GolfkriegEhemaliger US-General Norman Schwarzkopf ist tot

In der "Operation Wüstensturm" führte Norman Schwarzkopf die Koalitionstruppen 1991 gegen den Irak an. Im Alter von 78 Jahren ist der ehemalige US-General nun gestorben. von afp, dpa und reuters

General Norman Schwarzkopf (links) und der damalige US-Präsident George Bush 1991 vor dem weißen Haus in Washington

General Norman Schwarzkopf (links) und der damalige US-Präsident George Bush 1991 vor dem weißen Haus in Washington  |  © J. David Ake/AFP/Getty Images

Der ehemalige US-General Norman Schwarzkopf ist nach Angaben von Verteidigungsminister Leon Panetta im Alter von 78 Jahren gestorben. Schwarzkopf führte Anfang 1991 die internationalen Streitkräfte zur Befreiung Kuwaits an. Der Golfstaat war Monate zuvor von irakischen Truppen auf Befehl des damaligen Diktators Saddam Hussein besetzt worden.

Schwarzkopf sei nach monatelanger Krankheit gestorben, sagte ein US-Regierungsvertreter. In Tampa lebte der einstige Oberkommandierende des Zentralkommandos der US-Streitkräfte (Centcom), seit er wenige Monate nach dem Ende des Golfkriegs aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war.

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Schwarzkopf wurde während des erfolgreichen Militäreinsatzes gegen die irakische Besetzung Kuwaits weltberühmt. Seine hühnenhafte Gestalt war fast täglich auf den Bildschirmen zu sehen, während er den Fortgang des Krieges erklärte, den die Zuschauer quasi "live" mitverfolgten.

Kommandeur der "Operation Wüstensturm"

Als der damalige irakische Machthaber Saddam Hussein im August 1990 Kuwait besetzen ließ, war Schwarzkopf bereits Chef des Centkom und damit für den Nahen Osten und Südwestasien zuständig. Damit fiel ihm die Rolle des Kommandeurs von "Operation Wüstenschild" – der Verlegung von mehr als einer halben Million US-Soldaten an den Golf – und vor allem von "Operation Wüstensturm" zu.

Mit indirekter Zustimmung des UN-Sicherheitsrats begann am 17. Januar 1991 der sogenannte zweite Golfkrieg. Rund sechs Wochen lang flog die Koalition aus über 30 Staaten massive Luftangriffe auf strategische Ziele im Irak , dann startete die Bodenoffensive; drei Tage später war Kuwait-Stadt befreit. Am 28. Februar verkündete Präsident George H. W. Bush das Ende der Kampfhandlungen. Schwarzkopf war da schon längst zum Medienstar avanciert.

Panetta würdigte Schwarzkopf als brillanten Strategen. Er werde als einer der großen militärischen Giganten des 20. Jahrhunderts im Gedächtnis bleiben. Ex-Präsident Bush Senior bezeichnete den Toten in einer Erklärung als "einen der großen Militärführer seiner Generation und einen Freund". Bush selbst befindet sich derzeit im Krankenhaus in Houston in Texas .

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Leserkommentare
  1. Mindestens zwei (2) meiner ROTC-Deutschlerner in den Staaten gaben ihren Sch"aferhundwelpen den Namen ,,Schwarzkopf", um ihn zu ehren.

  2. man über Tote nur Gutes. Angesichts der Kriegsführung von Herrn Schwarzkopf im 2. Golfkrieg fällt mir das allerdings schwer. Wikipedia schreibt u. a., wie irakische Soldaten von US-Bulldozern lebendig begraben wurden:

    Another incident during the war highlighted the question of large-scale Iraqi combat deaths. This was the "bulldozer assault", wherein two brigades from the U.S. 1st Infantry Division (Mechanized) were faced with a large and complex trench network, as part of the heavily fortified "Saddam Hussein Line". After some deliberation, they opted to use anti-mine plows mounted on tanks and combat earthmovers to simply plow over and bury alive the defending Iraqi soldiers. One newspaper story reported that U.S. commanders estimated thousands of Iraqi soldiers surrendered, escaping live burial during the two-day assault 24–26 February 1991. Patrick Day Sloyan of Newsday reported, "Bradley Fighting Vehicles and Vulcan armored carriers straddled the trench lines and fired into the Iraqi soldiers as the tanks covered them with mounds of sand. 'I came through right after the lead company,' [Col. Anthony] Moreno said. 'What you saw was a bunch of buried trenches with peoples' arms and things sticking out of them...'"[124]

    Eine Leserempfehlung
    • Gerry10
    • 28. Dezember 2012 8:00 Uhr

    Dr Gegner war eine viertklassige Armee deren Soldaten unmotiviert, schlecht ausgebildet und schlecht ausgestattet waren. Einfache Männer die nur nach Hause wollten.
    Die USA brauchte 1991 einen "großen" Sieg und einen Helden weil der Vietnamkrieg, kaum 20 Jahre her, derart in die Hose gegangen war.
    Bei allem Respekt für den Mann (und Beileid für seine Familie) ein großer miitärischer Gigant war er nicht sondern ein williges Propagandainstrument der USArmy.

    6 Leserempfehlungen
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    Ich würde den Iraker damals nicht einmal unterstellen, unmotiviert gewesen zu sein. Die Amerikaner hatten aber schon damals Uran-Munition verwendet. Diese durchschlug die Panzerung der irakischen Fahrzeuge, wie ein warmes Messer die Butter schneidet. Die hatten keine Chance.

    Manchmal glaube ich, dass das Gezeter der Amerikaner gegenüber dem iranischen Nuklearprogramm genau diese Ursache hat: Was passiert, wenn der böse Feind mal mit Uran-Munition zurückschießt? Da könnte er auch mit recht einfachen Mitteln einen Flugzeugträger versenken.

    Na wenigstens hatten Bush Senior und Schwarzkopf nicht so einen peinlichen Eindruck hinterlassen, wie die Protagonisten im 2.ten Golfkrieg der Amerikaner. So etwas reicht dann schon zum Heldentum.

    Wüste vorsich ging. Die irakische Armee war den impirialistischen Agressoren auf allen Ebenen unterlegen. War auch kein Wunder wenn die hochgerüsteste Armee und ihre nicht schlecht bestallten Verbündeten ein ausgblutetes Dritte-Welt-Land überfallen.

  3. ist die Welt um einen heroischen Superhelden ärmer...

    • devise
    • 28. Dezember 2012 8:59 Uhr

    Gibt's etwa auch kleine?

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    • grrzt
    • 28. Dezember 2012 9:05 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

    • grrzt
    • 28. Dezember 2012 9:05 Uhr
    6. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/ls

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  4. Ich würde den Iraker damals nicht einmal unterstellen, unmotiviert gewesen zu sein. Die Amerikaner hatten aber schon damals Uran-Munition verwendet. Diese durchschlug die Panzerung der irakischen Fahrzeuge, wie ein warmes Messer die Butter schneidet. Die hatten keine Chance.

    Manchmal glaube ich, dass das Gezeter der Amerikaner gegenüber dem iranischen Nuklearprogramm genau diese Ursache hat: Was passiert, wenn der böse Feind mal mit Uran-Munition zurückschießt? Da könnte er auch mit recht einfachen Mitteln einen Flugzeugträger versenken.

    Na wenigstens hatten Bush Senior und Schwarzkopf nicht so einen peinlichen Eindruck hinterlassen, wie die Protagonisten im 2.ten Golfkrieg der Amerikaner. So etwas reicht dann schon zum Heldentum.

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    Das was man Uranmunition nennt oder DU-Munition (depleted uranium).
    Ist ein Kern aus U 238, das Zeug hat der Iran theorietisch seit er den ersten Atomreaktor hatte.

    Das Uranmetall das in Geschossform zu fertigen ist dann nur eine rein technische Sache.

    Der Konfkliktz mitz dem Iran geht um die Produktion von U 235.

  5. viele Soldaten hatten nicht das Glück, so alt zu werden. Nun kann er den Jungs auf Wolke 7 erklären, was er da gemacht hatte.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, dpa
  • Schlagworte Saddam Hussein | Leon Panetta | Gedächtnis | Golf | Golfkrieg | Krankenhaus
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