Außenministerposten : Rice sagt Obama ab

UN-Botschafterin Rice will nicht mehr Nachfolgerin von Hillary Clinton im US-Außenamt werden. Angesichts des republikanischen Widerstands gibt sie ihre Ambitionen auf.

Nach wochenlangem Streit mit den Republikanern hat die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice keine Ambitionen mehr auf das Amt der Außenministerin. Angesichts des Widerstands in den Reihen der Opposition stehe sie nicht länger als mögliche Nachfolgerin für die scheidende Hillary Clinton zur Verfügung, teilte sie Präsident Barack Obama mit.

"Dieses Tauschgeschäft hat unser Land ganz einfach nicht verdient", schrieb Rice. Obama habe die Entscheidung mit Bedauern akzeptiert, hieß es in Washington . Rice soll UN-Botschafterin bleiben.

Sie galt seit Monaten als Obamas Favoritin für das Ministeramt. Sie war aber wegen Äußerungen kurz nach dem Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi am 11. September in die Kritik der Republikaner geraten. Damals hatte sie in TV-Talkshows gesagt, die Attacke sei spontan aus einer Demonstration gegen ein islamfeindliches Video entstanden. Tatsächlich war es aber ein gezielter Terroranschlag. Republikaner hatten gedroht, eine Ernennung im Senat verhindern zu wollen.

Obama sprach in seiner Erklärung von "unfairen und irreführenden Angriffen".

Nachfolge Clintons unklar

Wer jetzt das State Department führen könnte, ist zunächst völlig unklar. Unter anderem ist der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat, Senator John Kerry, im Gespräch. Kerry war 2004 der Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Er unterlag damals aber dem damaligen Amtsinhaber George W. Bush.

Clinton hatte bereits vor der Präsidentschaftswahl im November angekündigt, dass sie im Falle einer Wiederwahl Obamas nicht erneut als Außenministerin antreten wolle. Der Frau von Ex-Präsident Bill Clinton werden eigene Ambitionen für das Präsidialamt bei der Wahl 2016 nachgesagt.

Hagel Favorit für das Verteidigungsministerium

Spekulationen gibt es auch um den Posten des Verteidigungsministers. Wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf unterrichtete Kreise berichtete, gilt der ehemalige republikanische Senator Chuck Hagel als Favorit. Obama könnte den 66-Jährigen noch in diesem Monat für den Posten nominieren. Hagel ist zurzeit einer von Obamas Topberatern in Geheimdienstfragen.

Nach Bestätigung durch den Senat würde Hagel Nachfolger von Leon Panetta , der angedeutet hat, dass er in Obamas zweiter Amtszeit nicht mehr für das Ministeramt zur Verfügung stehen wird. Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Er sagte lediglich, Hagel sei in weiten Kreisen hoch angesehen.

Hagel war 2009 nach 12 Jahren im Senat, wo er unter anderem im Auswärtigen Ausschuss eine herausragende Rolle spielte, an die Spitze der Denkfabrik Atlantic Council gewechselt.

Obama braucht auch einen neuen Finanzminister und nach dem jüngsten Rücktritt von David Petraeus auch einen neuen Chef beim Geheimdienst CIA .

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Botschafterin Rice wird unvergessen bleiben für diese Worte:

"The United States is disgusted that a couple members of this council continue to prevent us from fulfilling our spoke purpose here. addressing an ever depending crisis in Syria ands a growing threat to regional peace and security. For months this council has been held hostage by a couple of members These members stand behind empty arguments and individual interest while delaying and seeking to string bare any text that would pressure Assad to change directions. ...

The international community must protect the Syrian people from this abhorrent brutality. But a couple members of this council remain steadfast in their willingness to sell out the Syrian people and shield a craven tyrant."

Ihr russischer Gegenspieler Vitaly Churkin, verlangt wegen Susan Rice nach verdoppelter Bezahlung.

Russian Diplomat Urges Political Deal in Syria min 7.45-7.50

http://www.youtube.com/wa...

Potentiell ehrabschneidende Bestätigungs-Hearings des Senats

Die Hearings, die der US-Senat abhalten kann, bevor er die bei hohen und minder hohen Regierungsämtern notwenige Zustimmung zu Ernennungen des Präsidenten gibt, können für den Betroffenen ehrabschneidenden Charakter haben.

Für jemanden, der irgendeine Angriffsfläche bietet, kann dies durchaus in eine Übung im Ertragen fortgeschrittener persönlicher Entwürdigung ausarten, die auch Freunde, Angehörige und längst vergangene Vergangenheit einschließen kann. Ich kann verstehen, dass sich Frau Rice dem nicht aussetzen will; ich finde es erstaunlich, dass sich dem überhaupt noch jemand aussetzt.