Bürgerkrieg in SyrienRebellen kämpfen um Flughafen von Damaskus

Neuer Vorstoß in Damaskus: Die Rebellen versuchen den Flughafen der Hauptstadt zu erobern. Das syrische Militär nahm mehrere Gebiete in der Nähe unter Beschuss. von dpa und reuters

Syrische Rebellen feiern den Abschuss eines Kampfjets.

Syrische Rebellen feiern den Abschuss eines Kampfjets.  |  © Francisco/AFP/Getty Images

Syrische Rebellen und Regierungstruppen kämpfen nach Angaben von Aktivisten um den Flughafen der Hauptstadt Damaskus . Zwei Airport-Mitarbeiter seien getötet worden, als Granaten ihren Bus getroffen hätten, meldeten sowohl Oppositionelle als auch das Staatsfernsehen.

Nach Angaben syrischer Beobachter in London bombardierten Regierungstruppen mehrere Stellungen der Aufständischen am Stadtrand. Sie wollten damit die Rebellen daran hindern, den Flughafen anzugreifen. Die Aufständischen sind nach eigenen Angaben bis auf wenige Kilometer an den Flughafen herangerückt und haben dabei auch Luftabwehrwaffen der Assad-Truppen erbeutet. Sie hätten zudem mehrere Armeefahrzeuge zerstört, berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte, eine Gruppe von Exilsyrern in London, deren Angaben nicht überprüft werden können.

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Das Staatsfernsehen meldete, das Militär habe die Straße zum Flughafen sichern können. Dieser liegt knapp 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt. Das Regime hatte seine Truppen in dem Gebiet über Nacht verstärkt.

Fluglinien stellen Flugverkehr ein

Die meisten internationalen Fluglinien hatten die Flüge nach Damaskus zuvor eingestellt. Nur noch die staatliche Syria Air sei im Einsatz, hieß es. Das Büro der staatlichen syrischen Luftlinie in Beirut bestätigte, dass der Flugplan weiterhin eingehalten werde. Ein Flug aus Damaskus sei am späten Freitagabend im Libanon gelandet.

Der Geschäftsführer der syrischen Agentur für zivile Luftfahrt, Ghaidaa Abdullatif, rief nach Angaben des Staatsfernsehens alle internationalen Fluggesellschaften auf, die Flüge nach Damaskus wieder aufzunehmen, nachdem die Sicherheit auf der Straße zum Flughafen wieder hergestellt sei.

Im Osten des Landes, der weitgehend unter Kontrolle der Aufständischen steht, nahmen die Regierungstruppen nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte ein zuvor aufgegebenes Ölfeld wieder ein. Die Beobachtungsstelle berichtete zudem von 14 Rebellen, die am Samstag bei Gefechten um eine Luftwaffenbasis im Norden Syriens getötet worden seien. Auch in der nordwestlich gelegenen Metropole Aleppo sowie in der zentralen Provinz Homs dauerten die Gefechte an.

Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen. Am Donnerstag waren zudem fast überall das Internet und das Telefonnetz ausgefallen . Die Internetverbindung ist inzwischen teilweise wiederhergestellt worden. In der Hauptstadt Damaskus und in anderen Teilen des Landes funktioniert das Internet wieder. Probleme gibt es weiterhin mit den Telefonverbindungen. Mobilfunkverbindungen sind weiterhin unterbrochen, auch Anrufe ins Ausland sind nicht möglich.

Leserkommentare
    • lxththf
    • 01. Dezember 2012 16:38 Uhr

    wie man einen Artikel mit nur einer "Quelle" publik machen kann. Da wäre es vielleicht einfacher direkt auf den Blogg oder Homepage der englischen Imbissbude zu verlinken und sich den Artikel zu sparen.

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    • Furzl
    • 01. Dezember 2012 16:53 Uhr

    Scheint das unsere Qualitätsjournalisten langsam anfangen zu recherchieren, wessen Beobachtungen sie eigentlich vermelden.

    http://www.sueddeutsche.d...

  1. da sie ebenso wie die Christen in der Verfassung nicht anerkannt werden.
    http://www.fr-online.de/a...

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    wenn SIe den Artikel gewissenhaft lesen, dann erkennen Sie, dass die in Doha formierte nicht legitimierte Opposition die Kurden nicht anerkennt und massakriert. Sie erkennen, dass türkisches Militär und Geheimdienst der Türken mit den "Rebellen" teils in Syrien arbeitet...

    Lesen SIe doch einmal die neue syr. Verfassung selbst:

    http://www.al-bab.com/ara...

    Falls Sie sich daran stören, dass der Präsident ein Muslim sein soll, dann verraten Sie mir, ob z.B. in Israel - der einzigen Demokratie im nahen Osten - ein Muslim oder Budhist Staatsoberhaupt werden darf...

  2. An dieser Stelle aufgehört zu lesen
    Zitat
    "Nach Angaben syrischer Beobachter in London bombardierten Regierungstruppen mehrere Stellungen der Aufständischen am Stadtrand."
    Zitat Ende
    Wie kann ein Beobachter in London etwas "beobachtet" haben, was in Syrien stattgefunden haben soll?
    Zumal ja Telefon und Internet ausgefallen sein soll.

    Haben die Beobachter in London inzwischen schon paranormale Begabungen ?

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    • echolon
    • 01. Dezember 2012 21:31 Uhr

    Die USA haben die Rebellen mit Satellitentelefonen etc ausgestattet. Wenn also Syrien ohne Internet ist, so sind es nicht die friedliebenden Rebellen und ihre Unterstuetzer au
    aus S.Arabien. Alles Gute und Glueck den gutmeinenden und besonnen Syrern!

  3. 4. [...]

    Entfernt. Kein sachlicher Beitrag. Danke, die Redaktion/jp

    • Furzl
    • 01. Dezember 2012 16:53 Uhr

    Scheint das unsere Qualitätsjournalisten langsam anfangen zu recherchieren, wessen Beobachtungen sie eigentlich vermelden.

    http://www.sueddeutsche.d...

    Antwort auf "Faszinierend,"
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    Assads Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ach ja die zählt ja nur die Opfer der Armeeangehörigen und liegt deshalb richtig.
    Gibt es überhaupt Menschenrechtsverletzungen der Syrischen Armee welche ja für viele heilig ist und nur Terroristen abschlachtet was ja kein Verbrechen darstellt die Zivilopfer werden gar vergessen da es diese auf dem Papier nicht gibt.
    Es wäre mal an der Zeit das das Sektierische System eine gegenorganisation aufbeut welche unsere Medien auch als Glaubwürdig einstufen können, aber anscheinend kann man nur Menschen umbringen und ist nicht bereit diese zu Zählen.

    • lxththf
    • 01. Dezember 2012 17:15 Uhr

    der Opposition im Großen ist. Misstrauen, unterschiedliche Ziele, Opportunismus, persönliche Geltungssucht etc. Einer der wichtigsten Gründe, warum es in all den Monaten nicht möglich war
    1. ein diplomatische Lösung zu finden
    2. ein gemeinsames koordiniertes Vorgehen zu schaffen
    3. es nicht gelingt, viele Syrer von der eigenen Sache zu überzeugen

  4. Endlich haben sie sich zu der Formulierung durchgerungen:
    "..., berichtete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte, eine Gruppe von Exilsyrern in London, deren Angaben nicht überprüft werden können."

    Zuvor hatte man immer den Eindruck, dass die ZEIT die Infos dieser Beobachrungsstelle für "wahr" einschätzt und auch so als "wahr" weitervermittelt.

  5. Assads Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ach ja die zählt ja nur die Opfer der Armeeangehörigen und liegt deshalb richtig.
    Gibt es überhaupt Menschenrechtsverletzungen der Syrischen Armee welche ja für viele heilig ist und nur Terroristen abschlachtet was ja kein Verbrechen darstellt die Zivilopfer werden gar vergessen da es diese auf dem Papier nicht gibt.
    Es wäre mal an der Zeit das das Sektierische System eine gegenorganisation aufbeut welche unsere Medien auch als Glaubwürdig einstufen können, aber anscheinend kann man nur Menschen umbringen und ist nicht bereit diese zu Zählen.

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    • lxththf
    • 01. Dezember 2012 17:18 Uhr

    zitieren Sie einen Beitrag der bestreitet, dass die Armee Verbrechen begeht, sich auch an der Zivilbevölkerung vergeht und gewaltsam vorgeht? Ein zitierter Beitrag reicht mir!

    • Furzl
    • 01. Dezember 2012 17:28 Uhr

    Sie scheinen, wie vielen andere hier auch, die Konfliktparteien nur zwischen gut und böse einteilen zu können.
    In diesem Spiel der Mächte haben aber leider ausnahmslos ALLE Beteiligten Blut an den Händen.
    Assad ist ein Diktator und gehört weg aber dies mit Gewalt versuchen zu wollen ist einfach der falsche Weg. Bisher hat der Konflikt geschätzte 40.000 Tote gefordert und es hat sich am Status Quo so gut wie nichts geändert, ausser dass das Land immer mehr im Chaos versinkt und die Leidtragenden sind wieder mal fast nur die Zivilisten. War es das Wert?
    Wieviele Jahre muss ein Assad regieren um auf so eine hohe Opferrate zu kommen?

  6. "Haben die Beobachter in London inzwischen schon paranormale Begabungen ?"

    Daran ist doch nur "die Medienblockade des Regimes*" schuld, dass sich diese Beobachter in Hellseherei üben müssen. Die "Logik": Die Regierung Assad trägt die Verantwortung dafür, dass fragwürdige Darstellungen aus undurchsichtigen Quellen wie Tatsachenberichte veröffentlicht werden müssen.

    Der Disclaimer "nicht überprüfbar" soll es dabei rausreißen, und den journalistischen Ethos retten. Ich würde mir im Übrigen wünschen, dass jemand mit seinem Namen für diesen Artikel zeichnet.

    *Meines Wissens gibt es jedoch westliche Journalisten, die aus Syrien berichten, anscheinend gilt die angeführte Blockade nicht für jeden.

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