NRA-Pressekonferenz : Auftakt zum Showdown über Waffengesetze

Eine Woche nach dem Schulmassaker von Newtown will die US-Waffenorganisation NRA bekannt geben, zu welchen Schritten sie bereit ist. Viele hoffen auf echte Reformen.
Vom zweiten Verfassungszusatz geschützt: Ein Revolver in der Hand eines Kunden in einem Waffengeschäft in Los Angeles. © Kevork Djansezian/GettyImages

In den USA wird mit großer Spannung eine Pressekonferenz der National Rifle Association (NRA) erwartet. Eine Woche nach dem Amoklauf von Newtown will die Waffenlobby-Organisation am Nachmittag bekannt geben, wie sie helfen will, dass solche Verbrechen nicht wieder passieren können.

Die NRA hatte bislang jede Verschärfungen der US-Waffengesetze strikt abgelehnt. Seit dem Schulmassaker ist die Organisation massiv unter Druck geraten. Die NRA äußerte sich tief betrübt über den Vorfall – und versprach überraschend durch "sinnvolle Beiträge" zu helfen, "dass so etwas niemals wieder geschieht".

US-Medien spekulieren aufgrund dieser Formulierung, ob die NRA zu wirklichen Reformen bereit ist, einige Kommentatoren jedoch bleiben wegen der fehlenden Kompromissbereitschaft in der Vergangenheit äußerst skeptisch.

Druck auf NRA wächst

Der Druck für Reformen ist durch das jüngste Massaker, bei dem vor allem Kinder ums Leben kamen , sehr groß geworden. US-Medien spekulieren, dass sich einzelne Abgeordnete und Senatoren von der Lobby abwenden, von deren Unterstützung sie jahrelang profitiert hätten. Die Washington Post spricht bereits von einem "bevorstehenden Showdown über Waffengesetze" .

Zwar sind alle Versuche, die äußerst laschen Waffengesetze zu verschärfen, in der Vergangenheit gescheitert. Doch diesmal sei alles anders, schreiben einige US-Kommentatoren. Zudem ist Präsident Barack Obama fest entschlossen, etwas zu unternehmen.

Der Präsident betonte zwar, dass der Zweite Verfassungszusatz (Second Amendment), der das Recht auf das Tragen von Waffen garantiert, nicht zur Diskussion stehe. Obama setzt aber darauf, dass der Schock des Schulmassakers nachwirkt und jetzt auch diejenigen zum Umdenken bringt, die ansonsten strenge Waffengesetze ablehnen. "Die NRA ist eine Organisation, die Mütter und Väter hat", sagte er.

Verlagsangebot

DIE ZEIT wird 70 ...

... und ihre Journalisten erzählen von den Geschichten ihres Lebens. Von Geheimnissen und Irrtümern unserer Zeitung. Und von den besten Lesern der Welt. Eine Festausgabe.

Mehr erfahren

Kommentare

22 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Weil Sie immer wieder dasselbe posten..

Herr Müller Karl:
unsere amerikanischen Freunde tun auch alles, um Studien, die die Gefährlichkeit von Schußwaffen belegen könnten, zu unterbinden, Zitat:
".. setzte Jay Dickey, ein Abgeordneter aus Arkansas, der heute als Lobbyist arbeitet, über einen Budgetdeal mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton ein Verbot der Finanzierung oder Bezuschussung von Studien durch, die dazu eingesetzt werden könnten, schärfere Waffengesetze zu "empfehlen". Quelle: http://www.heise.de/tp/ar...

Gruß MK

Die Überschrift macht mich schon traurig...

Eine Woche nach dem Schulmassaker von Newtown will die US-Waffenorganisation NRA bekannt geben, zu welchen Schritten sie bereit ist. Viele hoffen auf echte Reformen.

Das hat ja hoffentlich nicht die NRA zu bestimmen, welche Reformen kommen?! So viele Politiker wird es hoffentlich nicht interessieren, wozu "die NRA BEREIT ist"?!