Assads EndeRussland zieht Syrien-Äußerungen zurück

Sieg der Rebellen, Machtverlust von Präsident Assad: Mit Äußerungen über Syrien erregte der russische Vize-Außenminister Aufsehen. Jetzt heißt es: Alles nicht so gemeint. von afp und dpa

Syrische Rebellen im Norden des umkämpften Aleppo

Syrische Rebellen im Norden des umkämpften Aleppo  |  © Philippe Desmazes/AFP/Getty Images

Die russische Regierung steht auch weiterhin fest an der Seite von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Diese Botschaft – für viele Beobachter bisher eigentlich eine Selbstverständlichkeit – musste die Führung in Moskau nun erneuern, Äußerungen von Vize-Außenminister Michail Bogdanow hatten zuvor für Verwirrung gesorgt.

"Man muss den Tatsachen ins Auge sehen", so hatte ihn die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass zitiert. "Das Regierungsregime verliert mehr und mehr die Kontrolle über einen großen Teil des Territoriums." Ein Sieg der syrischen Opposition sei nicht mehr ausgeschlossen, soll Bogdanow gesagt haben und damit als erster hoher russischer Regierungsvertreter von dem Verbündeten in Damaskus abgerückt sein .

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Davon könne keine Rede sein, hieß es nun aus Moskau. " Russland hat seine Position zu Syrien nicht verändert und wird sie nicht verändern", sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Bogdanow habe in einer Sitzung der Gesellschaftskammer lediglich die Position syrischer Oppositioneller sowie deren "internationaler Geldgeber" zitiert. Möglicherweise fielen seine Bemerkungen zu einem Zeitpunkt, "als ihm nicht bewusst war, dass er von russischen Nachrichtenagenturen mitgeschnitten wurde".

Thema in Brüssel

Allen Treueschwüren zum Trotz verschließt sich das Außenministerium offenbar nicht eventuellen neuen Machtstrukturen in Syrien . So empfängt Amtschef Sergej Lawrow am heutigen Freitag Kadri Dschamil, einen früheren syrischen Oppositionellen. Dschamil gehörte mit der "Volksfront für Veränderung und Befreiung" zur innersyrisch-gemäßigten politischen Opposition, bevor er kürzlich in die Regierung eingebunden wurde.

Jamil war es, der im August erstmals signalisierte, dass bei Verhandlungen über die Zukunft Syriens auch ein Rücktritt Assads diskutiert werden könne.

Einen Schritt weiter gehen vielleicht die Staats- und Regierungschef der Europäischen Union. Auf ihrem Gipfel in Brüssel werden sie sich ebenfalls mit dem Bürgerkrieg in Syrien befassen und dabei auch einen Antrag des britischen Premierministers beraten: David Cameron will erreichen, dass die EU ihre Waffenembargo gegen die syrische Opposition aufgibt. Dieses Ansinnen stößt allerdings bei einigen EU-Staaten auf Vorbehalte, auch bei Deutschland.

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Leserkommentare
    • Legatus
    • 14. Dezember 2012 13:29 Uhr

    Dort ist alles zu sehen, was man wissen muss, man beachte nur die Details.
    Und zwar, dass diese "Rebellen" von Dritten bezahlte und ausgerüstete Verbrecherbanden sind (Haager Landkriegsordnung), islamistisch motiviert und in großen Teilen nicht einmal Syrer sind.

    Natürlich wird Russland Assad nicht so einfach fallenlassen.
    Hoffentlich kann man diesem Treiben Einhalt gebieten bevor noch mehr tatsächlich Unschuldige sterben müssen.

    12 Leserempfehlungen
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    meinen Sie? Ich habe auch gesucht, konnte aber nichts auffälliges erkennen.

  1. meinen Sie? Ich habe auch gesucht, konnte aber nichts auffälliges erkennen.

    Antwort auf "Schönes Bild"
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    • Legatus
    • 14. Dezember 2012 13:49 Uhr

    Keine Uniformen, Abzeichen oder andere Erkennungszeichen, keine Kommandostruktur, keine Legitimation.
    Aber dafür schwere Waffen.
    Der rechte Herr mit seinem glitzernden Gewehr und anscheinend höchst gläubig (wenn Sie wissen, was ich meine). Der linke stammt vermutlich nichtmal aus Syrien.

    Anscheinend wollen einige Leute sowas nicht sehen, so blind kann man eigentlich sein. Ihre Sehfähigkeit scheint mir aber ziemlich in Ordnung zu sein ;-).

  2. http://en.wikipedia.org/w...

    Assads Hausopposition:

    "current member of the Assad government with the post of Deputy Prime Minister for Economic Affairs; Minister of Internal Trade and Consumer Protection and a member of the National Coordination Committee for Democratic Change. During a visit to Russia on August 21, 2012 Jamil said that President Bashar Assad's resignation can not be a condition for starting the peace negotiations"

    Der Versuchsballon 'Bogdanov' hat interessantes zutage gefördert.

    Eine doch sehr klare Ansage, wonach in einer zweiten Halbzeit man sich auf sechstellige Opferzahlen zubewegen werde, wurde als eine Moskauer Bereitschaft gelesen, Assad fallen zu lassen.

    Der Westen steht als von eigenem Wunschdenken selbst-verblendet da.

    2 Leserempfehlungen
  3. "Dieses Ansinnen stößt allerdings bei einigen EU-Staaten auf Vorbehalte, auch bei Deutschland."
    Man sollte sich in der Bundesregierung bewusst sein, dass man durch derartige Blockadepolitik sinnvolle Initiativen für Frieden und Wirtschaft unterbindet, und auf diese Weise die Agonie des Assadregimes verlängert. Das bedeutet, dass man sich genau dem schuldig macht, was man aus falsch verstandenenem Pazifismus angeblich verhindern will, nämlich das Töten unschuldiger Menschen, Frauen Kindern, anderen Schutzlosen.
    Krieg war immer schon der Garant für Frieden. Wer die Friedliche Gesellschaftsordnung nicht robust zu vertreten bereit ist, versündigt sich an den Opfern totalitärer Regime.

    Eine Leserempfehlung
    • Legatus
    • 14. Dezember 2012 13:49 Uhr

    Keine Uniformen, Abzeichen oder andere Erkennungszeichen, keine Kommandostruktur, keine Legitimation.
    Aber dafür schwere Waffen.
    Der rechte Herr mit seinem glitzernden Gewehr und anscheinend höchst gläubig (wenn Sie wissen, was ich meine). Der linke stammt vermutlich nichtmal aus Syrien.

    Anscheinend wollen einige Leute sowas nicht sehen, so blind kann man eigentlich sein. Ihre Sehfähigkeit scheint mir aber ziemlich in Ordnung zu sein ;-).

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Welche Details"
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    Hm, keine Legitimation würde ich nicht sagen. Die Rebellen werden von der internationalen Gemeinschaft mitlerweile als legitime Vertretung des Volkes gesehen. Damit haben sie gegenüber Assad, der nur noch von einigen diktatorischen Reststaaten unterstützt wird, einen erheblichen Legitimationsvorsprung.
    Der rechte Herr soll höchst gläubig sein? Kann ich nicht erkennen.
    Der linke soll nicht aus Syrien stammen? Liegt es vielleicht nur daran, dass Sie eine etwas enge Vorstellung davon haben, wie Syrer aussehen können?
    "Keine Uniformen, Abzeichen oder andere Erkennungszeichen," Das ist wahr, aber irgendwie auch logisch.
    "keine Kommandostruktur" Sehen Sie das auf dem Bild, in den Details?

    Also ich kann auf dem Bild leicht bewaffnete junge Männer erkennen. Nicht einmal schwere Waffen sehe ich im Gegensatz zu Ihnen.

  4. Hm, keine Legitimation würde ich nicht sagen. Die Rebellen werden von der internationalen Gemeinschaft mitlerweile als legitime Vertretung des Volkes gesehen. Damit haben sie gegenüber Assad, der nur noch von einigen diktatorischen Reststaaten unterstützt wird, einen erheblichen Legitimationsvorsprung.
    Der rechte Herr soll höchst gläubig sein? Kann ich nicht erkennen.
    Der linke soll nicht aus Syrien stammen? Liegt es vielleicht nur daran, dass Sie eine etwas enge Vorstellung davon haben, wie Syrer aussehen können?
    "Keine Uniformen, Abzeichen oder andere Erkennungszeichen," Das ist wahr, aber irgendwie auch logisch.
    "keine Kommandostruktur" Sehen Sie das auf dem Bild, in den Details?

    Also ich kann auf dem Bild leicht bewaffnete junge Männer erkennen. Nicht einmal schwere Waffen sehe ich im Gegensatz zu Ihnen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ganz einfach"
  5. Die hier stattfindenden Bildinterpretationen sind ja wohl ein wenig lächerlich.
    Ein Ölgemälde mit einer idealisierten und symbolhaften Darstellung mit einem gestellten Foto zu vergleichen, ist mehr als haarig.

    Dann die erste Bildinterpretation will von einem, dem linksstehenden, nicht ganz so lockigen und dunklerem Hauttyp herauslesen, dass die Mehrzahl Nichtsyrer seien.
    Einer mit arabischen Schriftzeichen umstirnter gilt dann als für die Mehrzahl von Gotteskriegern in den sogenannten Kampfreihen.

    Einzig, was eindeutig zu sein scheint, sind die neuen Waffen.
    Leute, bitte, kriegt Euch mal wieder ein.

    PS: Interessanter scheinen mir zudem die Männer im Hintergrund. Sie sind abgewandt der vorderen Gruppe - ja, insbesondere dem Liberté, Fraternité und Egalité vermittelndem Ölgemälde vergleichendem Sujet interessant. Aber was ich eher meine - die beschauen sich intakte Rollläden, die mit Schriften versehen wurden. Was steht da, was wurde überschrieben usw.? Ich kann es nicht genau erkennen - sind die zivil gekleideten Männer im Hintergrund alle unbewaffnet? Das würde bedeuten 6:3 unbewaffneter und bewaffneter Männer in Syrien, wenn man's mal ganz unorthodox so hochrechnen wollte.

    Antwort auf
    • SonDing
    • 14. Dezember 2012 14:22 Uhr

    gibt es am laufenden Band.

    Erst kürzlich wurden die Äusserungen Brahimis vor der UN unvollständig bzw. falsch wiedergegeben:
    http://www.zeit.de/politi...

    Ich sammle schon länger derartige Vorgänge. Wer weiss, vielleicht könnte das irgendwann für irgendwen, ziemlich unangenehme Folgen haben...

    4 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, kg
  • Schlagworte David Cameron | Syrien | Botschaft | Bürgerkrieg | Nachrichtenagentur | Premierminister
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