Syriens Präsident Baschar al-Assad setzt im Kampf gegen die Aufständischen nach Angaben der USA nun auch Kurzstreckenraketen ein. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte entsprechende US-Medienberichte. Die  New York Times hatte unter Berufung auf US-Regierungskreise berichtet, dass in den vergangenen Tagen mehrere Scud-Kurzstreckenraketen von Damaskus auf Ziele in Nordsyrien abgefeuert worden seien. Das sei eine "erheblichen Eskalation" im syrischen Bürgerkrieg.

Dem Sprecher zufolge verwendet die Regierung zudem eine weitere "ungeheuerliche Waffe". Es sei eine Art Rohrbombe, die brennbares Material enthalte.

Die syrische Opposition ist durch weitere internationale Anerkennung gestärkt: Am Mittwoch legitimierte die sogenannte Gruppe der Freunde des syrischen Volkes das neue Oppositionsbündnis Nationale Koalition als rechtmäßige Vertretung Syriens . Zu der Freundesgruppe gehören Deutschland, die EU, die USA und viele arabische Staaten. Die Gruppe sprach Präsident Baschar al-Assad zudem "jede Legitimität" ab und forderte ihn zum Rücktritt auf.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius rief alle Staaten auf, auch einzeln die Opposition anzuerkennen. "Wir tun das global, aber jeder von uns sollte das auch in seinem Land tun, sofern es noch nicht geschehen ist." Am Dienstag hatten die USA das Oppositionsbündnis anerkannt , sie luden zudem die Spitze der Nationalen Koalition zur "nächstmöglichen Möglichkeit" nach Washington ein. Eine entsprechende Einladung sei an die Führung der Oppositionskoalition gegangen, sagte der Staatssekretär im US-Außenministerium , William Burns.

Russland reagierte verstimmt auf die Anerkennung durch die USA. Die Regierung in Washington hätte sich damit offenbar entschieden, "alles auf einen bewaffneten Sieg dieser Koalition zu setzen", sagte Außenminister Sergej Lawrow . Die Anerkennung verstoße zudem gegen ein in Genf ausgehandeltes Abkommen, das für Syrien einen Dialog beider Seiten vorsehe.

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle forderte Russland auf, seine Haltung zu überdenken. "Wir können diese Kritik nicht nachvollziehen", sagte Westerwelle. "Wir appellieren an Russland, auch zu erkennen, dass die Zeit des Regimes von Assad vorüber ist." Es müsse nun gemeinsam an einem neuen Anfang in Syrien gearbeitet werden.

Oppositionsführer gegen ausländische Intervention

Die Bundesregierung stockte ihre Hilfe für die Opfer des Syrien-Konflikts auf mehr als 90 Millionen Euro auf. Auf Initiative Deutschlands und Saudi-Arabiens beschloss die Freundesgruppe auch, einen Hilfsfonds für den Wiederaufbau vorzubereiten.

Die Nationale Koalition unter Führung des Geistlichen Muas al-Chatib war erst vor einem Monat gegründet worden. Al-Chatib wandte sich auf der Konferenz strikt gegen eine Intervention ausländischer Truppen in Syrien. Die britischen Zeitungen Independent und Guardian hatten berichtet, Großbritannien, die USA, die Türkei und andere Staaten zögen in Erwägung, die Regimegegner mit Luftwaffe und Marine zu unterstützen .

In Syrien gingen die gewalttätigen Auseinandersetzungen weiter. Das syrische Innenministerium wurde am Mittwoch laut einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens mit drei Bomben angegriffen. Einer der Sprengsätze habe sich in einem Auto befunden, berichtete das Staatsfernsehen. Oppositionelle sagten, der Anschlag habe einem Konvoi des Innenministers Mohammed Ibrahim al-Schaar gegolten.

Der bewaffnete Konflikt in Syrien dauert seit März 2011. Seitdem wurden Schätzungen zufolge mehr als 42.000 Menschen getötet, eine halbe Million Syrer flüchteten.