EnergiepolitikDie US-Mondmission als Vorbild für die Energiewende

Deutschlands Energiewende ist ein international beachtetes Labor der Zukunft. Zeit, sie in der deutschen Außenpolitik zu verankern, fordern D. Messner und J. Morgan. von Dirk Messner und Jennifer Morgan

Umspannwerk

Umspannwerk in Schwerin, Dezember 2012  |  © REUTERS/Morris Mac Matzen

Die Bundesregierung nennt die Energiewende zu Recht ein großes Reformprojekt, das das Gesicht der deutschen Wirtschaft fundamental verändern wird. In der Innenpolitik wird langsam klar, dass die Energiewende mehr bedeutet als das Aufstellen von Windrädern und die Installation von Sonnenkollektoren. Die deutsche Energiewende stellt das derzeit weltweit ambitionierteste Projekt zur Transformation einer fossil und nuklear basierten Hochleistungsökonomie in eine klimaverträgliche Wirtschaft dar. Ob die Energiewende in Deutschland gelingt oder scheitert, könnte für den Kampf gegen die globale Erwärmung von größerer Bedeutung sein, als die Endlosschleifen der blockierten Klimaverhandlungen.

Die Autoren

Dirk Messner ist Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE). Jennifer Morgan ist Direktorin im Klima und Energieprogramm am World Resources Institute in Washington. Das DIE zählt weltweit zu den führenden Forschungsinstituten zu Fragen internationaler Entwicklungspolitik.

Daher ist es auch Zeit, dass die Energiewende endlich zu einem Top-Thema der deutschen Außenbeziehungen wird. Denn Deutschland braucht Partner, um die Kosten der Energiewende zu senken und deren Klimaschutzwirkungen international zu multiplizieren. Die Öffentlichkeit übersieht, dass die deutsche Energiewende längst weltweit beobachtet wird. Die Neuausrichtung der Energiepolitik stellt für Deutschland einen unverhofften internationalen Aufmerksamkeitsvorteil dar, der in Verbindung mit der derzeitigen Stärke der deutschen Wirtschaft zu einem Reputations- und Wettbewerbsvorteil werden könnte.

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Übersetzt in die Sprache der Außenpolitikexperten heißt dies: die Energiewende könnte Deutschland zu einem signifikanten Zuwachs an außenpolitischer Soft Power verhelfen. Nur wenige Ökonomien – wie China, Brasilien, mit Abstrichen Indien – finden in den internationalen Debatten zur Zukunft der Weltwirtschaft nach der aktuellen Weltfinanzmarktkrise wegen ihrer wirtschaftlichen Dynamik und aktiver Innovationsstrategien eine ähnliche Aufmerksamkeit wie Deutschland. Deutschland gehört mit seiner Energiewende zu den Laboren der Zukunft.

Differenzierte internationale Wahrnehmung der Energiewende

Die Energiewende erlaubt es, die umwelt- und klimapolitische Reputation des Landes zu nutzen und diese auf "grüne Innovationen", Energietransformation und klimaverträgliche Entwicklung zu erweitern. Zugleich kann Deutschland an Stärken anknüpfen, die der Wirtschaft und Gesellschaft traditionell zugeschrieben werden: Ingenieurskunst, verlässliche Technologieentwicklung, Innovationskraft der vielen deutschen Weltmarktführer, die wachen umweltpolitischen Bewegungen, deren Argumente längst auch von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern aufgenommen werden.

In der internationalen Diskussion zur Energiewende findet sich auch immer wieder das Argument, Deutschland habe in den vergangenen Dekaden gezeigt, dass es zur Umsetzung anspruchsvoller und langfristiger Ziele in der Lage ist. Verwiesen wird auf das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung. Deutschland wird zugetraut, Lösungen für eines der zentralen Weltprobleme zu entwickeln: einem Wachstumsmuster, von dem jeder weiß, dass es direkt in die Klimakrise führt. Dieses Momentum sollte die deutsche Außenpolitik nutzen. Das Bild vom "grünen Innovationsmotor" der Weltwirtschaft könnte auch helfen, die durchaus weit verbreitete Beschreibung Deutschlands als unbarmherzigen Sparkommissar Europas zu relativieren.

Die internationale Wahrnehmung der Energiewende fällt differenziert aus: In China, dem Land mit den derzeit höchsten Investitionen in klimaverträgliche Infrastrukturen, sind viele Beobachter von der technologischen Vision der Energiewende fasziniert. Deutschland gilt als härtester Wettbewerber um grüne Zukunftsmärkte und Pionier einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, die zugleich die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

Leserkommentare
  1. Sie haben recht, die Begriffe an sich geben es durchaus her, für beides genutzt zu werden. Nur ist diese Trennung bei den Installateuren, den Industrien und auch in der Wissenschaft mehr oder weniger Status quo.

    Nur die Publikumspresse unterscheidet nicht, ergo auch die Verbraucher nicht. Das führt, wenn jemand sich als Verbraucher dafür interessiert leider oft zu missverständnissen und Problemen. Würde man hier sauber trennen, wäre zumindest in der Praxis vieles Einfacher.

    @Zeit: Ich wollte keine Werbung machen, sondern lediglich zeigen, was Solarthermie wirklich ist. Gerne verlinke ich auch statdessen auf Wikipedia, wenn das genehmer ist: http://de.wikipedia.org/w...

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    • alkyl
    • 10. Januar 2013 9:36 Uhr

    Freut mich, dass die "Verbraucher" sich in diesem Punkt mal als korrekte Wort-"Gebraucher" outen, indem sie nicht einsehen, dass ein Fehler allein dadurch korrigiert werden soll, dass "Experten" ihn tausendfach wiederholen :-) . Los, Leute, schafft Euch weiter Warmwassermodule und Photonenkollektoren auf´s Dach!

    • H. Möw
    • 09. Januar 2013 21:17 Uhr

    Die "Energiewende" war mal die Abkehr von importiertem Öl und Gas, daher Förderung der heimischen Kohle, Biokraftstoffe und Kernenergie. Dann war die Energiewende das Vermeiden von CO2-Emissionen, jetzt ist in Deutschland der Ausstieg aus der Kernenergie gemeint ....
    Dieser Wechsel der Begriffsdefinition muss doch zur Verwirrung führen!
    Gewiss, international wird der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie beobachtet.
    So auch der Ausstieg von Schweden aus der Kernenergie vor 20 Jahren ... inzwischen steigt Schweden wieder ein!
    Die endgültigen Kosten für den deutschen Weg stehen noch nicht fest, der Ausbau der Photovoltaik ist noch nicht gestoppt, da werden noch immense Fördermittel verschluckt werden.
    Der Umbau der Netze ist noch nicht vollzogen, welche Kosten erwarten uns noch?
    Wie sicher ist dann ein Netz mit Windstrom und Photovoltaik zu betreiben? Oder brauchen dann Grossverbraucher viele Dieselgeneratoren als Reserve?
    Welche Erfahrungen gibt es mit dem Betrieb von Windstrom und Photovoltaik über Zeiträume von 20 und mehr Jahren? Was passiert wenn die Förderung ausläuft aber die Reparaturanfälligkeit zunimmt?
    Gehen dann die "kleinen" Betreiber pleite und lassen die Ruinen in der Landschaft stehen?
    Viele Fragen, wenig Antworten ... und deshalb blickt das Ausland auf Deutschland und wartet auf Antworten!

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    Solarenergie können Solarzellen weitgehend problemlos über zeiträume von 30-40 Jahren liefern. Von der Seite ist die Lage unproblematisch.

    Problematisch ist alleine die Lagerung von Solar und Windenergie...

    Wir dürfen nicht vergessen, das Fossile energie gespeicherte Solarenergie ist.. schön verpackt über einen Zeitraum von 200 Millionen Jahren. Transportabel unvorstellbar Energiedicht.. (eine Tankstelle entspricht im Standart-tagesverlauf einem Kraftwerk mit 17 Megawatt Leistung... hätten Sie das gedacht ?)

    Speicherung ist das Problem unserer Energiewende. Daher müssen am Ende EE in Kapazitätten gebaut werden, die für die wind und sonnenfreien Zeiten durch Synthese wie windgas, die Lücke füllen.

    Wahrhaftig und gewiss eine Herkulesaufgabe. Und es ist so gut wie ausgeschlossen das damit eine Industrie aufrechterhalten werden kann wie die Welt sie heute betreibt. Alleine um für die USA sieben Tage Lang die Energie für Nebel und Windstille zu speichern die Öl, Gas, und Kohle ersttzen würde benötigten wir ca 5000 Staudämme vom Kaliber Hooverdamm. Und für den Beton um die Herzustellen müssten die USA 3 Jahre Lang auf Energie verzichten.. Vollständig.

    http://physics.ucsd.edu/d...

    unter diesem Link finden Sie eine überschlägige und nachvollziehbare berechnung für diese Aussage.

    Aber dennoch. Die Fantastischen fähigkeiten der Fossilen Energieträger (mal abgesehen von verschmutzungen und Umweltbelastungen) Sind der Gesang der Sirenen.

    Das Problem ist, dass Ressourcenverknappung und mit Abstand am wichtigsten der Rückgang der Ölverfügbarkeit unmittelbar bevorstehen.

    Öl spielt dabei eine Schlüsselrolle. Denn Ohne Öl können Sie auch die Förderung von Kohle und seltenen Erden überhaupt von Rohstoffen vergessen, denn dafür benutzen wir Ölbetriebene Maschinen.

    Daher bedeutet der Peak oil, all Liquids, also des konventionellen Öls (80%) zuzügich Tarsanden, Tiefseeöl, Tight-Oil, Gas to Liquid Kondensate, Kohleverflüssigung usw., gleichzeitig eine Weltweite Preisexplosion durchgängig durch sämtliche Produktionsphasen, und Bereiche, einschließlich und insbesondere der extrem Energieintensiven Landwirtschaft. Die verbraucht 10x mehr Energie als am Ende in der Nahrung gespeichert ist. Öl als Pestizide und Gas als Grundlage der Weltweiten Düngemittelproduktion. Wir konnten in der grünen Revolution unsere Nahrungsmittelproduktion nur mit Hilfe Fossiler Energie verdreifachen. Allerdings auf Kosten der Humsschichten und der Bodenfruchtbarkeit die inzwischen weltweit zurückgeht.

    Der Peak Oil bedeutet somit ein gewaltige Risiko für die Nahrungsmittelversorgung der Welt und es ist Unwahrscheinlich das wir in 30 Jahren noch 7 Milliarden Menschen werden ernähren können, wenn wir kein Substitut für Düngemittel, Pestizide und Transportenergie finden.

    Die Energiewende als Subsitut für einige läppische Atomkraftwerke zu sehen ist ein Fehler.

    Die Energiewende ist ein Strukturwandel von der Dimension der Industrialisierung oder dem Übergang zu sesshaften Bauern. Und dieser Wandel steht unmittelbar bevor.

    @Hallap

    1.
    Es ist eine tragische Überbewertung der Leistungsfähigkeit der Marktgesetzte , zu glauben, wir müssten nur auf den zeitpunt warten, an dem die Erneuerbaren preislich konkurenzfähig werden.

    Der Denkfehler liegt im Mechanismus der Preisbildung. Bei einer Ware, können Firmen in sehr kurzer Zeit Rückmeldungen über Preise gewinnen und darauf reagieren.. Somit funktioniert dieses in einem gewöhnlichen Markt flexibel und Schnell. Bei Energie bedeutet eine tatsächliche Verknappung am Markt ein ganz anderes Problem. Denn mit Gewissheit erkennen wir eine Verknappung erst mit einiger Verzögerung.. (ca 1 Jahr) nach der Verknappung. Die Energie Industrie ist eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur, deren Umbau wie auch Sie sicher sehen Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nimmt, und bei der wir technische Lösungen noch nicht mit Gewissheit kennen.

    Tritt ein Preisschock ein, brauchen wir bei Weltweiten Bemühungen die EE flächendeckend einzuführen mind. 20-30 Jahre (mit Glück).. bis dahin aber wäre die Weltwirtschaft aus Energiemangel längst implodiert. Denn wir Rennen in die sog. Energiefalle, da uns nicht nur Geld für dieses Unterfangen fehlen würde sondern vor allem Energie knapp wäre.

    hier die Erklärung..

    http://www.peak-oil.com/2...

  2. Solarenergie können Solarzellen weitgehend problemlos über zeiträume von 30-40 Jahren liefern. Von der Seite ist die Lage unproblematisch.

    Problematisch ist alleine die Lagerung von Solar und Windenergie...

    Wir dürfen nicht vergessen, das Fossile energie gespeicherte Solarenergie ist.. schön verpackt über einen Zeitraum von 200 Millionen Jahren. Transportabel unvorstellbar Energiedicht.. (eine Tankstelle entspricht im Standart-tagesverlauf einem Kraftwerk mit 17 Megawatt Leistung... hätten Sie das gedacht ?)

    Speicherung ist das Problem unserer Energiewende. Daher müssen am Ende EE in Kapazitätten gebaut werden, die für die wind und sonnenfreien Zeiten durch Synthese wie windgas, die Lücke füllen.

    Wahrhaftig und gewiss eine Herkulesaufgabe. Und es ist so gut wie ausgeschlossen das damit eine Industrie aufrechterhalten werden kann wie die Welt sie heute betreibt. Alleine um für die USA sieben Tage Lang die Energie für Nebel und Windstille zu speichern die Öl, Gas, und Kohle ersttzen würde benötigten wir ca 5000 Staudämme vom Kaliber Hooverdamm. Und für den Beton um die Herzustellen müssten die USA 3 Jahre Lang auf Energie verzichten.. Vollständig.

    http://physics.ucsd.edu/d...

    unter diesem Link finden Sie eine überschlägige und nachvollziehbare berechnung für diese Aussage.

    Aber dennoch. Die Fantastischen fähigkeiten der Fossilen Energieträger (mal abgesehen von verschmutzungen und Umweltbelastungen) Sind der Gesang der Sirenen.

    2 Leserempfehlungen
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    "Transportabel unvorstellbar Energiedicht.. (eine Tankstelle entspricht im Standart-tagesverlauf einem Kraftwerk mit 17 Megawatt Leistung"

    Gut beobachtet. Im Umkehrschluß ließe sich feststellen, daß das Dichtmachen der Kernenergie jetzt auf Biegen oder Brechen durchgedrückt wird - mit einer einseitigen Fokussierung der Energiefrage auf den Stromsektor.
    Wie groß ist der Benzin- und Dieselmarkt im Vergleich zum Strommarkt?
    Grob überschlagen ist das nochmal die gleiche Größenordnung. Oder?
    Bisher ist die Blechlawine ja wohl nicht ansatzweise gestoppt, und die benötigten Mengen an Benzin und Diesel sind bisher beschaff- und bezahlbar.
    Den Flopp mit dem Sprit vom Acker ist die Politik gerade dabei, einzusehen.
    Welche Alternative dann?
    Egal ob der Superakku demnächst verfügbar sein wird, oder ob man flüssige Kohlenwasserstoffe aus Wasserstoff synthetisiert -
    auf der "Primärenergie" Windstrom lasten da ja gigantische Erwartungen. Ob die wohl zu halten sind?

    Nocheins:
    Im Stromnetz scheint der Verbund der volatilen "Erneuerbaren" mit Gas und Kohle zumindest ein Konzept zu sein - eben das derzeit hierzulande verfolgte. Auch wenn die Betreiber der "Konventionellen" darüber murren, zu Lückenbüßern degradiert zu werden.
    Billig wird das mit den "Speichern" auf keinen Fall.

    Oh weh, es gab mal Zeiten, da sprach man einfach von billigem Grundlaststrom......

    • Samuron
    • 09. Januar 2013 21:59 Uhr

    Aha, unsere Energiewende von Atom zu Öko, oder wie es tatsächlich passiert von Atom zu Kohle und Gas und hohen Kosten, soll also unseren Kohleverbrauch senken?
    Wo sehen sie das denn, es werden immer mehr Kohle und Gaskraftwerke gebaut, neuerdings auch Holzkraftwerke, also sogar doppelt schädliche.
    Man hätte mit der Energiewende lieber warten sollen bis die ersten Kernfusionsreaktoren zur Stromproduktion bereit sind, zu diesem Zwecke hätte man ja das Etat für Forschung mit der neuen Fernsehsteuer beglücken können, schon hätte man statt 6 16Mrd Euro zur Verfügung gehabt.
    Dann noch statt 500Millionen die bisher aus Deutschland in Cern stecken den betrag auf 5Mrd erhöht, und dann hätten wir wahrscheinlich in 10-15 Jahren unsere Kernfusion mit ast ksotenlosem günstigem Strom gehabt.
    Aber nein, wir nutzen Technologien die die Reichen reicher und die Armen ärmer machen und zudem noch das aus für Energieintensive, also Sekundäre oder Quartäre Brachen schaffen.
    Deutschland wird bei der Energiewende scheitern und von Ländern die in Kernfusion gesteckt haben dann ausgelacht werden wenn es ssoweit ist.
    Ich denke ich werde diesen Tag noch mitterleben, hoffentlich aus dem Ausland

    5 Leserempfehlungen
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    Ich liebe ja Startrek, von daher fände ich Animateriakraftwerke noch besser.. Ironie aus..

    Nein im Ernst.. Die Kernfusion ist eineTechnik, die seit 30 Jahren in 30 Jahren einsatzfähig sein soll. Was fehlt ist weniger Geld als Ideen.

    Niemand ist sicher ob ein so komplexes Kraftwerk im Gebrauch überhaupt Händelbar ist. schauen Sie sich mal die filme vom ITER an.

    Und Prinzipiell würde die Realisierung von Fusionskraftwerken die dann evtl. in 50 Jahren gebaut würden weit weit weit weit zu spät kommen. Und dann nur von den größten Megakonzernzusammenschlüssen der Welt gebaut werden, die dann noch viel eher die macht zur Preismanipulation in den Händen halten würden..

    Ein Traum mehr nicht.. Und wir brauchen Lösungen für die Zeit nach peak Oil. Und er ist Quasi jetzt.

    • Wupert
    • 09. Januar 2013 22:02 Uhr

    Ob die "wachen umweltpolitischen Bewegungen" einen Vorteil für Deutschland ist wage ich zu bezweifeln. Was in der Aufzählung jedenfalls nach meiner Meinung nach noch fehlen sind:

    - Technikfeindlichkeit
    - "Ich bin gegen alles" Syndrom
    - Atomhysterie
    - Ökologischer Allmachtsanspruch

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  3. Das Problem ist, dass Ressourcenverknappung und mit Abstand am wichtigsten der Rückgang der Ölverfügbarkeit unmittelbar bevorstehen.

    Öl spielt dabei eine Schlüsselrolle. Denn Ohne Öl können Sie auch die Förderung von Kohle und seltenen Erden überhaupt von Rohstoffen vergessen, denn dafür benutzen wir Ölbetriebene Maschinen.

    Daher bedeutet der Peak oil, all Liquids, also des konventionellen Öls (80%) zuzügich Tarsanden, Tiefseeöl, Tight-Oil, Gas to Liquid Kondensate, Kohleverflüssigung usw., gleichzeitig eine Weltweite Preisexplosion durchgängig durch sämtliche Produktionsphasen, und Bereiche, einschließlich und insbesondere der extrem Energieintensiven Landwirtschaft. Die verbraucht 10x mehr Energie als am Ende in der Nahrung gespeichert ist. Öl als Pestizide und Gas als Grundlage der Weltweiten Düngemittelproduktion. Wir konnten in der grünen Revolution unsere Nahrungsmittelproduktion nur mit Hilfe Fossiler Energie verdreifachen. Allerdings auf Kosten der Humsschichten und der Bodenfruchtbarkeit die inzwischen weltweit zurückgeht.

    Der Peak Oil bedeutet somit ein gewaltige Risiko für die Nahrungsmittelversorgung der Welt und es ist Unwahrscheinlich das wir in 30 Jahren noch 7 Milliarden Menschen werden ernähren können, wenn wir kein Substitut für Düngemittel, Pestizide und Transportenergie finden.

    Die Energiewende als Subsitut für einige läppische Atomkraftwerke zu sehen ist ein Fehler.

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  4. Die Energiewende ist ein Strukturwandel von der Dimension der Industrialisierung oder dem Übergang zu sesshaften Bauern. Und dieser Wandel steht unmittelbar bevor.

    @Hallap

    1.
    Es ist eine tragische Überbewertung der Leistungsfähigkeit der Marktgesetzte , zu glauben, wir müssten nur auf den zeitpunt warten, an dem die Erneuerbaren preislich konkurenzfähig werden.

    Der Denkfehler liegt im Mechanismus der Preisbildung. Bei einer Ware, können Firmen in sehr kurzer Zeit Rückmeldungen über Preise gewinnen und darauf reagieren.. Somit funktioniert dieses in einem gewöhnlichen Markt flexibel und Schnell. Bei Energie bedeutet eine tatsächliche Verknappung am Markt ein ganz anderes Problem. Denn mit Gewissheit erkennen wir eine Verknappung erst mit einiger Verzögerung.. (ca 1 Jahr) nach der Verknappung. Die Energie Industrie ist eine über Jahrzehnte gewachsene Struktur, deren Umbau wie auch Sie sicher sehen Jahre und Jahrzehnte in Anspruch nimmt, und bei der wir technische Lösungen noch nicht mit Gewissheit kennen.

    Tritt ein Preisschock ein, brauchen wir bei Weltweiten Bemühungen die EE flächendeckend einzuführen mind. 20-30 Jahre (mit Glück).. bis dahin aber wäre die Weltwirtschaft aus Energiemangel längst implodiert. Denn wir Rennen in die sog. Energiefalle, da uns nicht nur Geld für dieses Unterfangen fehlen würde sondern vor allem Energie knapp wäre.

    hier die Erklärung..

    http://www.peak-oil.com/2...

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    • Sikasuu
    • 09. Januar 2013 22:42 Uhr

    ... Bildchen malen, er will es nicht verstehen.
    .
    Erst wenn es an der Tanke Benzin den Liter für 5-10 Stundenlöhne gibt, die Heinzung nur bei Minustemperatur eingeschaltet wird, die Leute im Wald wieder Holz klauen..... wird es dem Bundesbürger klar, das Erdöl/AKWs nicht unendlich sind.
    .
    Wir haben in den letzen 70 Jahren ein Leben führen können in dem wir Energie(Erdöl) so verschwenden konnten, das wir für den Transport von 80kg. Nutzlast und >1.oooKG Verpackung die Energie verschwenden durften, die 1800 eine 10 Köpfige Famile in 1o Jahren verbraucht hat.
    .
    Erst wenn 50-70% des Einkommens für Heizung und Mobilität drauf geht, wird der Michel wach. Argumente/Fakten überzeugen eine "Fahrspassgeneration" nicht.
    .
    Meint Sikasuu

  5. Ich liebe ja Startrek, von daher fände ich Animateriakraftwerke noch besser.. Ironie aus..

    Nein im Ernst.. Die Kernfusion ist eineTechnik, die seit 30 Jahren in 30 Jahren einsatzfähig sein soll. Was fehlt ist weniger Geld als Ideen.

    Niemand ist sicher ob ein so komplexes Kraftwerk im Gebrauch überhaupt Händelbar ist. schauen Sie sich mal die filme vom ITER an.

    Und Prinzipiell würde die Realisierung von Fusionskraftwerken die dann evtl. in 50 Jahren gebaut würden weit weit weit weit zu spät kommen. Und dann nur von den größten Megakonzernzusammenschlüssen der Welt gebaut werden, die dann noch viel eher die macht zur Preismanipulation in den Händen halten würden..

    Ein Traum mehr nicht.. Und wir brauchen Lösungen für die Zeit nach peak Oil. Und er ist Quasi jetzt.

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    • dj09111
    • 09. Januar 2013 22:43 Uhr

    Immer das gleiche Gerede aus dem öko-lager "wie lange forscht man schon ... Und immer heißt es noch so und so viel jahre"

    Es ist natürlich tragisch das sich so technisch aufwendige Projekte nicht von heute auf morgen realisieren lassen. Wenn man bedenkt das allein für die Berechnung der Form des wendelstein 7x in greifswald ein supercomputer nötig war, wie er Wissenschaftler wohl kaum in den 60ern zur Verfügung stand. Aber hey, streichen wir ruhig alle aufwendigeren Projekte und verlegen wir uns aufs Windmühlen bauen.

    Deutschland haette gut getan, anstatt auf die Diktatur der grünen Medien zu hören, Technologien wie transmutation, thoriumreaktoren und fusionskraftwerke zu fördern.

    Nun dürfen alle fuer diesen Wahnsinn zahlen, aber den grünen wohlstandsbuerger juckts ja nicht - er hats ja anscheinend.

    • tobmat
    • 10. Januar 2013 13:06 Uhr

    "Ein Traum mehr nicht.. Und wir brauchen Lösungen für die Zeit nach peak Oil. Und er ist Quasi jetzt."

    Dann ist es bereits zu spät, denn auch EE wird technologisch nicht in der Lage sein in den nächsten 20-30 Jahren auch nur die Hälfte des heutigen Energiebedarfs stabil zu decken.
    Wie gesagt technologisch. Von den Kapazitäten schafft man das vielleicht sogar.

    Aber darauf wollten sie ja sicherlich hinaus. Schließlich sind sie einer der fleisigsten Weltuntergangspropheten auf ZO.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Bundesregierung | Energiepolitik | China | Energiewende | Kanzleramt
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