ParlamentswahlenBerlusconi stiftet Verwirrung über seine Kandidatur

Erst will er, dann will er vielleicht, jetzt will er, wenn es notwendig ist. Berlusconis Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten scheint längst nicht ausgemacht. von afp

Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich innerhalb weniger Tage gleich dreimal widersprüchlich über seine erneute Kandidatur als Ministerpräsident geäußert. Er fühle sich verpflichtet, seinem Land zu helfen , sagte er vergangenen Samstag. Am Mittwoch sorgte er mit der Bemerkung für Verwirrung, er werde "einen Schritt zurücktreten", sollte Monti als Chef eines Mitte-Rechts-Bündnisses antreten.

Und nun relativierte der 76-Jährige auch diese Aussage im Fernsehsender VRT: Er habe "so viel zu tun jenseits der Politik", dass er nur antrete, wenn dies notwendig sei. Als alternative Betätigungsfelder zur Politik nannte Berlusconi seine große Familie, eine Stiftung zum Bau von Krankenhäusern und seinen Fußballclub AC Mailand. Sollte Monti "die gemäßigten Italiener hinter sich vereinen, wäre ich glücklich, in meinem ehrwürdigen Alter nicht mehr zu kandidieren", sagte Berlusconi.

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Berlusconi bei EU-Treffen im Abseits

Seine jüngste Aussage könnte jedoch auch damit zusammenhängen, dass Berlusconi sich seine Rückkehr etwas anders vorgestellt hatte. Am Donnerstag wurde er von den konservativen Parteichefs der europäischen Staaten brüskiert, als sie sich zur Vorbereitung des EU-Gipfels in Brüssel trafen. Außer dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orb á n habe bei dem Treffen niemand Verständnis für Berlusconi gezeigt und diesen ausdrücklich begrüßt, schrieb die italienische Tageszeitung La Repubblica .

Berlusconi habe nach dem Treffen der Europäischen Volkspartei (EVP) gesagt, er wäre dort gar nicht hingegangen, wenn er "gewusst hätte, was mich erwartet".

Hollande und Merkel loben Monti

Montis für Anfang kommenden Jahres angekündigter Rückzug und die Ankündigung Berlusconis, erneut für das Amt des Regierungschefs zu kandidieren, hatten in Europa in den vergangenen Tagen Sorge ausgelöst.

Frankreichs sozialistischer Präsident François Hollande sagte bei dem EU-Treffen, er sehe "keine sehr ernsthafte Perspektive", dass Berlusconi in Italien noch einmal Regierungschef werden könnte. Zuvor hatte Hollande Monti demonstrativ gelobt: Er sei ein "Mann, der Italien erlaubt hat, sich zu erholen, der dafür gesorgt hat, dass Italien respektiert wird".

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, "ich werde mich nicht in die Frage einmischen, wer in Italien Kandidat wird". Dennoch habe sie deutlich gemacht, dass die Regierung Monti sehr hilfreiche Arbeit dafür geleistet habe, dass Italien wieder Vertrauen genieße.

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Leserkommentare
  1. Nicht mehr Möglich.

    Der Mann hat einfach Fertig
    Seine Partei PDL hat mehr als Fertig - kaum 13%

    Niemand will, mit PDL Koalieren...
    Lega Nord, auch in den letzten Zügen.

    Diese Herrschaften haben sich überlebt.
    Eine Ehra ist zu ende.

    Punkt

    2 Leserempfehlungen
  2. Ich schreibe für eine nicht Völkische EU, und für den 3. Größten Wirtschaftsstaat Italien.

    Sind Sie gewiss, wir belasten den Deutschen Staat nicht.
    Wir müssen leider die Italienische Bevölkerung (noch) belasten.

    Aber das geht auch vorbei.

    2 Leserempfehlungen
  3. Es ist eine Schande, dass man sich im übrigen Europa überhaupt über inneritalienische Angelegenheiten sorgen muss. Dank dem Euro wird der deutsche Steuerzahler (und der österreichische, niederländische und finnische) einem enormen Ausfallrisiko ausgesetzt, je nachdem welches Theaterstück in den Peripheriestaaten gerade aufgeführt wird. Ich sehe den Sinn in dieser Schwachwährung nicht. Bisher hat dieses verfehlte Konstrukt nur Schaden angerichtet, die europäischen Völker entzweit und den Kontinent in eine Wirtschafts- und Finanzkrise gestürzt.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sk
  • Schlagworte Silvio Berlusconi | Angela Merkel | Italien | Bundeskanzler | EU-Gipfel | Krankenhaus
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