogien, die darlegen warum der Syrienkonflikt "unser Konflikt" ist. Und Russland sich daher rauszuhalten hat...???

    Danke!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rv
  • Schlagworte Barack Obama | Nato | Syrien | Agentur | Leon Panetta | Russland
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