Luftbild von dem Gasfeld In Amenas vor dem Angriff von Islamisten © DigitalGlobe/Reuters

Die USA wollen sich offenbar angesichts der schlechten Informationspolitik Algeriens ein eigenes Bild von der Geiselnahme auf einem Gasfeld machen. US-Aufklärungsdrohnen fliegen Einsätze über der von Islamisten besetzten Anlage, berichtete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf zwei US-Regierungsbeamte. Unklar sei, ob der Einsatz von der algerischen Regierung genehmigt wurde.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte dem Sender ABC, sein Land werde "alle notwendigen und angemessenen Schritte" unternehmen, um die Geiselnahme zu beenden. Er bemängelte, dass die Informationen aus Algerien "sehr vage" seien.

Die islamistischen Geiselnehmer drohten mit weiteren Aktionen. Ein Sprecher der Gruppe kündigte gegenüber der mauretanischen Nachrichtenagentur ANI an, dass weitere Kommandos geplant seien. Algerier sollten sich deshalb von Einrichtungen ausländischer Firmen fernhalten.

Die Lage in dem von Islamisten besetzten Gasfeld In Amenas ist weiterhin unklar. Die algerischen Streitkräfte hatten am Donnerstag versucht, die Geiseln zu befreien. Dabei gab es zahlreiche Tote. Die Geiselnahme ist noch nicht beendet. Verlässliche Angaben zur Zahl der Opfer oder befreiten Geiseln liegen nicht vor. Die Geiselnehmer hatten am Donnerstag mitgeteilt, sie hätten noch sieben Ausländer in ihrer Gewalt.

Der britische Premierminister David Cameron sagte, deutlich weniger als 30 Briten seien in Gefahr. Die Zahl, von der man ursprünglich ausgegangen sei, sei nach neuen Erkenntnissen "signifikant reduziert" worden. Details nannte Cameron nicht.

Cameron spricht von grausamer Attacke

Der Premier sagte, er habe die algerische Regierung gebeten, Großbritannien über neue geplante Aktionen sofort zu informieren. Am Vortag hatte die britische Regierung beklagt, sie habe von dem Angriff auf das Gasfeld durch das algerische Militär vorher nicht erfahren.

Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutsche unter den Geiseln sind, teilte die Bundesregierung mit. Wegen der Geiselnahme und dem Konflikt in Mali tagte am Freitag der Krisenstab des Außenministeriums. Weniger als 20 deutsche Staatsbürger seien auf den Öl- und Gasfeldern in Algerien beschäftigt.