Geheimdienst-StudieAsien wird die USA und Europa bis 2030 überholen

Der Westen verliert an Bedeutung: Eine Studie der US-Geheimdienste sieht Asien in 20 Jahren als mächtigste Region weltweit. Zu den Verlierern gehören Europa und Russland. von afp, reuters und

Ein Zentrum von Chinas Wirtschaftskraft: Blick auf die Skyline des Finanzbezirks Pudong in Shanghai

Ein Zentrum von Chinas Wirtschaftskraft: Blick auf die Skyline des Finanzbezirks Pudong in Shanghai  |  © Peter Parks/AFP/Getty Images

Asien wird nach Einschätzung der US-Geheimdienste ab 2030 Europa und die USA zusammengenommen als wichtigste Region ( combined global Power ) überholen. Der Bedeutungszuwachs Asiens fuße auf Wirtschaftskraft, Bevölkerung, Militärausgaben und technologischen Investitionen, heißt es in einer Studie des Nationalen Geheimdienstrates .

China wird in den nächsten 20 Jahren die USA als stärkste Volkswirtschaft ablösen, schreiben die Experten. Aus ihrer Sicht verschieben sich die ökonomischen Gewichte grundsätzlich weg vom Westen hin zu den Schwellenländern. Die Stärke der Weltwirtschaft werde vor allem von ihrer Entwicklung abhängen. In den nächsten 15 bis 20 Jahren würden technologische Innovationen, Knowhow, Kapital und Unternehmen vor allem in den Schwellenländern entstehen und gebündelt.

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Der Aufstieg der Schwellenländer bedeutet zugleich einen Bedeutungsverlust anderer Regionen und Länder: Russland , Europa und in Asien auch Japan werden wirtschaftlich weiter verlieren, heißt es in dem Bericht.

USA bleiben einzige Supermacht

Doch trotz des Aufstiegs Asiens und allen voran Chinas sehen die Experten auch in Zukunft die USA als einzige globale Supermacht. Zwar würden ihr Einfluss und ihre Macht durch die zunehmende Stärke der Schwellenländer geschwächt. Durch ihre militärische Stärke, die technologische Überlegenheit und die internationale Führungsrolle dürften die Vereinigten Staaten aber weiter "Erster unter Gleichen" sein, heißt es im Bericht Global Trends 2030: Alternative Worlds des US-Geheimdienstrats.

Die technologische Entwicklung werde dabei zunehmend von großen Internetunternehmen wie derzeit noch Google oder Facebook bestimmt. Ihr Zugriff auf riesige Datenmengen lasse den Firmen einen ähnlich großen Einfluss zukommen wie Regierungen.

Neben China steigen der Studie zufolge vor allem Brasilien und Indien zu weltweiten Wettbewerbern auf und beenden damit den "unipolaren Moment" der USA als einziger Supermacht. Doch wirtschaftliche Kraft allein mache aus den Ländern noch keine ebenbürtigen Supermächte. So seien etwa weiter nur die USA in der Lage, weltweit Koalitionen zu bilden und gemeinsame Kräfte zu mobilisieren, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen.

Leserkommentare
  1. Zu den Verlierern gehören Europa und Russland.

    Wobei Russland mittelfristig enorme Vorteile hat:

    - So gut wie keine Schulden
    - Massig Rohstoffe
    - Gutes Bildungssystem, vorallem in den MINT Fächern (wie China)

    Die westlichen Staaten haben einfach den Fehler gemacht, ihr komplettes Wachstum der letzten Jahrzehnte nur durch Erschliessen neuer Märkte zu generieren. Böse Zungen behaupten, der Fall des Ostblockes und das Erschliessen dieser Märkte hat die derzeitige Krise um 25 Jahre verschoben. Es ist ein Ewiges Hinauszögern des Kollaps.
    Aber wenige verdienen am diesen System und deswegen wird es beibehalten.

    Unser ganzes Wirtschaftssystem ist ein Raubtier. Wenn es nix mehr zu Fressen findet geht es ein. Es kann nicht überleben, ohne andere zu fressen. Und es frisst verdammt viel.

    14 Leserempfehlungen
    • Gerry10
    • 11. Dezember 2012 17:29 Uhr

    Im Vergleich zu Asien geht es uns in Europa traumhaft.
    Das da viel Aufholpotential ist stimmt und wenn die Resourcen reichen sei es den Asiaten gegönnt.
    Das technologische Innovationen und Knowhow in Zukunft aus Asien kommt hängt davon ab um welche Technologie es geht.
    Wer bitte will Supermacht sein und wozu?

    12 Leserempfehlungen
    • dymphna
    • 11. Dezember 2012 17:18 Uhr

    um Europaskeptikern vor Augen zu führen, wohin nationaler Eigensinn und kurzfristige Vorteilsnahme führen werden.

    11 Leserempfehlungen
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    • Legatus
    • 11. Dezember 2012 17:31 Uhr

    Deshalb lasse ich solche Studien als Argument für ein totales Europa auch nicht gelten, Europa wird mit starken Nationalstaaten überstehen können oder als zusammengewürfelter Moloch untergehen.
    Einen Gegenpol nach Vorbild der Vereinigten Staaten zu gründen ist hier einfach nicht möglich, zu große oder inhomogene Staatengebilde sind bisher immer zerfallen und werden es auch weiterhin tun.
    Selbst der jetzige Stand ist schon zu viel Europa, wie die Proteste in vielen Ländern unseres Kontinents beweisen.
    Im Übrigen waren diese deutlich heftiger als von unseren Medien berichtet.
    Die Menschen haben die Nase voll von "Europa" auch wenn das ein paar Tagträumer anders sehen und denken sie wären in der Mehrzahl.

    • Legatus
    • 11. Dezember 2012 17:25 Uhr

    Warum sollte die Region mit der größten Bevölkerung nicht ein größeres BIP haben?
    Hier wird eines vergessen: Länder wie Deutschland mögen beim meiner Meinung wenig aussagekräftigen BIP an Bedeutung verlieren, trotzdem hat dieses Land Substanz (noch) in Bezug auf Infrastruktur etc..
    Diese können die aufstrebenden Länder noch gar nicht haben, denn es ist ein Prozess über viele Jahrzehnte etwas so aufzubauen.
    Der BIP-Wert sagt nicht viel aus, es kommt darauf an, was dahintersteckt. Bei den USA zum Beispiel blendet diese Zahl, außer Rüstung und den allmächtigen Banken ist dort nichts mehr.
    Daher wird es wichtig sein die "harten" (ich nenne sie mal so) Wirtschaftszweige in unserer Hand und im Land zu behalten. Die Tendenz ist leider eher schlecht.
    Nicht umsonst hat China die Staaten "im Sack", weil bei ihnen die Werte geschaffen werden.
    Das ist echte Wirtschaftsstärke.

    9 Leserempfehlungen
    • pepe423
    • 11. Dezember 2012 17:13 Uhr

    Nr1 dank Facebook, ich glaube da koennen die Chinesen nur drueber lachen.

    Ein Land dieser Groesse baut sich muehelos eigene Kommunikationsnetze und Platformen auf, die sind mit ihrem riesigen Markt auf die Gunst der westlichen Unternehmen nicht angewiesen.

    Den USA steht dann ausserdem noch ein enormer Abzug von Innovationskraft bevor. Schon jetzt findet man in den Elite-Schulen in den harten Wissenschaften vornehmlich nicht-Amerikaner, weil sie sich ihr Bildungssystem kaputt-liberalisiert haben. Wenn diese Leute irgendwann lieber im eigenen Land bleiben muss man mal sehen, ob da noch einer uebrig bleibt zum Facebook programmieren oder ob die alle nur noch chatten und gruscheln koennen.

    5 Leserempfehlungen
  2. Was ist das eigentlich dauernd für eine gigantische Schwarzmalerei im Hinblick auf Voraussagen von Europas 'Niedergang'? Klar, andere Staaten wachsen schneller und Europa verliert an Bedeutung, aber das ist doch nur natürlich - die Schwellenländer haben auch enorm viel aufzuholen. Selbst wenn China eine doppelt so große Wirtschaft wie die USA entwickelt, hinken sie im BIP/Kopf noch immer gewaltig hinterher - in dem Land leben über 1 Milliarde Menschen, was erwartet man da auch, dass die USA mit nur einem Viertel an Bevölkerung die Nase dauerhaft vorne behält?

    Man kann davon ausgehen, dass Europa in 50 Jahren keine unterentwickelte Einöde ist, sondern einen höheren Lebensstandard hat als heute, die Menschen länger leben, wir mehr wissen etc. pp.

    Also schön locker bleiben - Europa verliert an Bedeutung, untergehen wird es trotzdem nicht.

    5 Leserempfehlungen
    • Legatus
    • 11. Dezember 2012 17:31 Uhr
    9. Zusatz

    Deshalb lasse ich solche Studien als Argument für ein totales Europa auch nicht gelten, Europa wird mit starken Nationalstaaten überstehen können oder als zusammengewürfelter Moloch untergehen.
    Einen Gegenpol nach Vorbild der Vereinigten Staaten zu gründen ist hier einfach nicht möglich, zu große oder inhomogene Staatengebilde sind bisher immer zerfallen und werden es auch weiterhin tun.
    Selbst der jetzige Stand ist schon zu viel Europa, wie die Proteste in vielen Ländern unseres Kontinents beweisen.
    Im Übrigen waren diese deutlich heftiger als von unseren Medien berichtet.
    Die Menschen haben die Nase voll von "Europa" auch wenn das ein paar Tagträumer anders sehen und denken sie wären in der Mehrzahl.

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    ## Selbst der jetzige Stand ist schon zu viel Europa, wie die Proteste in vielen Ländern unseres Kontinents beweisen.
    Im Übrigen waren diese deutlich heftiger als von unseren Medien berichtet.
    Die Menschen haben die Nase voll von "Europa" auch wenn das ein paar Tagträumer anders sehen und denken sie wären in der Mehrzahl. ##

    Das konkrete Problem heißt aber nicht "Europa" sondern "Kapitalismus", das sollte man auch immer kommunizieren, um nationalistischen Revivals erst gar keinen Boden zu bereiten, auf denen sie gedeihen können.
    In Wahrheit ist es doch so, dass die Misstände innerhalb der EU, nahezu überall auf dem Planeten anzutreffen sind, und diejenigen Staaten, die aktuell noch ganz gut dastehen, dass nicht selten auf Kosten anderer tun.

    ja, DAS ist Jammern auf hohem Niveau.
    Dummerweise wird die Welt nicht darauf warten, bis wir Europäer unsere "richtige Mischung" Europa gefunden haben werden. Unser einzige Chance ist ein nach aussen einiges und starkes Europa, dass uns ermöglicht mit unseren Menschen- und Bürgerrechten unsere inneren Angelegenheiten demokratisch zu lösen.
    Zu einfach lassen wir Europäer uns immer noch von aussen hereinreden und auseinander dividieren (Rumpsfeld's "old vs. new europe", SWIFT-Abkommen).
    Die sog. "Eurokrise" ist eigentlich ein Wirtschaftskrieg gegen uns, wo der Gegner gleich auf mehreren Seiten sitzt: schwache Länder fit für den Euro tricksen, Politiker in der "Krise" beraten, Gefolgsmänner ("Goldmänner") in Machtschaltstellen positionieren UND gleichzeitig den Kunden in Übersee Wetten gegen den Euro zu empfehlen.
    Anstatt dass hier europäische Staatsanwaltschaften gemeinsam gegen diese Feinde mit Insiderwissen ermitteln, unterwerfen wir in Europa demokratische Entscheidungen der Beruhigung des "Bauchgefühls des Finanzmarktes".
    Von soviel Rückenwind ist selbst der Feind überrascht: voller neoliberaler Einfalt spricht man in Europa nur noch von Sparprogrammen und der Spaltpilz in Gestalt des "Nord-Euros" und des angeblich "faulen Südländers" geht um.

    Wie Einigkeit geht können wir zumindest bei den Amerikanern abgucken. Trotz aller Differenzen fühlen sich alle, egal ob schwarz oder weiss, ob reich oder arm, ob Christ oder Muslim als Amerikaner.

    United we stand, divided we fall!

  3. Es werden auf all diese wirtschaftlichen und politischen Zauberlehrlinge enorme Aufwendungen zukommen, welche in ihrer schieren Grösse bedingt sind.

    Derzeit wird ja immer darüber schwadroniert, dass das Machtnetz der USA heute vollkommen überdehnt ist.

    Genau so werden all diese aufstrebenden Nationen im Laufe der Zeit eine zunehmenden Anteil ihres Volkseinkommens zum Beispiel in Unterhalt und Ersatz der Infrastruktur, Sozialwerke aufgrund steigender Lebenserwartung und ungesunder Lebensweise sowie Sicherung internationaler Transportwege und Assets investieren müssen.

    Der IWF und all die anderen internationalen Organisationen werden dann ebenfalls eine gerechte Beteiligung an ihrem Budget fordern.

    Ja und dann müssen Sie sich - sofern diese traurigen Gestalten dann immer noch herumschwirren - mit islamistischen Terroristen herumschlagen, einfach weil die alles hassen, was reich, mächtig und damit böse ist.

    Angst muss der Westen vor diesen neuen Tigerstaaten wohl nicht wirklich haben. Er darf sie dann ganz einfach im Orchester aler anderen stinknormalen Länder dieser Welt willkommen heissen, die alle im Idealfall Ende Jahr eine schwarze Null schreiben.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, tis
  • Schlagworte Europa | USA | Asien | China | Facebook | Geheimdienst
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