Werbung für eine Lotterie im US-Bundesstaat Georgia, die Schusswaffen als Hauptgewinn verspricht. ©Tami Chappell/Reuters

Wieder einmal steht sie aus traurigem Anlass in der ersten Reihe der US-Politiker, die zum Thema Waffenkontrolle reden: Carolyn McCarthy , Kongressabgeordnete aus New York . Sie ist eines der bekanntesten Gesichter der Befürworter von strengen Waffengesetzen. Die Demokratin hat schon nach den Amokläufen in Aurora, Oak Creek und Tucson auf allen Kanälen für eine härtere Regulierung gestritten. Immer vergeblich. Nach dem Mord an 20 Kindern und sieben Erwachsenen in Newtown fragte Carolyn McCarthy: "Wenn das nicht die Menschen und unsere Politiker wachrüttelt, was dann?"

Die Amerikaner respektieren ihr Engagement. Sie wissen, dass Carolyn McCarthy selbst einen schrecklichen Verlust erlitten hat: Ihr Mann wurde 1993 bei einem Amoklauf auf Long Island erschossen, ihr Sohn schwer verletzt. 1996 wurde sie erstmals als demokratische Abgeordnete ins Repräsentantenhaus gewählt – auf einer Wahlplattform, die für strikte Waffenkontrolle eintrat.

Sie will fortan ohne Rücksicht auf Verluste um Änderungen am laxen Umgang mit Waffen kämpfen. "Ich werde nicht mehr zurückweichen", sagte sie der New York Times . Sie habe dem Weißen Haus den Fehdehandschuh hingeworfen und werde eine große öffentliche Kampagne starten, sagte sie dem Magazin Politico . Dabei will sie sich unter anderem mit New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg zusammentun. Zwar lobte McCarthy die Rede von Präsident Barack Obama am Freitag, doch sie monierte, dass längst Maßnahmen zur Waffenkontrolle hätten beschlossen werden müssen.

Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündigte am Sonntag eine Gesetzesinitiative an, die den Besitz von Sturmgewehren verbietet. Sobald der Kongress in neuer Zusammensetzung im Januar seine Arbeit aufgenommen habe, werde sie den Entwurf in den Senat einbringen, sagte Feinstein dem Sender NBC . Derselbe Entwurf werde auch in das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus eingebracht. Auf die Frage, ob Präsident Obama diesen Vorstoß unterstützen werde, sagte sie: "Ich glaube, das wird er."

"We are better than this"

Dass die Wiederwahl nun hinter Obama liegt und er in seiner zweiten Amtszeit befreiter auftreten kann, lässt auch andere Waffengegner hoffen. Die Ereignisse in Newtown seien ein "game changer", etwas, das grundsätzliche Änderungen bringe, sagte David Chipman, ein früherer Beamter der Bundespolizei ATF, der New York Times .

"Wenn Dutzende von Toten in einer Grundschule Washington nicht dazu motivieren können, die einfachen Dinge zu tun, die möglich sind, fragt man sich, was dazu nötig wäre", sagte Mark Glaze, Vorsitzender der Organisation Mayors Against Illegal Guns , in der 750 Bürgermeister aus dem ganzen Land für eine bessere Waffenkontrolle werben.

Die Nichtregierungsorganisation Brady Campaign , die sich für schärfere Waffengesetze einsetzt, erklärte, eine Reform sei lange überfällig. "We are better than this", schreibt die Kampagne auf ihrer Website neben das Kondolenzbuch für die Toten von Newtown.