Bei einem Angriff auf ein von Alawiten bewohntes Dorf in der syrischen Provinz Hama soll es zahlreiche Opfer gegeben haben. Eine Reihe von Explosionen habe am Dienstag mehrere Häuser in Akrab zerstört und 125 Menschen verletzt oder getötet, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die genaue Zahl der Opfer blieb unklar. Mehrere Aktivisten sprachen aber übereinstimmend von zehn Toten.

Über die Hintergründe gibt es unterschiedliche Angaben. Laut dem Leiter der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, seien die Anschläge womöglich den Rebellen zuzuordnen. "Wenn dies der Fall ist, ist es die größte Racheaktion der Rebellen gegen alawitische Zivilisten", sagte er. Oppositionelle Aktivisten hingegen machten die Armee von Präsident Baschar al-Assad für die Angriffe verantwortlich. Seine Militärkräfte sollen Dorfbewohner als menschliche Schutzschilde missbraucht haben, so der Vorwurf der Rebellen.

In den staatlichen Medien gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall in Akrab. Unabhängige Recherchen sind schwierig, die syrische Regierung schränkt die Arbeit von Journalisten stark ein. Ein Aufständischer berichtete der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview, in dem Dorf werde schon seit vier Tagen gekämpft.

Die Ungewissheit über den Angriff droht den Konflikt zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen Syriens weiter zu verschärfen. Es wäre der erste gezielte Angriff auf Alawiten dieser Größenordnung während des Syrien-Konflikts. Der seit 20 Monaten andauernde Aufstand gegen Assad wird vor allem von Sunniten getragen, die in Syrien in der Mehrheit sind. Assad selbst und ein Großteil der Regierung gehören den Alawiten an.