Patriot-RaketenBis zu 400 Bundeswehrsoldaten sollen an türkisch-syrische Grenze

Der Beitrag der Bundeswehr beim Patriot-Einsatz könnte umfangreicher ausfallen als vermutet: Bis zu 400 Soldaten könnten in die Türkei geschickt werden. von dpa

Die Bundeswehr soll sich mit bis zu 400 Soldaten am Nato-Einsatz in der Türkei zum Schutz vor Angriffen aus Syrien beteiligen. Das Kabinett beschloss am Donnerstag, das Mandat für den Einsatz von deutschen Patriot- Raketenabwehrstaffeln bis zum 31. Januar 2014 zu befristen. Der Bundestag soll in der kommenden Woche über die Mission abstimmen , an der sich auch die USA und die Niederlande beteiligen wollen.

Die Bundesregierung erklärte, dass mit der Entsendung der Soldaten keine Voraussetzungen für eine Intervention in Syrien geschaffen würden. Die Stationierung der Patriot-Abfangraketen habe rein defensiven Charakter, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maiziere . Damit solle weder eine Flugverbotszone noch eine Überwachung Syriens vorbereitet werden. Auch Außenminister Guido Westerwelle sagte, Deutschland sei in keiner Weise an der Vorbereitung einer möglichen Intervention beteiligt.

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Nach Ansicht der beiden Minister befindet sich die Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad in Auflösung, und man wisse nicht, wozu sie noch fähig sei. De Maiziere sagte, die syrische Armee verfüge über Chemiewaffen und über mehrere hundert Raketen mit einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern. Damit könnten weite Teile der Türkei beschossen werden. Die deutschen Raketen-Batterien dienten deshalb der Abschreckung.

Mandat auch für Awacs-Flugzeuge

Zu einer Patriot-Batterie gehören bis zu acht mobile Abschussrampen mit jeweils bis zu acht Raketen, ein Radargerät und ein Gefechtsstand. Für den Betrieb sind etwa 85 Soldaten notwendig. Wie viele deutsche Staffeln tatsächlich in den Einsatz geschickt werden, ist noch unklar. Bisher war von zwei die Rede. Die Zahl der Soldaten, die tatsächlich in den Einsatz geschickt werden, könnte also deutlich unter 400 liegen.

Mit dem Mandat soll auch der Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen abgedeckt werden, die bereits in der Region stationiert sind. Die Hightech-Flieger sind zu einem großen Teil mit deutschen Soldaten besetzt. Das Awacs (Airborne Warning and Control Systems) dient der Früherkennung von Flugzeugen und anderen fliegenden Objekten. Mit ihrem starken Radar können die Flugzeuge aus einer Höhe von durchschnittlich 9.500 Metern einen Umkreis von etwa 400 Kilometern überwachen.

Die Türkei hatte die Nato nach wiederholten Granateinschlägen in ihrem Grenzgebiet zu Syrien um Hilfe gebeten . Die Patriot-Raketen mit einer Reichweite von 68 Kilometern sind für die Abwehr von Flugzeug-, Raketen oder Drohnenangriffen geeignet. Der Einsatz soll ausschließlich dem Schutz türkischen Gebiets dienen. Zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Syrien dürfen die Raketen nicht eingesetzt werden.

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Leserkommentare
    • SuR_LK
    • 06. Dezember 2012 6:57 Uhr

    "Die Türkei hatte die Nato nach wiederholten Granateinschlägen in ihrem Grenzgebiet zu Syrien um Hilfe gebeten."

    Ja was will man dann dort mit Patriot? Granaten?

    Wurde betont das man definitiv keine Flugverbotszone mit denen kontrollieren will, ja wozu brauch man dann bitte Patriots?

    Und kommt nicht mit C-Waffen der Syrier, die Nato aktiv ins Kampfgeschehen ziehen ist sicher ganz unten auf Assads Liste.
    Da würden noch eher die sogenannten Rebellen chem.Waffen nutzen.

  1. Eine mit Deutscher Hilfe hoch aufgerüstete Armee bittet die Bundesregierung um Hilfe?

    Das "stinkt" nach direkter Einmischung in den Syrien Konflikt. Neben Merkels fragwürdigen Waffen Geschäften im Nahen Osten soll eine Bundeswehr eingesetzt werden die bislang noch weit entfernt davon ist mit ihrer veralteten Ausrüstung und Ausstattung in einen "Stellvertreter Krieg" ein zu treten.

    Die Türkei braucht keine Waffenhilfe durch die Bundeswehr. Sie wurde auch nicht von Syrien angegriffen also zieht das Argument "NATO Partnerschaft" überhaupt nicht. Ähnlich wie im Iraq wird Syrien unterstellt sich auf einen Chemiewaffen Krieg vor zu bereiten. Syrien hat einen solchen Schritt bislang immer ausgeschlossen. Die Merkel Regierung begibt sich mit einem solchen Einsatz auf sehr dünnes Eis.

    Eine Türkei unter Erdogan auf zu Rüsten ist schon ein großes Risiko. Wenn die Merkel Regierung sich in die Reihe der "Kriegstreiber" stellt dann sollte man die Bürger fragen und nicht wie in Afghanistan die Bundeswehr in einem Konflikt einsetzen der nicht einschätzbar ist.

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    Biowaffen & Atomwaffen herzustellen - man wusste schon das Sadam Chemiewaffen hatte & z.b. auch gegen die Kurden & Iran eigesetzt hat...

    von Syrien weiß man, dass sie Chemiewaffen haben - inwieweit nun ein Einsatz droht - ist Spekulation

  2. 3. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf rein spekulative Äußerungen. Die Redaktion/mak

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    Der Standort der Patriot Raketen soll 80 Kilometer hinter der Grenze in der nähe von Städten liegen. Damit währen diese Systeme zu nichts anderem zu gebrauchen als Syrische Raketen abzufangen die weit aufs hinterland zielen.

    Auch wenige Granateneinschläge sind für ein Land, das seine Bürger schützen möchte nicht akzeptabel und lassen diverse weitere Szenarien wahrscheinlich erscheinen.
    In einem von ihnen feuert der Kommandeur, unter dessen Kommando die ballistischen Raketen stehen, in den Wirren nach dem Zusammenbruch der Regierung seine Raketen in die Türkei. Vor dieser Möglichkeit möchte die Türkische Regierung seine Bürger Schützen, dies ist verständlich und sie hat auch das Recht dazu.

  3. Der Standort der Patriot Raketen soll 80 Kilometer hinter der Grenze in der nähe von Städten liegen. Damit währen diese Systeme zu nichts anderem zu gebrauchen als Syrische Raketen abzufangen die weit aufs hinterland zielen.

    Auch wenige Granateneinschläge sind für ein Land, das seine Bürger schützen möchte nicht akzeptabel und lassen diverse weitere Szenarien wahrscheinlich erscheinen.
    In einem von ihnen feuert der Kommandeur, unter dessen Kommando die ballistischen Raketen stehen, in den Wirren nach dem Zusammenbruch der Regierung seine Raketen in die Türkei. Vor dieser Möglichkeit möchte die Türkische Regierung seine Bürger Schützen, dies ist verständlich und sie hat auch das Recht dazu.

    Antwort auf "[...]"
  4. Wer hätte das gedacht?

    Wie viele deutsche Staffeln tatsächlich in den Einsatz geschickt werden, ist noch unklar. Bisher war von zweien die Rede.

    Tse, NTv.de meldete schon vor geraumer Zeit, dass in der türkischen Presse von mehr als zwei Staffeln die Rede war.

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    • Floak
    • 06. Dezember 2012 9:41 Uhr

    Jedes Raketenstellung hat mindestens 10-15 Mann direkte und indirekte Besatzung. Dazu kommen Ärzte, Sanitäter, Köche, Versorgung und Mechaniker, Radar, Fernaufklärer, Verbindungsoffiziere, Stabsoffiziere und -Mannschaften, sowie Bergungspanzer und Bergungspanzerbesatzung.

    Wer da weniger als 400 Mann erwartet ist einfach nur Naiv. Und wer sich da von der Zeit eine ach so "skandalös" klingende "Schlagzeile" unterjubeln lässt, mindestens ebenso. Jede Armee hat hinter Ihren Einheiten, welche die eigentlichen Aufgaben erledigen, einen mindestens 3-5 mal so großen Tross an Anhang. Das war schon immer so und wird vermutlich noch lange so bleiben.

  5. 6. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

  6. 7. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mak

    • Floak
    • 06. Dezember 2012 9:41 Uhr

    Jedes Raketenstellung hat mindestens 10-15 Mann direkte und indirekte Besatzung. Dazu kommen Ärzte, Sanitäter, Köche, Versorgung und Mechaniker, Radar, Fernaufklärer, Verbindungsoffiziere, Stabsoffiziere und -Mannschaften, sowie Bergungspanzer und Bergungspanzerbesatzung.

    Wer da weniger als 400 Mann erwartet ist einfach nur Naiv. Und wer sich da von der Zeit eine ach so "skandalös" klingende "Schlagzeile" unterjubeln lässt, mindestens ebenso. Jede Armee hat hinter Ihren Einheiten, welche die eigentlichen Aufgaben erledigen, einen mindestens 3-5 mal so großen Tross an Anhang. Das war schon immer so und wird vermutlich noch lange so bleiben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Bundesregierung | Guido Westerwelle | Nato | Syrien | Abschreckung | Bundestag
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