ÄgyptenProzess gegen Mubarak wird neu verhandelt

Ein Berufungsgericht hat die lebenslange Haftstrafe gegen Ägyptens Expräsident gekippt. Mubaraks Anhänger hoffen nun auf Freispruch, seine Gegner fordern die Todesstrafe.

Dutzende Anhänger von Mubarak feierten das Urteil im Gerichtssaal.

Dutzende Anhänger von Mubarak feierten das Urteil im Gerichtssaal.  |  © Khaled Desouki/AFP/Getty Images

Fast zwei Jahre nach dem Sturz von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak beginnt das juristische Verfahren gegen den 84-Jährigen wieder von vorne. Ein Berufungsgericht entschied, dass der Prozess neu aufgerollt wird. Es gab damit den Anträgen der Verteidigung sowie der Staatsanwaltschaft statt. Aus Justizkreisen hieß es, ein Termin für die neuen Verhandlungen stehe noch nicht fest.

Die Entscheidung betrifft ebenfalls den früheren Innenminister Habib al-Adli sowie sechs seiner Helfer. Mubarak und al-Adli waren im Juni 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie den Tod von mehr als 800 Demonstranten nicht verhindert hatten. Sechs ebenfalls angeklagte Leiter der Sicherheitskräfte wurden freigesprochen. Das Urteil sorgte damals für Empörung, weil niemand direkt für den Tod der Demonstranten schuldig befunden wurde.

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Auch die früheren Urteile gegen Mubaraks Söhne Alaa und Gamal sowie den Unternehmer Hussein Salem wurden vom Berufungsgericht aufgehoben. Alaa und Gamal Mubarak waren zuvor vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden. Sie sind aber noch in einem anderen Verfahren wegen Insiderhandels angeklagt. Der Milliardär Hussein Salem soll öffentliche Gelder verschwendet und sich selbst bereichert haben.

Neue Korruptionsvorwürfe gegen Mubarak

Jetzt hoffen viele Gegner Mubaraks darauf, dass der Expräsident und sein Minister zum Tod verurteilt werden. Auch der jetzige Präsident Mohammed Mursi hatte das während seines Wahlkampfs gefordert. Mubarak und Al-Adli setzen indes auf Freisprüche.

Derzeit wird Mubarak wegen schwerer Verletzungen an den Rippen nach einem Sturz im Gefängnis medizinisch behandelt. Am Samstag hieß es aus Justizkreisen, der 84-Jährige sei zuletzt wegen neuer  Korruptionsvorwürfe verhört und für zunächst zwei Wochen in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm werde vorgeworfen, Geschenke in Millionenhöhe von der staatlichen Zeitung Al-Ahram entgegengenommen zu haben. Er soll deswegen zunächst weiter in Haft bleiben.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, nf
    • Schlagworte Hosni Mubarak | Mohammed Mursi | Gefängnis | Innenminister | Insiderhandel | Staatsanwaltschaft
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