Bürgerkrieg: USA haben Hinweise auf möglichen Chemiewaffen-Einsatz in Syrien
US-Präsident Obama hat das syrische Regime erneut vor dem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt. Anlass sind Hinweise auf die Herstellung des Nervengases Sarin.
© AFP/GettyImages

Syrische Truppen bei einem Einsatz in Aleppo
Das syrische Regime bereitet möglicherweise den Einsatz von Chemiewaffen vor. Die US-Regierung habe entsprechende Geheimdienst-Hinweise, berichteten die New York Times sowie die Nachrichtenagentur AFP. Die syrische Armee soll demnach möglicherweise mit der Mischung von Chemikalien begonnen haben, die für das Nervengas Sarin benötigt würden. Die Aktivitäten gingen über die bloße Bewegung von Lagerbeständen hinaus, zitierte die New York Times einen Mitarbeiter der US-Regierung. Man sei besorgt über die Möglichkeit einer solchen Verzweiflungstat, hieß es in Washington.
US-Präsident Barack Obama warnte die Regierung des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad deshalb noch einmal mit Nachdruck vor dem Einsatz von Chemiewaffen. "Der Einsatz von chemischen Waffen ist und wäre völlig inakzeptabel", sagte Obama. Das wäre ein "tragischer Fehler", der Folgen haben werde – mit Konsequenzen für die syrische Führung. Die Verantwortung dafür trügen Assad und seine Gefolgsleute, sagte Obama. Bereits im August hatte er für diesen Fall mit einem Militärschlag gedroht.
Der jordanische Außenminister Nasser Dschudeh sagte, der Einsatz von Chemiewaffen würde "die Spielregeln verändern". Die syrische Regierung wisse, "dass die internationale Gemeinschaft das nicht akzeptieren würde" – weder gegen das syrische Volk noch gegen Nachbarländer und auch nicht, wenn die Waffen in falsche Hände gerieten. In Jordanien ist seit einigen Monaten eine 150 Mann starke US-Task-Force stationiert, darunter Soldaten von Spezialkommandos.
C-Waffen-Einsatz "rote Linie" für die USA
Stunden zuvor hatte bereits US-Außenministerin Hillary Clinton Syrien davor gewarnt, die chemischen Waffen aus den Arsenalen des Landes einzusetzen. Ein C-Waffen-Einsatz sei eine "rote Linie" für die USA, sagte Clinton bei einem Besuch in Prag. Washington habe Reaktionen auf einen solchen Fall vorbereitet.
Ein hoher israelischer Beamter sagte der New York Times, die Bewegungen der chemischen Waffen und die möglichen Einsatz-Vorbereitungen, könnten ein Bluff sein. Syrien könnte die Nato und die USA damit warnen wollen, während sie darüber debattierten, syrische Rebellen stärker zu unterstützen. Ein weiterer Beamter sagte, es sei sehr schwer Assads Vorgehen zu deuten. "Aber wir haben eine Aktion beobachtet, wie wir sie zuvor nicht gesehen haben."
Syrien sieht Vorwand für Eingreifen
Ein Sprecher des Außenministeriums in Damaskus teilte mit, Syrien werde "diese Art Waffen, wenn es welche davon besitzt, unter keinen Umständen gegen sein Volk einsetzen". Syriens Außenminister Walid al-Muallim hatte den USA im Oktober vorgeworfen, die Debatte über das Chemiewaffenarsenal seines Landes als Vorwand für ein militärisches Eingreifen in Syrien nutzen zu wollen. Al-Muallim zog dabei eine Parallele zum Irak-Krieg von 2003, zu dessen Rechtfertigung die USA unter anderem das angebliche Chemiewaffen-Arsenal Bagdads angeführt hatten. Dies stellte sich nach der Invasion als falsch heraus.
Syrien verfügt Experten zufolge über große Chemiewaffenbestände aus den 1970er Jahren. Mit mehreren Hundert Tonnen sollen sie die größten im Nahen Osten sein. Die syrische Führung hatte Ende Juli erklärt, Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einsetzen zu wollen, nicht aber gegen die eigene Bevölkerung. Es war das erste Mal, dass Damaskus den Besitz von Chemiewaffen einräumte. Obama drohte daraufhin im August erstmals direkt mit einem militärischen Eingreifen in dem Land.
EU und UN ziehen Mitarbeiter ab
Unterdessen kündigte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton an, die Europäische Union werde ihre diplomatische Präsenz in Damaskus "aus Sicherheitsgründen" auf "ein Minimum" herunterfahren. Zuvor hatten die Vereinten Nationen angekündigt, "nicht zwingend notwendige Mitarbeiter" angesichts der Sicherheitslage aus Syrien abzuziehen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warf der syrischen Regierung zudem mehrfach Verletzungen des Abkommens über die Golanhöhen vor, berichtet die Nachrichtenagentur AP. In einem Bericht an den UN-Sicherheitsrat forderte Ban Syrien auf, nicht länger Truppen und militärisches Gerät in dem Grenzgebiet zu Israel zu stationieren. Beide Länder sollten an der Waffenstillstandslinie nicht mehr zu schießen. Die Vorfälle auf dem Golan zeigten, dass die Spannungen zwischen den beiden Ländern eskalieren und die Stabilität der gesamten Region gefährden könnten.







Selbstverständlich... wie bei Saddam Hussein.
...die schon lange herbeigesehnte militärische Intervention irgendwie zu legitimieren..
Man muss schon an der Intelligenz der Menschheit zweifeln, wenn die immergleichen Szenarien doch noch von viel zu vielen geglaubt werden.
"Das Brett vor der Stirn, schafft ein zufried'nes Gehirn..."
hat seine Chemiewaffen einfach in Syrien versteckt.
Was bin ich froh, dass die jetzt endlich aufgetauscht sind.
Es ist natürlich verlockend zu folgern: die USA haben beim Irak Krieg gelogen als um C Waffen ging, also lügen sie auch jetzt.
Aber das hält wohl kaum Stand wenn man sagt: Da die USA im Irakkrieg gelogen haben, kann Assad keine Chemie Waffen besitzen.
Der Unterschied ist zudem, dass Assad bereits selber bestätigt hat, dass er C Waffen besitzt, während wir im Irak Fall ledilich eine Power Point Präsentation zu gesicht bekamen.
Auch wenn die USA selber nicht frei von Makel sind, ist es begrüßenswert, das (zumindest ein Großteil der) Regierungen heutzutage nicht einfach Chemie Waffen einsetzen können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
Natürlich wird es, selbst wenn wir Bilder von Chemiewaffen Opfern sehen sollten, Leute geben, die die Schatten analysieren und zu dem Schluss kommen, dass alles gefaked sei. An diesem Punkt braucht man dann nicht mehr zu diskutieren.
Dass durch den Einsatz von Chemiewaffen unter Saddam mehrere tausend Menschen umgebracht wurden, wird wohl kaum ein ernstzunehmender Mensch bestreiten wollen. http://en.wikipedia.org/w...
Die Frage wohin diese Waffen später verschwanden, ob sie vernichtet oder nur ins Ausland verschoben wurden, ist bis heute nicht geklärt.
Es sind immer die gleichen Radikalen.
Früher haben sie dagegen demonstriert, dass in Viatnam Frauen und Kinder mit Napalm bekämpft werden, und heute sind sie schon wieder gegen den Krieg.
Dank solcher Leute wie ihnen, wird die Demokratie niemals die Welt beherrschen.
Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Danke, die Redaktion/jp
...die schon lange herbeigesehnte militärische Intervention irgendwie zu legitimieren..
Man muss schon an der Intelligenz der Menschheit zweifeln, wenn die immergleichen Szenarien doch noch von viel zu vielen geglaubt werden.
"Das Brett vor der Stirn, schafft ein zufried'nes Gehirn..."
hat seine Chemiewaffen einfach in Syrien versteckt.
Was bin ich froh, dass die jetzt endlich aufgetauscht sind.
Es ist natürlich verlockend zu folgern: die USA haben beim Irak Krieg gelogen als um C Waffen ging, also lügen sie auch jetzt.
Aber das hält wohl kaum Stand wenn man sagt: Da die USA im Irakkrieg gelogen haben, kann Assad keine Chemie Waffen besitzen.
Der Unterschied ist zudem, dass Assad bereits selber bestätigt hat, dass er C Waffen besitzt, während wir im Irak Fall ledilich eine Power Point Präsentation zu gesicht bekamen.
Auch wenn die USA selber nicht frei von Makel sind, ist es begrüßenswert, das (zumindest ein Großteil der) Regierungen heutzutage nicht einfach Chemie Waffen einsetzen können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.
Natürlich wird es, selbst wenn wir Bilder von Chemiewaffen Opfern sehen sollten, Leute geben, die die Schatten analysieren und zu dem Schluss kommen, dass alles gefaked sei. An diesem Punkt braucht man dann nicht mehr zu diskutieren.
Dass durch den Einsatz von Chemiewaffen unter Saddam mehrere tausend Menschen umgebracht wurden, wird wohl kaum ein ernstzunehmender Mensch bestreiten wollen. http://en.wikipedia.org/w...
Die Frage wohin diese Waffen später verschwanden, ob sie vernichtet oder nur ins Ausland verschoben wurden, ist bis heute nicht geklärt.
Es sind immer die gleichen Radikalen.
Früher haben sie dagegen demonstriert, dass in Viatnam Frauen und Kinder mit Napalm bekämpft werden, und heute sind sie schon wieder gegen den Krieg.
Dank solcher Leute wie ihnen, wird die Demokratie niemals die Welt beherrschen.
Entfernt. Kein konstruktiver Beitrag. Danke, die Redaktion/jp
...die schon lange herbeigesehnte militärische Intervention irgendwie zu legitimieren..
Man muss schon an der Intelligenz der Menschheit zweifeln, wenn die immergleichen Szenarien doch noch von viel zu vielen geglaubt werden.
"Das Brett vor der Stirn, schafft ein zufried'nes Gehirn..."
hat seine Chemiewaffen einfach in Syrien versteckt.
Was bin ich froh, dass die jetzt endlich aufgetauscht sind.
.
Wie sagte Russlands Putin so schön über Rummsfelds und Baby-Bush's Massenvernichtungslüge im Irak:
"Wenn ich Amerika wäre, ich würde lieber welche finden".
Und demnächst werden wieder irgendwelche Pressepraktikantinnen in nachlässig angelegter syrischer Landestracht und breitem Südsaateslang von schrecklichen Greueln auf Säuglingsstationen in die Mikros und Kameras der eigens herangekarrten "embeddded journalists" hineinsalbadern ...
Der syrische Bürgerkrieg ist schlimm, wie jeder Krieg.
Seine pressetaktischen Auswirkungen allerdings desavouieren bereits jetzt alle bisherigen und zukünftigen Berichterstattungen jenseits von arabischer (= nichtwestlicher) Presse auf das Gröbste.
Als wenn die anglophone Agenturmeldungspresse aus der skandalösen Berichterstattungskatastrophe rund um den Irak einfach überhaupt nichts gelernt hätte.
Man darf davon ausgehen, dass die Obama-Admin diese auf der Hand liegenden Analogien durchaus im politischen Kalkülradar erfasst haben dürfte.
Dass Journalismus sich indes nicht gemein machen sollte mit dem worüber er berichtet:
Darüber kann kein Zweifel bestehen.
Mal sehn, welche Rolle der Qualitätsjournalismus dieses Mal einzunehmen gedenkt.
Man darf davon ausgehen, dass die Obama-Admin diese auf der Hand liegenden Analogien durchaus im politischen Kalkülradar erfasst haben dürfte.
Dass Journalismus sich indes nicht gemein machen sollte mit dem worüber er berichtet:
Darüber kann kein Zweifel bestehen.
Mal sehn, welche Rolle der Qualitätsjournalismus dieses Mal einzunehmen gedenkt.
> man kann genau so behaupten, dass russland keine atombomben
> besitzt.
oder dass Israel keine Atomwaffen besitzt.. der Vergleich hätte jetzt besser gepasst!
Die Wahl gewonnen und jetzt kümmert sich der Friedensnobelpreisträger wieder um Syrien.
Staates als moralischer Ankläger hin die als einzige Macht bisher in der Geschichte gegen ihre Gegner ABC-Waffen eingesetzt hat. Japan, Korea, Vietnam....
Zudem ist der Einsatz von Chemiewaffen in einem Bürgerkrieg taktisch wie strategisch nutzlos wenn nicht kontraproduktiv.
Das hat Saddam Hussein nicht davon abgehalten diese Waffen gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen oder gegen den Iran. Auch Spanien, Italien, die Sowjetunion, England, Frankreich und Deutschland... haben übrigens Giftgas eingesetzt.
Das hat Saddam Hussein nicht davon abgehalten diese Waffen gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen oder gegen den Iran. Auch Spanien, Italien, die Sowjetunion, England, Frankreich und Deutschland... haben übrigens Giftgas eingesetzt.
ist zwar nicht neu, aber es ist ein klarer Hinweis darauf, dass hier eine Situation dargestellt werden soll, die gewisse Schritte in den Erwartungshorizont der Nachrichtenkonsumenten rücken und dadurch die Akzeptanz gewisser Handlungen schon vor Beginn derselben erreichen soll.
Dabei sind die Worte "möglicherweise", "Hinweise" und die wiederholte Verwendung von "möglicherweise" ein grandioses Beispiel.
Denn "möglicherweise" bedeutet eine Wahrscheinlichkeit von 0-100%. Mit der ersten Verwendung sagt der Autor, dass man auf amerikanischer Seite keine klaren Hinweise hat.
Mit dem Wort "Hinweise", das wir aus dem Polizeibericht kennen, werden wieder keine Beweise geliefert, sondern die mögliche Existenz von Beweisen angedeutet.
Ganz interessant ist das wiederholte "möglicherweise" in Verbindung mit dem Verb "soll". Hier wird durch das "soll" auf eine eventuelle Quelle verwiesen, die aber "möglicherweise" sagt. Also wieder keine klaren Indizien für die Produktion hat.
Auf Deutsch gesagt: hier weiß niemand nichts, aber man sorgt schon mal für eine Bedrohung durch Neusprech.
nicht zu vergessen: Während wir nach Syrien blicken, können wir nicht sehen, was vor unserer Haustür passiert. Auch was wert.
nicht zu vergessen: Während wir nach Syrien blicken, können wir nicht sehen, was vor unserer Haustür passiert. Auch was wert.