AfrikaRebellen in Zentralafrika lehnen Gesprächsangebot ab

Zentralafrikas Präsident Bozizé hat angeboten, mit den Rebellen zu verhandeln. Diese trauen dem Angebot nicht und kündigen den Einmarsch in die Hauptstadt Bangui an.

Zentralafrikanische Soldaten patrouillieren eine Straße in der Hauptstadt Bangui.

Zentralafrikanische Soldaten in der Hauptstadt Bangui  |  © Sia Kambou/AFP/Getty Images

Die Rebellen in der Zentralafrikanischen Republik haben das Angebot des Staatschefs François Bozizé abgelehnt, über die Bildung einer neuen Regierung zu verhandeln. "Wir glauben nicht an Bozizés Versprechungen", sagte ein Sprecher der Rebellen dem britischen Nachrichtensender BBC.

Bozizé hatte am Sonntag in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Thomas Boni Yayi, zugesagt, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Die Regierung wollte er nach Verhandlungen mit den Rebellen gründen. Geführt werden sollen die Gespräche in der Hauptstadt Gabuns, Libreville.

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Ein Sprecher der Rebellenorganisation Séléka sagte, das Verhandlungsangebot des Staatschefs sei "nicht ehrlich" gemeint. So planten dessen Truppen einen Angriff auf Rebellenstellungen, unter anderem in der Ortschaft Sibut. An der Aufrichtigkeit von Bozizés Verhandlungsangebot äußerte auch der führende Oppositionspolitiker Martin Ziguele Zweifel. "Das Problem sind Bozizés Versprechungen. Er gibt Versprechen ab und hält sie nicht ein."

Die Regierung soll Zivilisten mit Gewehren ausstatten

Gleichzeitig warfen die Rebellen dem Staatschef vor, die Zivilisten in den Konflikt zu ziehen. Bozizés Truppen würden Mitglieder ethnischer Gruppen angreifen, weil sie diese als Sympathisanten der Rebellen einschätzen, berichtete die BBC unter Berufung auf einen Sprecher. Außerdem gäben Behörden Macheten und Kalaschnikows an Zivilisten aus. Dem Rebellensprecher zufolge sind in den vergangenen Wochen mehr als 400 Menschen verschwunden.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich versucht, die Regierung und die Rebellen zu dem Dialog zu bewegen. Nach einem Telefonat mit Bozizé forderte Frankreichs Präsident François Hollande, alle Konfliktparteien müssten so schnell wie möglich Verhandlungen aufnehmen. Zuvor hatte bereits Außenminister Laurent Fabius gedrängt, die von Bozizé zugesagten Verhandlungen müssten "unverzüglich" aufgenommen werden. "Mehr noch als zuvor haben der Dialog und eine Einstellung der Feindseligkeiten oberste Priorität", sagte Fabius.

Seit ungefähr einem Monat will die Séléka mit Waffengewalt die Umsetzung mehrerer Abkommen erzwingen. Bozizé wirft sie vor, eine Friedensvereinbarung aus dem Jahr 2007 gebrochen zu haben. In den vergangenen Tagen nahm sie mehrere wichtige Städte ein und drang zuletzt bis in die Region der Hauptstadt Bangui vor. Nun drohten die Rebellen mit dem Einmarsch nach Bangui.

Die USA haben wegen des Vormarsches ihre Botschaft in Bangui vorübergehend geschlossen. Die Vereinten Nationen ziehen alle nicht unbedingt vor Ort benötigten Mitarbeiter aus dem Land ab.

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Leserkommentare
  1. Auch hier scheinen jetzt die Waffen aus Gadhafi-Beständen angekommen zu sein. Schlimm, wie dieser Blutsäufer auch nach seinem Ableben weiter säuft. NATO-Einsatz sofort, sonst droht die Scharia (nehm ich mal an).

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    Der Konflikt in Zentralafrika ist weit älter als der Libyen-Krieg und die Waffen dort stammen auch ganz sicher nicht in nennenswerten Mengen aus den in Libyen verschwundenen Beständen.

    Darüber hinaus sind die Rebellen nicht Islamisten (die Bevölkerung ist weit überwiegend christlich) und es droht nicht im geringsten "die Scharia".

    Die NATO ist ein atlantisches Verteidigungsbündnis (!), das mit Afrika südlich des Mittelmeerraumes nichts zu tun hat. Aufgabe der NATO ist alleine die Garantie der Sicherheit der verbündeten Staaten und nicht das Führen von humanitären oder gar wie von Ihnen vorgeschlagene politischen Kriegen.

  2. Ihre Kommentare sind wie immer unterirdisch. Als glühender Befürworter des postkolonialen Lybieneinsatzes sollten Sie sich über die Folgekriege nicht beschweren.

    3 Leserempfehlungen
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    Ich denke es handelt sich hier doch eher um Satire oder die gerne zensierte Polemik.

    Der Kommentar kann doch gar nicht "ernst gemeint" sein.

  3. Der Konflikt in Zentralafrika ist weit älter als der Libyen-Krieg und die Waffen dort stammen auch ganz sicher nicht in nennenswerten Mengen aus den in Libyen verschwundenen Beständen.

    Darüber hinaus sind die Rebellen nicht Islamisten (die Bevölkerung ist weit überwiegend christlich) und es droht nicht im geringsten "die Scharia".

    Die NATO ist ein atlantisches Verteidigungsbündnis (!), das mit Afrika südlich des Mittelmeerraumes nichts zu tun hat. Aufgabe der NATO ist alleine die Garantie der Sicherheit der verbündeten Staaten und nicht das Führen von humanitären oder gar wie von Ihnen vorgeschlagene politischen Kriegen.

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  4. 4. Satire

    Ich denke es handelt sich hier doch eher um Satire oder die gerne zensierte Polemik.

    Der Kommentar kann doch gar nicht "ernst gemeint" sein.

    Antwort auf "Folgekriege"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte BBC | Laurent Fabius | Vereinte Nationen | Hauptstadt | Regierung | Außenminister
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