IslamistenTaliban erschießen 21 entführte pakistanische Paramilitärs

Die Leichen der Männer wurden gefesselt in der Region um Peshawar aufgefunden. In der Provinz Baluchistan starben unterdessen 19 Menschen durch eine Autobombe. von afp und dpa

Taliban-Kämpfer haben nach offiziellen Angaben 21 pakistanische Paramilitärs erschossen, die zuvor im Nordwesten des Landes entführt worden waren. Die 21 von Kugeln durchsiebten Leichen seien in einer unbewohnten Gegend gefunden worden, sagte ein örtlicher Regierungsvertreter. Ein weiterer Soldat sei lebend geborgen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Einem anderen entführten Soldaten sei unverletzt die Flucht gelungen.

Rund 200 schwer bewaffnete Kämpfer hatten am Donnerstag zwei paramilitärische Trainingslager der Regierung nahe der Stadt Peshawar, unweit der nordwestpakistanischen Stammesgebiete, gestürmt. Sie töteten zwei Sicherheitskräfte unmittelbar und entführten mindestens 23 weitere. Die Angreifer waren mit schweren Waffen wie Mörsern und Raketenwerfern ausgerüstet.

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Ein weiterer Regierungsvertreter, Gul Shehzad, sagte, die Behörden hätten einen Hinweis erhalten, dass vier Kilometer außerhalb des Lagers Leichen in der Wildnis lägen. Demnach wurden die Soldaten an den Händen gefesselt, bevor sie erschossen wurden. Die Taliban hätten sich zu der Tat bekannt.

In der Unruheregion hatte zuletzt ein Taliban-Kommandeur der Regierung einen Waffenstillstand vorgeschlagen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die strengere Auslegung des islamischen Rechts (Scharia) eingeführt werde. Die pakistanische Führung hatte den Vorschlag jedoch zurückgewiesen.

Zahlreiche Tote bei Bombenanschlag

Im Südosten des Landes sind unterdessen mindestens 19 Schiiten durch eine Autobombe getötet und 25 weitere verletzt worden. Die ferngezündete Bombe explodierte in der Provinz Baluchistan, als drei Busse mit Pilgern an dem mit Sprengstoff präparierten Auto vorbeifuhren, wie die Behörden mitteilten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

In den Bussen waren insgesamt rund 180 Pilger auf dem Weg in den benachbarten Iran unterwegs. Einer der Busse mit 45 Insassen wurde durch die Explosion schwer beschädigt und fing Feuer. Nach Angaben eines ranghohen Bezirksregierungsvertreters verbrannten die meisten Opfer. Einige der Verletzten schwebten in Lebensgefahr.

Der Anschlag ereignete sich im Bezirk Mastung in der unruhigen Provinz Baluchistan. Mastung ist etwa 30 Kilometer von der Provinzhauptstadt Quetta entfernt. In der Region kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Mitgliedern der sunnitischen Mehrheit und der schiitischen Minderheit. Außerdem ist Baluchistan eine Hochburg militanter Islamisten.

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Leserkommentare
    • i2
    • 30. Dezember 2012 14:08 Uhr

    Es sind die gleichen wie in Syrien, die Freiheitskämpfer in Syrien erschießen und Enthaupten gefesselte gefangene und verüben Bombenanschläge auf Zivillisten ebenfalls!
    Nach den Westlichen Medien und Politiker ist das Vorgehen der Freiheitskämpfer in Syrien gut so, wieso soll es dann in Afghanistan schlecht sein?

    Antwort auf "Taliban-Kämpfer"
    • Statist
    • 30. Dezember 2012 14:21 Uhr

    ist nicht mehr in der Art der Anbetung/Verehrung oder dem Gott selbst zu suchen, sondern lediglich im Fortschritt des Humanisierungsprozesses und in den durch Glaubensvertreter repräsentierten Meinungen.

    Während einige Religionen jede Art von Gewalt schon seit langer Zeit ablehnen, hat sich diese Erkenntnis im Christentum erst vor einigen Jahrzehnten mehr und mehr durchgesetzt. Im jüdischen Glauben scheint sich diese Überzeugung bestenfalls im Diskurs zu befinden, während diese Diskussion im Islam an vielen Stellen scheinbar noch nicht mal angekommen ist. Unglücklicherweise bietet heute das Netz nicht nur moderaten Gruppen eine Plattform, sondern auch Extremisten. Aus diesem Grund sehe ich nicht, dass sich irgendeine Verbesserung abzeichnet, solange nicht MINDESTENS eine Zentralisierung des Glaubens, eine Vertreterperson ähnlich dem Papst, welche relativ unangreifbar ist, Einfluss auf die Glaubensgemeinschaft nehmen kann.

    Insofern ist jeder Terrorakt zwar die Tat einiger weniger Glaubensvertreter, jedoch müsste man der Glaubensgemeinschaft wenigstens wegen fehlenden Reformwillen innerhalb des Glaubens und wegen zu wenig Engagement gegen Gewalt eine Mitschuld einräumen.

    Insofern ist es meines Erachtens nach legitim, von islamistischen Terror zu sprechen. Erst wenn nach jedem Terrorakt mehr und mehr Menschen auf die Straße zu Demonstrationen DAGEGEN zusammenkommen würden, könnte sich meine Meinung ändern.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "ich hätte"
    • sibeur
    • 30. Dezember 2012 14:44 Uhr
    11. ......

    Liegt daran, dass diese Menschen im Namen des Islams töten. Darum heißt die auch Islamisten.
    Es gibt einfach keine Terroristen die im Namen des Christentums Anschläge verüben, es gibt auch keine, die im Namen des Judentums Anschläge verüben. Es gibt Mörder sowohl katholischen als auch jüdischen Glaubens, aber die morden nicht im Namen der Religion. Darum kennen sie den Begriff "kathoisten" nicht.

    Und die Islamisten können wir auch nicht muslimische Terroristen nennen, da so einige nicht zustimmen werden, dass diese Islamisten überhaupt noch Muslime sind.

    Antwort auf "ich hätte"
    • khasar
    • 30. Dezember 2012 18:15 Uhr
    12. @11

    Schauen sie auf Afrika und sie werden sehen das es Menschen gibt die in Namen des Christentums Morden .
    In Israel wird ausschließlich in Namen des Judentums und in Namen des Islams getötet.
    Trotzdem wird nur der Islam immer wieder so erwähnt, als wenn es selbstverständlich wäre das der Islam es möchte das Menschen getötet werden.
    Breivik hat in Namen des Christentums in seinen Hass auf Muslime Kinder ermordet, und ich habe nichts von katholisten oder ähnlichen gehört.
    Wenn Siedler in Israel Palästinenser ermorden rechtfertigen sie es mit den Judentum aber so etwas steht nie im Vordergrund .
    Seit es den eisernen Vorhang nicht mehr gibt, ist der Islam in der westlichen Welt Feindbild Nummer 1.

    via ZEIT ONLINE plus App

  1. dass es Menschen in Afrika gibt, die im Namen des Christentums Morden. Genauso erschreckend ist es, dass ausschließlich in Israel Menschen im Namen des Judentums und (selten auch in Pakistan) des Islams getötet werden.
    All diese Mörder sind religiöse Fundamentalisten. Fanatiker, Religionseiferer...

    Die Begriffe: "Islamismus" und "islamistisch" haben sich im Sprachgebrauch etabliert. Da hilft auch kein beleidigtes Fordern: http://www.fr-online.de/politik/nsu-muslime-sehen-wachsende-feindschaft,...

    Die meisten Islamverbände vertreten selbst einen fundamentalistischen, strengen Islam (Seyran Ateş): http://de.wikipedia.org/wiki/Koordinationsrat_der_Muslime_in_Deutschland...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Anschlag | Behörde | Krankenhaus | Minderheit | Provinz | Region
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