SyrienRebellen berichten von Massenhinrichtung in Homs

Die syrische Armee hat einen Stadtteil von Homs zurückerobert. Rebellen berichten von einer Massenerschießung und einer humanitären Krise. von afp und dpa

Zerstörte Häuser in der syrischen Stadt Homs (Archivbild vom 22. Dezember)

Zerstörte Häuser in der syrischen Stadt Homs (Archivbild vom 22. Dezember)  |  ©REUTERS/Handout

Die syrische Armee hat offenbar ein umkämpftes Viertel in der Stadt Homs eingenommen. Der Stadtteil Deir Baalbeh wurde zuvor tagelang von Regierungssoldaten belagert, berichtet die BBC unter Berufung auf eine lokale Rebellengruppe.

Die regimetreuen Truppen hätten nach der Übernahme des Viertels mehrere Bewohner auf ein Fabrikgelände getrieben und erschossen. Auch Frauen und Kinder seien unter den Opfern. Insgesamt seien 200 Zivilisten bei der Einnahme des Stadtviertels getötet worden, berichtet die BBC .

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Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht hingegen lediglich von Dutzenden Toten bei der Einnahme von Deir Baalbeh. Beide Informationen konnten wie die meisten Meldungen aus dem syrischen Bürgerkrieg nicht unabhängig geprüft werden.

Mitglieder des syrischen Revolutionsausschusses haben derweil ein Video im Netz veröffentlicht, in dem die verstümmelten Leichen von neun Männern zu sehen sind. Die Belagerung der Stadtviertel in Homs hat nach Angaben der Opposition zu einer humanitären Krise in der Stadt geführt.

Kämpfe auch in anderen Landesteilen

Auch im Rest des Landes gab es am Sonntag schwere Kämpfe. Westlich von Homs beschoss die Armee offenbar die zum Unesco-Welterbe gehörende Festung Krak des Chevaliers. Das berichtet zumindest die Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Im Nordwesten des Landes näherten sich die Aufständischen, darunter mehrheitlich Dschihadisten, der wichtigen Militärbasis Hamidijeh, die zu einem der letzten noch in der Hand der Armee befindlichen Posten im Nordwesten des Landes zählt. Weitere Kämpfe gab es demnach bei Damaskus sowie in den Provinzen Daraa und Hama.

Brahimi hat Friedensplan für Syrien

Der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi hatte zuletzt eine neue Initiative zur Lösung des Konflikts gestartet. Nun kündigte er einen Friedensplan an. "Ich habe mit Russland und Syrien über diesen Plan gesprochen und denke, dass dieser Vorschlag von der internationalen Gemeinschaft angenommen werden kann."

Zuvor hatte er den Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, in Kairo getroffen. Die Lage in Syrien bezeichnete Brahimi als "sehr schlecht". Die Situation verschlimmere sich jeden Tag. Wenn es keine Lösung gebe, werde es 2013 weitere 50.000 Tote geben.

Brahimi tritt für eine Übergangsregierung in Syrien ein, die auch Vertreter des Regimes von Baschar al-Assad einbezieht. Ein Großteil der Opposition lehnt das ab. In dem Konflikt sind laut Aktivisten inzwischen mehr als 45.000 Menschen gestorben.

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Leserkommentare
  1. Wenn die eine Bürgerkriegspartei über die Greueltaten der anderen Partei berichtet, ist die Glaubwürdigkeit gleich Null.

    Zumindest sollte man die Meldungen der Regierung daneben stellen, damit man einen Vergleichswert hat.

    Propaganda zu publizieren und darauf hinzuweisen, dass das nicht unabhängig geprüft werden kann, bringt doch keinen weiter.

    38 Leserempfehlungen
  2. irgendwo eine Quelle auf Deutsch wo man halbwegs so etwas wie einen Frontverlauf erkennen kann? Oder über die Fortdauer der Kämpfe unterrichtet wird? Irgendiwe lese ich die Nachrichten seit dem aufflammen der Kämpfe, aber ausser das die Medienpräsenz extrem zurückgegangen ist bleiben die Nachrichten fast immer gleich.
    Man könnte durch tauschen einzelner Wörter genausogut Nachrichten von vor Monaten verwenden.
    Also so unübersichtlich kann die Lage doch nun nicht sein das man ausschließlich auf Angaben von Rebellen oder dubioser Menschenrechtsvereine angewiesen ist??
    Jedenfalls gibt es seit Ewigkeiten keine Nachrichten mehr die echte Neuigkeiten bieten. Man könnte genausogut nen kleines Feld auf der Startseite einbauen. Krieg in Syrien läüft noch? ja/nein die richtige Antwort leuchtet grün....

    14 Leserempfehlungen
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    Warum man immer die Räuberpistolen der "sog. Beobachtungsstelle" bringt, müsste man mir mal erklären. Es gibt aus Syrien auch eine Quellen, die täglich eine Opferliste bringt und eine Übersicht über die Kämpfe:
    http://syriahr.com/en/ ferner auch eine Landkarte von Wikipedia, mit Frontverlauf: http://en.wikipedia.org/w... und Fernsehberichte aus Syrien hier: http://www.syriaonline.sy/ Man muss nicht allein auf die Ammenmärchen aus London zurückgreifen. Die Qualität ist nicht unbedingt schlechter.

  3. Den Nachrichten der sogenannten "Rebellen" (Altsprech: Terroristen/Islamisten) sollte man mit Vorsicht begegnen. Das tut ZO auch nahezu vorbildlich, während viele andere Medien blind allem Nachdruck verleihen, was von den "Rebellen" stammt.

    13 Leserempfehlungen
    • Rend
    • 30. Dezember 2012 15:44 Uhr

    ... so wie die der Rebellen an Assads Soldaten Anfang November? Einfach nur noch traurig was da läuft.

    12 Leserempfehlungen
  4. Permanent wird Gräuelpropaganda aus nicht bestätigten Quellen verbreitet.
    Macht Qualitätsjournalismus keinen Spaß, oder ist er hier nicht erwünscht?
    Und wie immer ist die in Großbritannien ansässige (1 Mann!) Beobachtungsstelle für Menschenrechte dabei.
    Wer wissen will, wer das ist, hier eine seriöse Beschreibung:

    http://www.sueddeutsche.d...

    11 Leserempfehlungen
  5. Herrn Assad jr. sein, den weder Sie noch ich beurteilen können, um die Berichterstattung über den Syrien-Konflikt unausgewogen zu finden. Die dubiose "Beobachtungsstelle" in London ist nachweislich keine seriöse Quelle und wenn man schon auf deren Verlautbarungen zurückgreift, dann sollte man seriöserweise auch die Darstellung der Gegenseite publizieren.

    Das geschieht jedoch so gut wie nie; es werden sogar die offiziellen syrischen Internetseiten teilweise blockiert, um diese Informationen vom westlichen Leser fernzuhalten. Das kann man natürlich nicht den Journalisten anlasten, wohl aber, daß sie fragwürdige Agenturmeldungen ungeprüft weiterverbreiten. Dagegen werden Webseiten, die die NATO-Position kritisch kommentieren, auch hier als unerwünscht erklärt und die entsprechenden Links gelöscht.

    Das kommt mir, der ich in einer Diktatur aufgewachsen bin, schon irgendwie bekannt vor (auch wenn es damals noch kein Internet gab, sondern nur verbotenes Schrifttum).

    7 Leserempfehlungen
    • Mika B
    • 30. Dezember 2012 16:14 Uhr

    Ist das nicht eigentlich schon längst ein (Nato, CIA) bzw Türkischer Söldner Krieg?
    Da werden radikale Kräfte Aufgerüstet und auf die "Bevölkung" losgelassen um dann selbst unter den Humanitären Deckmantel Intervenieren zu können ja vermutlich sogar müssen, denn einen Frieden unter diesen Waffen und Freischärlern wird es dort auch nach Assad kaum mehr geben.
    Es werden eigentlich ohne Not neue "Afganistan" Regionen erzeugt, weil man eigentlich auf Nato seite keine UN Lösung möchte und schon gar nicht mit russ Beteiligung.
    Nur ein "Dummer" bemerkt nicht das hier wieder neue Strategie und neue Planspiele Angewannt werden, nach den Farbrevolutionen in Osteuropa ect wird sogar vor finanzierten Bürgerkriegen nicht mehr zurückzuschreckt, wie früher in Südamerika.
    Diese Strategie ist sehr Gefährlich und soll sicher einmal als Vorbild für Seperatistische Regionen oder Oppositionelle in Russland oder China sein, nur was passiert wenn diese Länder mit gleichen Mitteln zurückschlagen und eines Tages die seperatistische Freischärler in Irlad , Schottland , Katalonien oder gar in den USA unterstützen.
    Mit dieser Politik wächst zunehmen die Gefahr eines Weltkrieges.

    6 Leserempfehlungen
  6. Wenn man die Berichte der Rebellen und dieser komischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in England eh nicht prüfen kann, warum berichtet man dann darüber?

    Rebellen oder Terroristen, immer eine Frage des Standpunktes.

    Muss immer an Rambo 3 denken.
    Da heißt es am Ende ja auch: "dieser Film ist dem tapferen afghanischen Volk gewidmet".
    Heute nennt man sie Taliban und Terroristen.

    5 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte BBC | Bürgerkrieg | Konflikt | Opposition | Provinz | Syrien
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