Syrien-KonfliktUSA beordern Patriot-Raketen in die Türkei

US-Verteidigungsminister Panetta hat zwei Abwehrraketen für den Einsatz an der türkisch-syrischen Grenze freigegeben. Auch Deutschland will sich dort engagieren. von dpa und reuters

Eine amerikanische Patriot-Rakete

Eine amerikanische Patriot-Rakete  |  © Richard Chung/Reuters

Die USA haben einem Bericht zufolge die Verlegung von Patriot-Abwehrraketen an die türkisch-syrische Grenze auf den Weg gebracht. Verteidigungsminister Leon Panetta habe die entsprechenden Befehle unterzeichnet, berichtet die New York Times und der US-Sender CBS . Bis Ende Januar sollen zwei Raketen-Batterien und 400 Soldaten einsatzbereit sein. Von den insgesamt sechs geplanten Einheiten sollen je zwei aus den USA, aus Deutschland und den Niederlanden kommen. Sie werden unter dem Kommando der Nato stehen. Die drei Staaten verfügen als einzige Nato-Mitglieder über die moderne Patriot-Version PAC-3.

Die deutschen Patriots sollen ungefähr 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt im Südosten der Türkei stehen. Ein Teil der deutschen Soldaten soll auch bei der Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen (Airborne Warning and Control Systems) helfen. Der Einsatz ist zunächst bis Ende Januar 2014 befristet. Die Kosten hat die Bundesregierung bislang auf etwa 25 Millionen Euro beziffert.

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Sie hat den Einsatz von bis zu 400 Bundeswehr-Soldaten gebilligt. Der Bundestag stimmt heute darüber ab. Für den neuen Einsatz wird eine große Mehrheit erwartet: Mit Ausnahme der Linkspartei , die sich auf ein Nein festgelegt hat, wollen alle Fraktionen dafür stimmen.

Der Bundeswehrverband sieht die deutschen Soldaten jedoch nicht ausreichend gegen den Einsatz von chemischen Waffen geschützt. Verbandschef Ulrich Kirsch sagte der Welt , er hätte sich gewünscht, "dass ein Anteil für den ABC-Schutz vor Ort von vornherein eingeplant worden wäre". Sollte die syrische Regierung tatsächlich chemische Kampfstoffe einsetzen, reiche es nicht, "die Schutzkräfte in Deutschland vorzuhalten". Ansonsten sei der Kräfteansatz für die Türkei-Mission der Bundeswehr aber "wohlkalkuliert".

Die Türkei sorgt sich zunehmend, dass der Bürgerkrieg auf ihr Territorium übergreift. Sie hat deshalb die Nato-Bündnispartner um die Stationierung der Flugabwehrraketen gebeten.

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Leserkommentare
  1. dass Sie hier den grossen Aufklärer spielen müssen. Natürlich geht es um Macht. Es geht aber vor allem auch darum wie man sie einsetzt wenn man sie dann hat.

    Amerika geht es freilich auch darum den Islamismus weitgehend zu unterdrücken. Selbst wenn ich mich bei der Länderauswahl meiner Reisen von derartigen Regionen fernhalte, unterstütze ich dieses Vorgehen. Es ist nämlich auch für mich ein Abwägen, wessen Brutalität für meine persönliche Situation und die Ideale eher in Kauf zu nehmen ist.

    In diesem - wie auch den meisten anderen Fällen - ist der amerikanische Weg zugegebenermassen sehr pragmatisch und selbstverständlich(!) eigennützig. Aber wenn Sie denken, dass es keine grössere Bedrohung durch den Islamismus gibt, die man bekämpfen muss, dann tun Sie mir leid.

    Antwort auf "Danke"
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    ...es ist also völlig legitim, dass die westlichen, christlichen Domokratien ihre Freiheit und moralische Überlegenheit "verteidigen" in dem sie also nach Ihrer Darstellung einen "Glaubenskrieg" führen?

    Sie sehen eine Bedrohung Ihrer Freiheit durch den Islam?

    Sie sitzen in einem Land dessen Schutzmächte bis an die Zähne mit Atom- und anderen Waffen- und zudem mit unvergleichlicher Wirtschaftsmacht- sowie in allen Belangen fortschrittlichster Technologie ausgestattet sind und haben Angst um Ihre vom Islam bedrohte Freiheit?

    Wow, also wenn das nicht paranoid ist, weiß ich auch nicht.

  2. ab. Nennt sich dann demokratischer Entscheidungsprozess. Ob Ihnen das konkrete Vorgehen oder die Auswahl an Eingriffen passt ist völlig irrelevant.

    Wer denkt, dass die inneren Angelegenheiten eines Staates auch wirklich nur diesen etwas angehen, der hat sich die Folgen bei Durchsetzung dieser Forderung wohl nicht gründlich überlegt.

    Was wäre dann bspw. mit der Schweiz, die das Bankgeheimnis nach wie vor hat. Auch eine innere Angelegenheit der Schweiz. Niemand hat demnach das Recht sich einzumischen, oder doch?

    Was wäre mit Griechenland, das die Hände aufhält für Hilfszahlungen aufhält, aber innenpolitisch nicht dafür sorgt, dass die Bürger - insb. die wohlhabenden - anständig ihre Steuern bezahlen?

    Es gibt unzählige weitere Beispiel für den - auch gesellschaftlich erwünschten - Eingriff eines Staates in die inneren Angelegenheiten eines anderen souveränen Staates.

    Antwort auf "Aha,..."
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    ...erklommen und sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

    "Was wäre mit Griechenland, das die Hände aufhält für Hilfszahlungen aufhält, aber innenpolitisch nicht dafür sorgt, dass die Bürger - insb. die wohlhabenden - anständig ihre Steuern bezahlen?"

    Sie verzerren die Wahrheit. Aber Griechenland ist hier nicht das Thema.
    Aber ich merke schon, dass das der Deutsche schnell gelernt hat, wenn er sich moralisch überhöhen möchte, zaubert er Griechenland aus dem Ärmel. Wirklich gut.

  3. das man jetzt endlich darauf kommt Friedenstuppen zu entsenden. Normal wären die schon zu beginn nötig gewesen, aber es muss wohl immer erst zehntausende Tote geben bis man sich für so eine Entscheidung, die natürlich Geld kostet durchringt.
    Etwas schade finde ich das der normale Medienkonsument darüber in unseren Medien gar nichts mitbekommt, obwohl es doch relativ viele Nachrichten über das geschehen dort gibt.

    Antwort auf "Sind Sie sicher?"
  4. ...es ist also völlig legitim, dass die westlichen, christlichen Domokratien ihre Freiheit und moralische Überlegenheit "verteidigen" in dem sie also nach Ihrer Darstellung einen "Glaubenskrieg" führen?

    Sie sehen eine Bedrohung Ihrer Freiheit durch den Islam?

    Sie sitzen in einem Land dessen Schutzmächte bis an die Zähne mit Atom- und anderen Waffen- und zudem mit unvergleichlicher Wirtschaftsmacht- sowie in allen Belangen fortschrittlichster Technologie ausgestattet sind und haben Angst um Ihre vom Islam bedrohte Freiheit?

    Wow, also wenn das nicht paranoid ist, weiß ich auch nicht.

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    Aber gut, damit werde ich wohl leben müssen. Es geht übrigens nicht darum das Christentum zu verbreiten, im Gegenteil. Religionen, das zeigt die ältere wie die neuere Geschichte haben unsägliches Leid über die Menschheit gebracht.

    Deutschland hat ja bekanntermassen keine Atomwaffen. Bislang stellen diese auch keine reale Bedrohung dar, weil die Atommächte alle auf der selben Seite stehen. Wenn man weiterhin einfach zusieht ist es jedoch nur eine Frage der Zeit bis auch ein Fundamental-islamistischer Staat diese Technologie besitzt. Solange kann man nicht zusehen.

    Wenn Sie da anderer Meinung sind sei Ihnen Ihre Unbedarftheit herzlich gegönnt. Aber unterstellen Sie mir nicht ich wäre paranoid, solange Fundamentalisten versuchen Atomraketen zu basteln um das Abendland mit all seinen 'Zionisten' dem Erdboden gleichzumachen.

  5. Aber gut, damit werde ich wohl leben müssen. Es geht übrigens nicht darum das Christentum zu verbreiten, im Gegenteil. Religionen, das zeigt die ältere wie die neuere Geschichte haben unsägliches Leid über die Menschheit gebracht.

    Deutschland hat ja bekanntermassen keine Atomwaffen. Bislang stellen diese auch keine reale Bedrohung dar, weil die Atommächte alle auf der selben Seite stehen. Wenn man weiterhin einfach zusieht ist es jedoch nur eine Frage der Zeit bis auch ein Fundamental-islamistischer Staat diese Technologie besitzt. Solange kann man nicht zusehen.

    Wenn Sie da anderer Meinung sind sei Ihnen Ihre Unbedarftheit herzlich gegönnt. Aber unterstellen Sie mir nicht ich wäre paranoid, solange Fundamentalisten versuchen Atomraketen zu basteln um das Abendland mit all seinen 'Zionisten' dem Erdboden gleichzumachen.

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    "Aber unterstellen Sie mir nicht ich wäre paranoid, solange Fundamentalisten versuchen Atomraketen zu basteln um das Abendland mit all seinen 'Zionisten' dem Erdboden gleichzumachen."

    Neeeiiin, dass würde mir im Traum nicht einfallen.

    Man sieht es ja an Pakistan.Was haben die aber mit ihren Atomraketen um sich geballert.
    Weil die nämlich total scharf darauf sind die Erde auf immer und ewig unbewohnbar zu machen. So wie damals die Sowjets...

  6. ...erklommen und sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

    "Was wäre mit Griechenland, das die Hände aufhält für Hilfszahlungen aufhält, aber innenpolitisch nicht dafür sorgt, dass die Bürger - insb. die wohlhabenden - anständig ihre Steuern bezahlen?"

    Sie verzerren die Wahrheit. Aber Griechenland ist hier nicht das Thema.
    Aber ich merke schon, dass das der Deutsche schnell gelernt hat, wenn er sich moralisch überhöhen möchte, zaubert er Griechenland aus dem Ärmel. Wirklich gut.

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    Es ging lediglich darum aufzuzeigen in welchen konsequenten Fällen eine Einflussnahme von Ausserhalb sehr wohl sinnvoll und auch notwendig ist. Schliesslich profitiert Griechenland auch von der Mitgliedschaft in der Gemeinschaft. Eine Abschirmung der Innenpolitik, welche diesem Aspekt keine Rechnung trägt wäre daher unangebracht.

    Halten wir doch einfach mal fest: Sie denken die USA mit ihrem Imperialismus sind die Wurzel allen Übels und stellen daher die grösste Bedrohung für die Weltordnung dar. Ich hingehen denke, dass die zunehmende Radikalisierung der islamischen Staaten sowohl für die Bürger der jeweiligen Länder und auch für uns als Abendland die grösste Bedrohung darstellt.

    Wir beide wägen ab. Sie verfluchen den Amerikanismus, ich den Islamismus. Besonders toll findet das jeweilige Pendant von uns beiden vermutlich keiner.

  7. "Aber unterstellen Sie mir nicht ich wäre paranoid, solange Fundamentalisten versuchen Atomraketen zu basteln um das Abendland mit all seinen 'Zionisten' dem Erdboden gleichzumachen."

    Neeeiiin, dass würde mir im Traum nicht einfallen.

    Man sieht es ja an Pakistan.Was haben die aber mit ihren Atomraketen um sich geballert.
    Weil die nämlich total scharf darauf sind die Erde auf immer und ewig unbewohnbar zu machen. So wie damals die Sowjets...

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    also nicht um die religiöse Vernarrtheit, welche in Vorankündigungen wie dem Erdbodengleichmachen von Israel kulminierten, sondern um geopolitische Fragen.

    Diesen entscheidenden Unterschied müssten auch Sie erkennen. Und aus der Geschichte eines Konfliktes - welcher aufgrund der völlig unterschiedlichen Ziele - nicht mit diesem zu vergleichen ist, Folgerungen ableiten zu wollen ist Schwachsinn.

    Da könnte ich ja jetzt als Gegenargument Hiroshima und Nagasaki anführen und hätte sie folgerichtig widerlegt.

  8. Es ging lediglich darum aufzuzeigen in welchen konsequenten Fällen eine Einflussnahme von Ausserhalb sehr wohl sinnvoll und auch notwendig ist. Schliesslich profitiert Griechenland auch von der Mitgliedschaft in der Gemeinschaft. Eine Abschirmung der Innenpolitik, welche diesem Aspekt keine Rechnung trägt wäre daher unangebracht.

    Halten wir doch einfach mal fest: Sie denken die USA mit ihrem Imperialismus sind die Wurzel allen Übels und stellen daher die grösste Bedrohung für die Weltordnung dar. Ich hingehen denke, dass die zunehmende Radikalisierung der islamischen Staaten sowohl für die Bürger der jeweiligen Länder und auch für uns als Abendland die grösste Bedrohung darstellt.

    Wir beide wägen ab. Sie verfluchen den Amerikanismus, ich den Islamismus. Besonders toll findet das jeweilige Pendant von uns beiden vermutlich keiner.

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    Ich liebe meinen westlichen Lebensstil und meine Freiheit!

    Aber ich weiß auch, dass es uns nicht zusteht, die Welt mit all' ihren Facetten zu dominieren oder wirtschaftlich- oder kriegerisch zu kolonialisieren.

    Wenn Sie über eine zunehmende Rdikalisierung reden, reden Sie über ein Symptom.
    Sie wollen das Symptom mit Waffengewalt bekämpfen, bzw. in Schach halten.
    Ich hingegen will das endlich die Ursachen wahrgenommen werden und "bekämpft" werden.

    Warum werden bestimmte Bevölkerungsteile in einigen islamisch geprägten Ländern immer fanatischer?
    Das ist die Frage!

    Und diese Frage muss sich die westliche Wertegemeinschaft gefallen lassen und sich langsam aber sicher von der Vorstellung verabschieden, dass es auf ewig billigsten Wohlstand auf Kosten anderer Völker geben kann.

    Das System Assad zu bekämpfen und durch fanatisierte Moslems zu ersetzen wird nur weitere Konflikte hervorrufen. Also im Grunde niemandem irgendeinen Gewinn bringen.
    Außer natürlich einigen Profiteuren von Rüstungskonzernen, die bereits jetzt schon wieder mit 'nem angenehmen "Halbharten" durch die Gegend laufen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Bundesregierung | Leon Panetta | Die Linke | Nato | Bundestag | Bürgerkrieg
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