US-GeheimdienstePentagon will Hunderte Spione ins Ausland schicken

Das US-Militär reagiert auf "neue Bedrohungen" und baut seinen Geheimdienst massiv aus. So soll ein US-Spionagenetz von noch nie dagewesenem Umfang entstehen. von dpa

Pentagon-Gebäude des US-Verteidigungsministeriums

Pentagon-Gebäude des US-Verteidigungsministeriums  |  ©STAFF/AFP/Getty Images

Das US-Verteidigungsministerium plant, seinen Geheimdienst DIA massiv auszubauen. Hunderte zusätzliche Spione sollten ins Ausland geschickt werden, berichtete die Washington Post unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Vorgesehen sei, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Netzwerk mit einem ähnlichen Umfang wie das der CIA aufzubauen.

Bisher arbeiten im Auftrag des Militärgeheimdienstes DIA einige Hundert Menschen im Ausland. Künftig sollen es etwa 1.600 sein, ein großer Teil davon solle verdeckt arbeiten. Zusammen mit dem Ausbau der CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September entstehe damit ein US-Spionagenetz von noch nie dagewesenem Umfang, berichtete die Zeitung.

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Die DIA solle sich hauptsächlich auf "neue Bedrohungen" konzentrieren: Dazu gehörten militante Islamisten in Afrika , Waffentransfers durch Nordkorea und den Iran und der Ausbau des Militärapparates in China . Bisher war die DIA hauptsächlich mit der Beschaffung von Informationen an Kriegsfronten beschäftigt.

Seit die USA verstärkt auf Drohnenangriffe setzen, bekommen Geheimdienstinformationen eine noch wichtigere strategische Rolle. Derzeit ist – außerhalb des Kriegsgebietes Afghanistan – vor allem die CIA verantwortlich für tödliche Angriffe mit ferngelenkten Flugzeugen.

Vorliebe der Regierung Obama

Der Ausbau der Geheimdienste hänge mit dem strategischen Umdenken der Regierung Obama zusammen, berichtete die Washington Post : Sie setze lieber auf Spionage und verdeckte Aktionen statt auf konventionelle Militäroperationen.

Die DIA selbst darf anders als die CIA keine Angriffe wie etwa Drohneneinsätze oder Sabotageakte verüben. Sie liefert aber den Streitkräften Informationen für deren Militärschläge. Mit dem Ausbau des Militärgeheimdienstes könnten die tödlichen Angriffe und Geheimoperationen zunehmen, spekulierte die Washington Post .

Der Ausbauplan der DIA sei in einer ungewöhnlich engen Zusammenarbeit zwischen Militärs und CIA entwickelt worden. Die Kooperation sei von Verteidigungsminister Leon Panetta vorangetrieben worden, der früher selbst CIA-Chef war.

Sein Amtsnachfolger David Petraeus war auch an dem Vorhaben beteiligt. Als Armeegeneral verfügt er über enge Verbindungen zum Militär. Er musste Anfang November zurücktreten , nachdem bekannt wurde, dass er eine außereheliche Affäre unterhalten hatte.

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Leserkommentare
    • socal
    • 02. Dezember 2012 21:33 Uhr

    Na, dann heißen wir die neuen Einwanderer aus den Vereinigten Staaten doch einmal herzlich willkommen !

    Deutschland ist ja bekanntermaßen eine Drehscheibe sowohl für die diversen amerikanischen Special-Ops Einheiten auf der einen Seite, wie auch für die Islamisten auf der anderen Seite.
    Islamisten übrigens, denen es hier in Deutschland nicht zuletzt deswegen so gut gefällt, weil die Amerikaner ja Jahrzehntelang das eher wenig ausländerfreundliche Nachkriegs(- West)Deutschland umerzogen und allgemein "offener" und "gefälliger" gemacht haben.
    Eine gewisse Ironie der Geschichte mag sich dem interessierten Leser hier nicht ganz verbergen.

    Und mit Waffen handeln wir ja sowieso gerne: in aller Welt, ganz gleich wie übel der betreffender Machthaber/Diktator auch ist.

    Nebenbei fällt mir noch gerade ein, daß General Electric in Deutschland massiv seine Aktivitäten ausbauen will, zB an deren fachlich und inhaltlich komplett belanglosen "Forschungs-"Standort in Garching Nahe München oder im Business Center von Frankfurt.
    Aber das macht ja für die Legendenbildung dann endlich auch wieder richtig Sinn !

    In diesem Sinne: Ride on, Cowboys !

  1. läßt grüßen.

    Es wäre der amerikanischen Bevölkerung und der Welt außerhalb der USA besser damit gedient, wenn sich die USA um ihr Land kümmerten und zwar nur um ihr Land.

    Die verdeckten Operationen der CIA seit dem 2. Weltkrieg, haben mehr Leid als auch nur irgendetwas Konstruktives geleistet, sieht man mal davon ab, dass deren Wirtschaft davon profitiert, insbesondere der militärische Sektor.

    Mir gruselt vor Amerika.

  2. Das ist aber, glaube ich, bei Konservativen und Liberalen in fast allen Ländern so. Jedenfalls kann man das auch immer mal wieder in D beobachten: Staatliche Ausgaben und Subventionen etc. sind eigentlich immer nur so lange schlecht, wie sie nicht den eigenen Vorlieben entsprechen oder der eigenen Klientel dienen.

  3. 44. Dafür

    gibt's für die Öffentlichkeit dann Informationen darüber, wer alles "Weapons of Mass Destruction" hat und zur "Axis of Evil" hinzugefügt werden muss.

  4. "Derzeit wird u.a. in Sachsen-Anhalt das Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung überarbeitet, mit dem z.B. der Polizei die Möglichkeit gegeben werden soll, ohne besondere rechtliche Hürden, Kommunikationsnetze aufgrund vager "Gefahrenlagen" abschalten zu lassen.
    http://winfuture.de/news,...
    Iranische Verhältnisse also."
    ------------------
    Warum Iranische? Ich denke in Sachsen-Anhalt war man bis 1989 mit dieser Mentalität bestens vertraut.

    Antwort auf "Staatsterrorismus"
  5. 46. Super!

    Da frage ich mich schon die ganze Zeit, wo ich als Student nen Nebenjob herbekomme... Zum Glück gibt es das Pentagon! Macht sich mit Sicherheit auch auf dem Lebenslauf gut, Berufliche Qualifikation: Inoffizieller Mitarbeiter im Fachbereich Informationsbeschaffung und -analyse.

  6. USA ist eine Weltmacht, Europa wird, kann es nie werden, so ist das nun mal. Die USA merken es gerade mal wieder wer sie mal waren....

  7. Wieso geben die USA diese "Information" an die Presse weiter? Natürlich um Angst zu schüren und die USA wieder ins Zentrum des Bewusstseins der Menschen zu rücken. Obama als Friedensnobelpreisträger ist ja schon in der ersten Amtsperiode durch illegale Angriffe mit Drohnen, die zahlenmäßig denen der Regierung Bush weit überlegen waren, positiv aufgefallen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte CIA | Pentagon | Militär | Washington Post | David Petraeus | Flugzeug
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