Bürgerkrieg SyrienOberster britischer General arbeitet an Interventionsplänen

Der britische Premier Cameron forciert die Pläne für eine Intervention in Syrien. Er soll seinen obersten General angewiesen haben, eine Allianz dafür zu schmieden. von 

Syrische Rebellen in Maret Al-Numan, im Süden des Landes

Syrische Rebellen in Maret Al-Numan, im Süden des Landes  |  © John Cantlie/AFP/Getty Images

Der Westen und seine Verbündeten planen Medienberichten zufolge eine weitreichende Unterstützung der syrischen Rebellen im Kampf gegen Baschar al-Assad . Die syrische Opposition soll Hilfe bei der Ausbildung der Truppen und möglicherweise auch Unterstützung durch Luftwaffe und Marine erhalten, berichten der britische Independent und der Guardian unter Berufung auf eine anonyme Quelle aus Militärkreisen.

Der britische Premierminister David Cameron soll den Vorsitzenden des Generalstabs der Streitkräfte, Sir David Richard, zu einem Treffen mit führenden Militärs aus Frankreich , den USA , der Türkei , Jordanien , Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten gedrängt haben. Dabei sollten die Möglichkeiten einer Intervention in Syrien besprochen werden.

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Aus Militärkreisen heißt es aber auch, dass die Umsetzung einer solchen Unterstützung noch in weiter Ferne liege. Die USA müssten den ersten Schritt machen, sind dazu aber noch nicht bereit.

Opposition erwartet baldigen Sturz Assads

Die Kämpfe und Anschläge in Syrien gehen unterdessen weiter. In Aleppo sind elf Menschen getötet worden, als Mörsergranaten ein von Kurden bewohntes Viertel trafen. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter sind unter den Todesopfern drei Kinder. Wer hinter dem Angriff steckt, blieb unklar.

In der Hauptstadt Damaskus detonierte eine Autobombe. Mehrere Menschen sollen bei dem Anschlag in dem Viertel Rukn ad-Din verletzt worden sein. Revolutionsaktivisten sprachen auch von Razzien der Regierungstruppen im Al-Midan-Viertel.

Oppositionelle berichteten unterdessen, angesichts des erwarteten Sturzes des Regimes von Präsident Assad habe sich die US-Regierung jetzt mit Russland auf einen Plan für die Übergangszeit verständigt . Dieser sieht angeblich die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit vor. Ein Präsident und ein neues Parlament sollten 2014 gewählt werden.

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Leserkommentare
    • Ron777
    • 11. Dezember 2012 12:40 Uhr
    8. Oh, je

    90 Prozent aller kämpfenden Rebellen in Syrien sollen Nichtsyrier sein! Die Grenzscharmützel gegen die Türkei dürften ebenfalls wohl eher das Werk dieser sogenannten Befreiungskrieger sein, die den Konflikt mit aller Gewalt internationalisieren wollen. Und der Westen fällt wieder darauf herein und hilft dabei, noch einen Gottesstaat zu erschaffen, denn genau das passiert am Ende mit Syrien. Über die angeblichen Chemiewaffen bracuht man wohl nach den Erfahrungen aus dem Irakkrieg gar nichts mehr zu sagen - die CIA lässt grüßen.

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    Wieso "fällt darauf herein"? Der "Westen" ist die Ursache des Problems.

  1. Marschieren die Willigen wieder?

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    • _leon_
    • 11. Dezember 2012 12:43 Uhr

    Entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir nicht auf Videos mit gewalttätigen Inhalten verlinken. Danke. Die Redaktion/kvk

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  2. 3. Falsch

    "Ein Präsident und ein neues Parlament sollten 2014 gewählt werden"

    Das sieht die von Dr. Assad selbst in diesem Jahr eingesetzte Reform vor. Assad selbst kann dann nicht wiederwählen lassen.

    Wenn ein selbstherrlicher BND-Chef gestern von sich gibt, dass Assad sich nicht mehr lange halten kann, dann heißt, dass er hat die neue syrische Vefassung gelesen.

    Eine NATO-Intervention, nach diesem vom Westen inzenierten Vorspiel wird Russland nicht zulassen.

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    Und was kann Russland dagegen unternehmen? Die USA geben jährlich dreimal so viel für Rüstung aus, als China und Russland zusammen! Problematisch wirds in ein paar Jahren im Iran.

    Wenn Assad ehh 2014 gehen muss und nicht mehr Präsident werden kann braucht es ja keine Intervention und das Problem löst sich vermutlich von selbst.

    Was nützt daher eine Intervenition Waffenlieferungen und der bewaffnete Wiederstand der Opposition wenn bis dahin das Grundlegende Problem der Opposition gelöst ist, kann mir das jemand sagen? Vielleicht sollte man bis 2014 mit einer Intervention warten und sehen ob sich nicht das Problem bis dahin friedlich lösen lässt. Wenn es dann aber immer nocht Kracht dann mit UN Mandat mit Russland und Chinas segen einmarschieren.

    Ich fühle micht zum Syrienkonflikt gerade was die friedlichen Bemühungen anbelangt nicht wirklich informiert. Was die Friedenstruppen die Russland entsenden will angeht bekommt man in der Presse hier gar nichts mit.

    • Legatus
    • 11. Dezember 2012 12:31 Uhr

    Oder nicht eher Invasion?
    Ich frage mich wirklich, was der Westen davon hat, diese Extremisten in Syrien zu unterstützen, die dann danach wieder im Zaum gehalten werden müssen, gerade im Bezug auf Israel.
    Mal davon abgesehen, dass nicht wenige dieser "Rebellen" schon in Libyen etc. dabei waren.
    Soviel übrigens zum Thema Friedensnobelpreis: Die Generalität eines EU-Staates arbeitet Pläne zum unberechtigten Angriff auf einen souveränen Staat aus.
    Sehr interessant.

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  3. dass ich den Kriegsdienst verweigert habe.

    Ich hätte keine Lust für einen Westerwelle und sein Seilschaften Seite ans Seite mit Al-Kaida und Al-Nursa ein friedliches Land in Schutt und Asche zu legen .

    Hoffentlich weiß sich das syrische Militär zu helfen.
    Syrien scheint mir Chinas Vietnamkrieg zu sein, bloß, dass sich die Chinesen smarter anstellen.

    Ich sehe bisher keinerlei positive Aspekt deutscher Einmischung in diesen Konflikt, der einen erweiterten Nahostkonflikt darstellt.

    Negative allerdings so einige: Sie Wirtschaft, siehe Finanzkriese, siehe Arbeitslosenzahlen, sie Afghanistan, siehe Irak.

    Die westliche Ideologie ist in sich zusammengekracht.

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  4. Erinnert mich an die USA in den 1980'er Jahren, welche die Taliban in Afghanistan ausgebildet und unterstützt haben. Das Resultat hat man ja in den letzten Jahrzehnt gut verfolgen können.
    Warum muss der "Westen" dort überhaupt helfen? Gibt es nicht genug arabische Staaten mit Geld und Waffen um diese "Freiheitskämpfer" zu unterstützen?

    Wir sollten Flüchtlinge aufnehmen und sie schützen! Oder wenn es wirklich Beweise für gravierende Verbrechen an der eigenen Bevölkerung gibt, eine UN Resolution zur Intervention beschließen.

    Ach das geht ja auch wieder alles nicht, weil dann ja wieder die Führende Politkerklasse in China und Russland zeigen muss, das sie ja einen genau so großen "Penis" haben wie die westlichen Regierungschefs! Was die Bevölkerung der einzelnen Länder für richtig hält interessiert doch wirklich keine Sau!

    9 Leserempfehlungen
  5. Gestern wurde der Friedensnobelpreis an die EU vergeben, war der Kommission klar, dass dazu auch England gehört... Wohl ein Missverständnis.

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    sind da anscheinend weniger Europäer ,dafür mehr -Amerikaner-,dessen Pudel sie ja nicht zum ersten Male sind.

  6. Im Februar soll der "Genfer Friedensplan" im UN-Sicherheitsrat verhandelt werden, auf den sich die USA und Russland geeinigt haben. Der Plan passt einigen westlichen Regierungen aber nicht.

    Auf der NATO-gesponsorten Konferenz der Rebellen-Oposition hat man andere Pläne für Syrien mit der zukünftigen Wunsch-Regierung vereinbart mit folgenden Eckpunkten:

    - Alle Waffen- und Rohstoffverträge mit russischen und chinesischen
    Unternehmen werden annulliert.

    - Die Armee der Syrischen Arabischen Republik wird auf 50.000 Mann
    beschränkt und in eine Verteidigungsarmee umgewandelt.

    - Alle PKK-Mitglieder in Syrien sollen marginalisiert werden.
    Auslieferungsgesuchen für einzelne PKK-Mitglieder wird nachgekommen.
    Die PKK wird auf die Terrorliste des Landes gesetzt.

    - Syrien wird seine Ansprüche in der türkischen Provinz Iskenderun
    endgültig aufgeben. Zudem werden einige türkische Dörfer in der
    Region um Aleppo und Idlib türkischer Kontrolle überlassen.

    - Es wird akzeptiert, dass Erdgas durch Pipelines von Qatar aus über
    Syrien und die Türkei in die Länder der EU transportiert wird.

    - Alle im Krieg zerstörten Häuser und Wohnungen in Syrien werden
    durch Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate wieder aufgebaut.
    Die USA, Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate erhalten in
    Syrien jegliche Erkundungs- und Bausonderrechte.

    - Das neue Regime in Syrien wird sich nach den Prinzipien eines
    liberalen Islams ausrichten.

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    Nun muss es nur noch wahr werden.Im Grunde eine wirklich gute Road Map. für die Zukunft von Syrien,zumindestens für einen grossen Teil von Intressenten.Ob das die -Verlierer- am Ende auch so sehen darf beweifelt werden,denn die vertreten bestimmt andere Intressen,die nicht unbedingt mit denen der -Freunde Syriens-konform sind.So werden wir vorerst mal noch viel Leid und Chaos auf syrischen Boden erleben,bevor dann vielleicht evt.eines Tages mal das oben beschriebene Märchen wahr werden könnte.Ein Blick in die sogenannten befreiten Länder ,Tunesien ,Libyen und Ägypten lässt erkennen,daß es ein schwieriger Weg wird.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte David Cameron | Militär | Allianz | Anschlag | Ausbildung | Bildung
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