Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond (links) und sein US-amerikanischer Kollege Leon Panetta am Samstag während einer Pressekonferenz in London © Leon Neal/AFP/Getty Images

Die USA und Großbritannien haben das Vorgehen Algeriens bei der Geiselnahme auf dem Gasfeld In Amenas verteidigt. "Sie sind in der Region, sie verstehen die Bedrohung durch den Terrorismus", sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. "Ich denke, es ist wichtig, dass wir mit ihnen weiter daran arbeiten, eine regionale Herangehensweise zu entwickeln."

Zuvor hatte es internationale Kritik am militärischen Vorgehen Algeriens gegen die islamistischen Geiselnehmer gegeben. Die Tageszeitung El-Khabar zitierte hingegen einen algerischen Armeesprecher: "Der Einsatz ist die Antwort auf eine Entscheidung der Terroristen gewesen, alle Geiseln zu töten und ein wahres Massaker anzurichten". Bei einem finalen Angriff waren nun sowohl die Dschihadisten als auch die sieben verbliebenen Entführten ums Leben gekommen.

Der britische Verteidigungsminister Philip Hammond nannte es "entsetzlich und unannehmbar", dass weitere Geiseln gestorben sind. Das liege aber in der "alleinigen Verantwortung der Terroristen". Nach einem Bericht der algerischen Zeitung El Watan hatten die Entführer damit begonnen, ihre Geiseln zu töten. Erst daraufhin habe die algerische Armee eingegriffen. Hammond sagte, seine Regierung dränge aber bei den Algeriern darauf, "Details zur genauen Lage" zu veröffentlichen.

Derweil teilte das Auswärtige Amt mit, dass zwei deutsche Firmenmitarbeiter, die sich in der Nähe der von Islamisten besetzten Gasförderanlage in Algerien befunden hatten, in Kürze ausgeflogen werden. Die beiden Beschäftigten einer Bohrfirma hätten sich nicht unter den Geiseln befunden. "Sie waren während der Geiselnahme mehrere Kilometer entfernt an ihrem Einsatzort und haben die letzten Tage an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht."

Islamistische Kämpfer hatten am Mittwoch die Gasanlage In Amenas besetzt und zahlreiche Geiseln genommen. Bereits beim ersten Befreiungsversuch durch algerische Sicherheitskräfte am Donnerstag wurden laut Regierung in Algier zwölf algerische und ausländische Geiseln getötet. Zugleich seien 650 Geiseln befreit worden. Von den zunächst auf 32 bezifferten Geiselnehmern wurden dabei 18 nach algerischen Angaben "außer Gefecht gesetzt". Am Samstag unternahmen die Einheiten der Armee einen weiteren Angriff. Dabei wurden laut algerischen Sicherheitskreisen elf Geiselnehmer getötet, die Entführer töteten demnach ihrerseits sieben ausländische Geiseln. Wie das algerische Innenministerium mitteilte, seien insgesamt 23 Geiseln und alle 32 Entführer gestorben.

Im Norden Malis setzte die dortige Armee mit französischer Unterstützung den Kampf gegen islamistische Rebellen fort. Die Geiselnehmer in Algier hatten ein Ende des Einsatzes in Mali gefordert.