Rivalisierende Weggenossen verstand Cabello stets aus dem Weg zu räumen, über seine politischen Feinde soll er Geheimdossiers führen. Vor allem aber kontrolliert Cabello wichtige Geschäftszweige des Landes: Er war Infrastrukturminister, stand der Verstaatlichung der Telekommunikation und der Häfen vor und setzte überall Vertrauensleute ein, darunter seinen Bruder José David. Über Strohmänner soll er Import-Export-Firmen, Banken, Versicherungen und die Devisenaufsichtsbehörde kontrollieren.

Informanten der US-Botschaft bezeichnen ihn laut WikiLeaks als "Paten von Venezuela" und beziffern seinen Reichtum auf eine dreistellige Millionenhöhe. Auf einer Schweizer Bank habe er 21 Millionen Dollar liegen, berichteten oppositionelle Medien. In Gerichten und im Wahlrat hat er seine Leute sitzen. Auch in den Drogenhandel soll er zusammen mit anderen Militärs verwickelt sein. Geheimdienstkreise sprechen vom "Kartell der Sterne".

Von 2004 bis 2008 war er Gouverneur des Bundesstaates Miranda. Wegen seiner katastrophalen Amtsführung verlor er 2008 jedoch deutlich gegen den derzeitigen Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski. Anschließend strengte Capriles einen Prozess wegen der Veruntreuung von 150 Millionen Dollar gegen Cabello an. Schubkarrenweise lieferte die Opposition Beweismaterial an, doch der Prozess wurde von der regierungstreuen Justiz niedergeschlagen. Seit 2012 ist der vierfache Familienvater Parlamentspräsident und kontrolliert daneben den Apparat der Sozialistischen Staatspartei.