Algerische Hubschrauber und Bodentruppen hatten das Terrorkommando am Donnerstag angegriffen, das sich seit Mittwoch mit Dutzenden von ausländischen Geiseln auf dem Gasfeld verschanzt hatte. Der erste Luftschlag sei erfolgt, als die Islamisten versucht hätten, mit einer Gruppe von Geiseln den Ort zu wechseln, berichtete die mauretanische Nachrichtenagentur ANI unter Berufung auf einen Sprecher der Islamisten. Ein algerischer Radiosender meldete, die Hubschrauber hätten die Terroristen angegriffen, als diese mit Geiseln in zwei Allradfahrzeuge gestiegen seien. Medien berichteten von vielen Toten, mehrere ausländische Arbeiter konnten befreit werden. Nach Darstellung der Terroristen starben allein bei Luftschlägen 35 Geiseln und 15 Kidnapper.

Der algerische Informationsminister Mohamed Said Belaid bestätigte im staatlichen Fernsehen, dass es Opfer gegeben habe: "Unglücklicherweise" seien einige Tote und Verwundete zu beklagen, es sei aber auch eine große Zahl von Terroristen "neutralisiert" worden.

Sicherheitsexperten vermuten, die Erstürmung der Anlage durch Islamisten könnte womöglich schon weit vor dem Beginn des französischen Einsatzes in Mali geplant worden sein. Allerdings könnten die Vorgänge in Mali ein Auslöser dafür gewesen sein, dass die Erstürmung in Algerien jetzt erfolgte. Nach algerischen Angaben steht die Organisation Al-Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) hinter der Geiselnahme. Sie hat mit weiteren Aktionen gedroht, berichtete die mauretanische Nachrichtenagentur ANI, die enge Kontakte zu den Islamisten hat.

Nach Angaben einer Geisel, die sich befreien konnte, haben die Geiselnehmer gezielt ihre westlichen Gefangenen ins Visier genommen und mit deren Tötung gedroht. "Die Terroristen haben uns gleich von Anfang an gesagt, dass sie Muslimen nichts antun würden", sagte die ehemalige Geisel. Es sei ihnen nur um "Christen und Ungläubige" gegangen.

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