RüstungsgeschäftSüdkorea will US-Drohnen kaufen

Wettrüsten auf der koreanischen Halbinsel: Nordkorea testet neue Raketen – und Südkorea will das stärker überwachen. Drohnen aus den USA sollen dabei helfen. von reuters

Die USA sind bereit, ihren Verbündeten Südkorea mit Drohnen aufrüsten. Die Regierung um Präsident Barack Obama setzte den US-Kongress von dem Vorhaben in Kenntnis. Südkorea wolle vier Drohnen vom Typ RQ-4 Global Hawk des US-Herstellers Nothrop Grunman zum Preis von 1,2 Milliarden Dollar kaufen und damit seine Überwachungskapazitäten ausbauen.

Die südkoreanische Regierung hat seit etwa vier Jahren Interesse an dem System. In den USA wird das Vorhaben seit Langem kontrovers diskutiert. Das US-Gesetz sieht vor, dass der Kongress vor einem Waffengeschäft informiert werden muss.

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Global Hawk kann mutmaßlich aus großer Höhe bewegliche und unbewegliche Ziele auch bei schlechtem Wetter ausspähen. Beobachter schließen nicht aus, dass ein Verkauf der unbemannten Kleinflugzeuge an Südkorea ein Wettrüsten in der Region nach sich ziehen könnte.

Raketenprogramm beunruhigt Südkorea

Nordkorea hatte Mitte Dezember mit dem Start einer Rakete internationale Kritik provoziert. Die USA, Südkorea, Japan und andere Länder vermuten dahinter den militärischen Test einer Waffe, die, mit Atomsprengköpfen bestückt, auch die USA erreichen könnte. Die Vereinten Nationen hatten den Start einen "hochprovokativen Akt" genannt, der gegen UN-Resolutionen verstoße.

Nach Angaben der nordkoreanischen Regierung wurde lediglich ein Wettersatellit ins Weltall gebracht. Machthaber Kim Jong Un hatte vergangene Woche angekündigt, das Raketenprogramm weiter ausbauen zu wollen.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

  2. mit Satelliten überwachen.

    Ich vernute, es geht nicht um Ausbau der Überwachungskapazität sondern um die Erreichung einer präzisen Angriffskapazität.

    Ich bin zwar kein Millitärfachmann, aber wenn man sieht wofür die Amerikaner Ihre Drohnen verwenden.

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    nämlich den, dass jede halbwegs funktionierende Spionageabwehr weiß, wann diese das eigene Land überfliegen. Indien zum Beispiel ist es gelungen, an der Satellitenbeobachtung vorbei ihren Test der Atombombe vorzubereiten.
    Den Global Hawk können Sie dagegen jederzeit starten, er lässt sich auch nicht bewaffnen. Wenn es den Südkoreanern darauf ankäme, würden sie andere Drohnen ordern.

    Trotzdem enthalten Bestellung und die dann folgenden Aufklärungs-/Spionageflüge natürlich Konflikt- und Eskalationspotenzial.

    An die Redaktion: Den Global Hawk als "Kleinflugzeug" zu bezeichnen ist vielleicht nicht ganz treffend. Er hat m.W. in etwa die Spannweite einer Boing 737.

    • zd
    • 26. Dezember 2012 13:27 Uhr

    wieso haben sie bereits eine meinung???

    global howk ist eine beobachtungsdrohne. fuer eine kampfdrohne ist sie viel zu teuer. ja man koennte sie rein theoretisch mit waffen ausruesten. aber das kann man auch mit einer a380 machen und daraus das groeste kampflugzeug aller zeiten zu machen. hat es einen sinn?

    satelitenbilder haben eine schlechtere aufloesung und spionagesateliten brauchen manchmal tage um eine guenstige lage fuer fotos zu bekommen.

  3. Nachdem Brzezinski (US-Sicherheitsberater) dem amtierenden US-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Obama mit der Hochrüstung der Taliban (während des russischen Afghanistankrieges) eine hervorragende Dauertestumgebung für amerikanisches Kriegsgerät erschaffen hat, kann nun die US-Waffenindustrie Südkorea ein ausgereiftes und in Pakistan langjährig getestetes Qualitäsprodukt offerieren.

    Frohe Weihnachten!

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  4. nämlich den, dass jede halbwegs funktionierende Spionageabwehr weiß, wann diese das eigene Land überfliegen. Indien zum Beispiel ist es gelungen, an der Satellitenbeobachtung vorbei ihren Test der Atombombe vorzubereiten.
    Den Global Hawk können Sie dagegen jederzeit starten, er lässt sich auch nicht bewaffnen. Wenn es den Südkoreanern darauf ankäme, würden sie andere Drohnen ordern.

    Trotzdem enthalten Bestellung und die dann folgenden Aufklärungs-/Spionageflüge natürlich Konflikt- und Eskalationspotenzial.

    An die Redaktion: Den Global Hawk als "Kleinflugzeug" zu bezeichnen ist vielleicht nicht ganz treffend. Er hat m.W. in etwa die Spannweite einer Boing 737.

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    • Annales
    • 26. Dezember 2012 13:23 Uhr

    Südkorea hat am 29.11.2012 erfolglos eine Trägerrakete getestet. Eine Rakete mit über 127 Tonnen Startmasse!

    Davon wird in deutschen Medien überhaupt nicht berichtet.

    Wozu braucht Südkorea eine Trägerrakete, wenn doch USA und Europa derer Satelliten ins All befördern können?

    Nordkoreas Raketenstart mag eine Provokation sein, aber warum verschweigt man über den Start in Südkorea?

    Was Nordkorea betrifft, da scheint die deutschen Medien ziemlich selektiv zu sein. So auch z.B. beim Inselbeschuss vor einpaar Jahren. Damals hat Südkorea mit scharfer Munition ins nordkoreanisches Hochheitsgewässer gefeuert, erst danach hat Nordkorea zurückgeschossen, was natürlich angesichts der Opfer in Südkorea zu verurteilen ist. Aber die Provokation geht von Südkorea aus und wird hier in den Medien völlig verschwiegen.

    Dass Südkorea ständig nahe der Grenze Mannöver startet und oft auch scharf schießt wird kaum erwähnt. Aber wenn Nordkoera mal eine Manöver startet, dann spricht man gleich von Provokation.

    Erst vor zwei Monaten fand in Südkorea landesweit gleichzeitig mehrere Mannöver statt. Über zweihundert tausend Soldaten und 500 Amerikaner waren beteiligt.

    Zum Streit gehören immer zwei!Und Südkorea macht sich dabei genau so schuldig wie Nordkorea.

    7 Leserempfehlungen
    • zd
    • 26. Dezember 2012 13:27 Uhr

    wieso haben sie bereits eine meinung???

    global howk ist eine beobachtungsdrohne. fuer eine kampfdrohne ist sie viel zu teuer. ja man koennte sie rein theoretisch mit waffen ausruesten. aber das kann man auch mit einer a380 machen und daraus das groeste kampflugzeug aller zeiten zu machen. hat es einen sinn?

    satelitenbilder haben eine schlechtere aufloesung und spionagesateliten brauchen manchmal tage um eine guenstige lage fuer fotos zu bekommen.

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    Wenn Südkorea und Nordkorea jeweils daran bestrebt sind, eine Trägerrakete zu starten, sieht das für mich ersteinmal nach kaltkriegsartigem Wettlauf aus. Die Bewertung von außerhalb, die einen wollen Waffen, die anderen bloß in den Orbit, zeugt von der üblichen ideologie unserer Medien.
    Interessant finde ich, das beide Trägerraketen (süd "Naro" und nord "Unha") auf russischer Technik basieren.
    .
    Drohnen ungestraft über fremden Ländern einzusetzen ist nix neues leider. Das hat mit dem (un)recht des Stärkeren zu tun.
    930 Mio Euro kostet so ein "Global Hawk" übrigens, um 4 Stück geht es wohl. Tja, Waffengeschäfte bringen einigen wenigen richtig viel Geld auf Kosten sehr vieler. So ist das nunmal.
    .
    @zd, bzgl. "wenn sie kein fachmann sind, wieso haben sie bereits eine meinung":
    Sind sie echt der 'Meinung', das sich das auszuschließen hat?

    • scrut
    • 26. Dezember 2012 14:29 Uhr

    Nun, wer die US-Militäroperationen in der Vergangenheit anschaut, der findet immer ein ähnliches Muster vor: es beginnt mit scheinbar harmlosen Aufklärungsmissionen (oder der Unterstützung derselben), es werden Berater und Trainer entsandt, es wird humanitäre Hilfe geleistet und dergleichen mehr. Leider stellt sich fast immer im Nachhinein heraus, dass diese Aktivitäten so gut wie immer einen strategischen politischen und militärischen Anteil haben: dass Helfer in Flüchtlingscamps oder Ärzte in Wahrheit Spionage betreiben, dass die Daten der Überwachungsdrohnen zur Bildung von Angriffsplänen verwendet werden, dass die Trainer und Berater politische Umstürze begleiten und aktiv triggern und so weiter.

    Sobald derart trainierte, beratene und versorgte "Oppositionelle" dann beginnen, ihre Agenda mit Gewalt durchzusetzen, entstehen Bürgerkriege und humanitäre Katastrophen wie jetzt gerade in Syrien.

    Und kurz darauf bildet sich eine internationale Allianz (natürlich unter der Führung der USA) und man marschiert dort ein. Natürlich nur aus humanitären Gründen. Und schon gibt es einen voll ausgeprägten Krieg im Lande und am Ende sind die amerikanischen Interessen gewahrt.

    Leider zeigt sich immer wieder, dass die USA nie etwas tun, ohne ihre eigenen Interessen vorrangig zu verfolgen. Weshalb es leider angeraten ist, selbst solche Drohnenverkäufe oder gar die Unterstützung humanitärer Hilfe aus den USA zu hinterfragen.

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    • scrut
    • 26. Dezember 2012 14:33 Uhr

    hat daher eigentlich nur eine einzige Wahl: sich nach Abwehrmechanismen umzuschauen, die imstande sind, Drohnen zu erkennen und abzuschießen.

    Denn wenn Südkorea die Drohnen tatsächlich über das Gebiet Nordkoreas entsendet, begeht Südkorea einen Völkerrechtsbruch und gibt Nordkorea das Recht, sich zu wehren.

    Ich persönlich finde die Situation in Nordkorea furchtbar und nicht zu ertragen, aber die dortigen Verbrechen lassen sich nicht mit neuen Verbrechen wettmachen.

    Die einzige Organisation, die hier Abhilfe schaffen könnte, wären die Vereinten Nationen. Aber solange dort keine demokratischen Strukturen herrschen, wird es kaum möglich sein, hier einzugreifen. Und dass demokratische Strukturen verhindert werden, dafür werden die Veto-Mächte schon sorgen. Leider.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, nf
  • Schlagworte Barack Obama | Südkorea | Vereinte Nationen | Dollar | Drohne | Präsident
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