UN-Bericht Syrien"Alle Seiten werden zunehmend rücksichtsloser"
Seite 2/2:

Kriegsverbrechen begehen beide Seiten

Der Bericht zeigt auch, dass die verschiedenen aufständischen Gruppierungen immer stärker werden . In strategisch wichtigen Gebieten machten sie den Regierungstruppen die Kontrolle über Straßenverbindungen, Flughäfen und Ölfördergebiete streitig.

Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assads konzentrierten sich den Angaben zufolge inzwischen auf die Kontrolle der Großstädte wie Damaskus und Aleppo . In vielen anderen Gebieten gingen sie verstärkt mit Bombenangriffen aus der Luft vor – zielgerichtet gegen die Zivilbevölkerung.

Kriegsverbrechen werden dem Bericht zufolge weiter von beiden Seiten begangen. So würden Aufständische willkürlich gefangene Soldaten exekutieren.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Obscuro
    • 20. Dezember 2012 20:15 Uhr
    1. KRIEG

    Bürgerkriege Zeichnen sich nun einmal dadurch aus das Bürger gegen einander Kämpfen. Alle seiten sind MÖRDER.
    Ist nun mal so.
    Schon bald wird es nur noch die großen Religionen und Gemeinschaften geben.

    Nur weil die Medien die Massaker der "Freiheitskämpfer" zb in Libyen unterschlagen wurden heißt das nicht das der Bürgerkrieg dort Sauberer war.

    Krieg ist immer Schmutzig. Genauso wie jeder Amoklauf. Es gibt kein gut oder Böse. Nur Überlebende.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Eine Gruppe wollte vielleicht nur foltern und der Fünfte, der versucht, den Keller dicht zumachen und über die Leichen der vier Vorherigen hinweg (die waren 'Notwehr'!) zur Waffe greift und trifft; das ist dann der Sündenfall eines ersten Mörders ?

    Ist das Pazifismus - richtig verstanden ?

    Da fragen wir uns hier:
    Wer sind die Bösen?
    Wer sind die Guten?

    Weil wir uns nicht vorstellen können,
    dass auch im Nahen Osten
    Arschlöcher auf Arschlöcher schießen!

    (Dieter Nuhr, 20.12.2012 ARD)

    Das ist mir zu einfach !

    Die Krux gerade bei Bürgerkriegen/Revolutionen ist ja dass die Beteiligten auf allen Seiten oft Überzeugungstäter sind.
    Auch dann wenn bei der Mehrheit letztendlich wirtschaftliche Not der finale Auslöser war.

    Die anderen, bisher Dominierenden, sehen auf einmal ihre Existenz bedroht und wähnen sich auch im Recht.

    Aber es ist keine Frage, die Opposition in Syrien hat sich radikalisiert, auch durch Kämpfer aus dem Ausland.
    Dementsprechend radikalisiert sich auch der Widerstand der Anhänger des alten Regimes.
    Und auch die, die sich bisher neutral verhielten sind dann gezwungen sich für eine Seite zu entscheiden oder das Land zu verlassen.
    Wenn so jemand dann einen gegnerischen Kämpfer tötet,
    ist er dann ein Mörder ???

    • Uerige
    • 20. Dezember 2012 20:21 Uhr

    Wie hat Peter Scholl Latour es so schön erklärt, der komplette nahe und mittlere Osten versteht den "Westen" nicht mehr! Wir kümmern uns um Gott und die Welt in diesem Konflikt aber nicht um die Christen.

    Sunniten, Shiiten Salafisten, Al-Quida werden schon vom Iran, Saudi Arabien und der Türkei umsorgt.

    Drusen und Alawiten fürchten um Kopf und Kragen und hoffen noch um Hilfe aus den Libanon.

    Die Kurden haben mit dem Nord-Irak eine Lobby.

    Haben wir uns für Öl schon so an die Wahhabiten aus Saudi Arabien verkauft??

  1. Werden Religionen in den Konflikt hineingezogen oder können sie nur nicht mehr unerkannt agieren?
    Denn ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt uns, daß in den größten militärischen Konflikten immer Religionen beteiligt oder betroffen waren.
    Offensichtlich müssen wir zweitausendundzwölf Jahre nach dem angenommenen Ursprung vieler religionen unsere Einstellung dazu kritisch prüfen. Den Religionen werden eine zu große Rolle in der Politik beigemessen und zu wenig Grenzen aufgezeigt. Das sollte auf ein angemessenes Maß geschrumpft werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Genauso können Sie sagen, dass "ein Blick in die Geschichtsbücher uns zeigt, daß in den größten militärischen Konflikten immer Weltanschauungen beteiligt oder betroffen waren."
    Wobei "beteiligt" und "betroffen" weit weg von "Auslöser" sein kann.
    Ihr Fazit sollte "in die Schranken weisen" sollte sich lieber auf die Auslöser und nicht auf Opfer richten.
    Selbstverständlich waren Religionen nicht immer opfer aber eben auch nicht immer Täter.

    • tchonk
    • 20. Dezember 2012 20:29 Uhr

    ... an alle Zivilisten dort. Und vor allem an die Frauen. Ich hoffe man lässt sie in Ruhe.

  2. "In vielen anderen Gebieten gingen sie verstärkt mit Bombenangriffen aus der Luft vor – zielgerichtet gegen die Zivilbevölkerung."

    Eine Armee, die nicht genug Power hat um die Rebellen zu schlagen, hat noch genug Ressourcen um teure Luftangriffe auf ziviele Ziele zu unternehmen. Alles klar. An allen Ecken und Enden brennt der Baum, aber der böse Assad schlachtet lieber Zivilisten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gariban
    • 20. Dezember 2012 20:53 Uhr

    da das Regime die Bodenkontrolle über ein Gebiet verliert, sieht es sich notgedrungen, über ihre Luftwaffe weiterhin Präsens zu demonstrieren. Desweiteren führen ihre Angriffe zur Demoralisierung sowohl der bewaffneten als auch der unbewaffneten Bevölkerung, letzterer steht bei den Alawiten in Verdacht, dem Aufstand mitgetragen zu haben. Man nennt dieses Verhalten auch "Kollektivbestrafung".

  3. mehr auf ein liebes und teures Bild von Geschichte und Gegenwart, wonach es als kaum denkbar galt, dass ganze ethnische Gruppen überhaupt aufeinander losgehen können, sodass ganze Religionsgemeinschaften Gefahr laufen, aus einem Land gedrängt oder innerhalb des Landes getötet werden.

    Kaum denkbar, bzw. nur zum Preise einer sog. Phobie denkbar, dem ultimativen Konversationskiller - nicht nur bei der Weihnachtsfeier.

    Für das teure Geschichtsbild zahlen allerdings die Syrer den Preis.

    Kämpfe würden immer gefährlicher. Gefährlicher eben in der Hinsicht, dass in ihnen auf einmal etwas aufeinander losgeht, was hierzu jedoch nicht definiert ist. Daher der Komparativ; an sich sind Kämpfe nämlich auch schon so gefährlich.

    Ethnische Gruppen und ganze Religionsgemeinschaften haben die Eigenschaft - das wissen wir aus der Kolonialismuskritik - sich über nationale Grenzen hinweg zu erstrecken; manchmal haben sie sogar externe Zentren von Gewicht, Inspiration und Führung - im Nahen Osten auch sogar noch von märchenhaftem Reichtum.

    Etwas Rätselhaft wirkt das Dictum: "Wir denken, dass in diesem Krieg ein militärischer Sieg unmöglich ist." Wenn nicht in diesem, dann aber vielleicht in einem größeren, regionalen Krieg, der die Ethnische Gruppen und Religionsgemeinschaften auch über ihre engen Kolonialgrenzen hinweg in Anspruch nimmt. "Unmöglich" ist in diesem Krieg, dass alle plötzlich mal Fünfe gerade sein lassen, aufeinander zugehen; warum ? Weil er immer rücksichtsloser wird.

  4. Eine Gruppe wollte vielleicht nur foltern und der Fünfte, der versucht, den Keller dicht zumachen und über die Leichen der vier Vorherigen hinweg (die waren 'Notwehr'!) zur Waffe greift und trifft; das ist dann der Sündenfall eines ersten Mörders ?

    Ist das Pazifismus - richtig verstanden ?

    Antwort auf "KRIEG"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Obscuro
    • 20. Dezember 2012 21:22 Uhr

    Ich bin kein Pazifist.
    Eher ein Realist.

    Menschenleben Zählen nur für die Wohlstandsgesellschaft, für alle anderen sind es nur Zahlen.

    Ich akzeptiere das. Bin nicht so der Verdrängungs Typ. Aus Persönlichen Erfahrungen weis ich das es noch eine andere Welt gibt.
    Fern von Tv und Internet.

  5. 8. [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mo.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ..und dabei den Überblick verlieren.
    Wenn Sie keinen Einblick in das Land Ihrer "Vollgasbeurteilung" haben, dann sollten Sie sich zurückhalten.
    Ich habe Verwandte in Syrien und das sind keine hörigen Diktaturanhänger Assads und ihre einhellige Meinung ist, dass von außen unterstützt und gesteuert ein erträgliches Regime gestürzt werden soll. Es war nicht alles rosig und gut, aber was nun kommen wird wird grausig.

    Diese friedlichen Vorzeigedemkraten hat es - im übrigen wie in Libyen - nie gegeben. Bereits bei den ersten angeblich friedlichen Demonstrationen wurden Polizisten getötet wie dieser israelische Zeitungsbeitrag dokumentiert:

    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/143026#.UCqPfo7E6MP

    Und wenn jetzt in einem Land, das als Wiege der religiösen Toleranz gilt, die verschiedenen religiösen Gruppen aufeinander losgehen, ist das eindeutig auch das "Verdienst" ausländischer Kämpfer bzw. Terroristen, die von den Golf-Monarchien und dem NATO-Partner Türkei eingeschleust werden und tätiger Mithilfe des demokratischen Westens. Daß Christen in Syrien heute um ihr Leben fürchten müssen, ist auch der Politik angeblich christlicher Staaten des Westens zu verdanken, die m. E. alles andere als christlich hanlden.

    Zitat: "Wird die ZEIT jetzt zum Assad-Propagandablättchen?"

    Zeit-Online war mit einem Beitrag von M. Gehlen gerade dabei, zum Anti-Assad-Propagandablättchen zu werden. Irgendein plietscher Redakteur hat gerade noch die Notbremse gezogen und ihn gelöscht (was auch notwendig war). Denn er ging ungefähr so:

    Der neunjährige Ali weint.
    Warum weint Ali?
    Weil er mit Familie vor den unerträglichen syrischen Zuständen nach Ägypten fliehen musste.
    Und warum sind die Zustände in Syrien unerträglich?

    Auch das verrät uns dieser famose Beitrag - wenn auch eher unfreiwillig:

    Sie sind unter anderem deswegen so schrecklich, weil drei von Alis Onkeln (die Brüder der Mutter) bei der FSA aktiv sind und Syrien in ein Kriegsgebiet verwandeln. Aha. Sehr informativ. Wenn wie gesagt auch gegen die Intention des Autors, der erkennbar einen manipulativen Artikel abliefern wollte.

    Dagegen nimmt sich das vorliegende Presseerzeugnis, das Sie, lieber v.Vollgas, kritisieren, ja richtiggehend positiv aus.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Syrien | Ausländer | Charakter | Diplomat | Flughafen | Konflikt
Service