WestafrikaGeiselnehmer in Algerien verlangen Stopp des Mali-Einsatzes

In Algerien halten Islamisten mehr als 40 Geiseln gefangen, darunter Briten und Amerikaner. Sie fordern ein Ende des Militäreinsatzes in Mali.

Eine Al-Kaida nahestehende islamistische Gruppe hat sich zu der Geiselnahme von mehr als 40 Menschen in Algerien bekannt und ein Ende der französischen "Aggression" in Mali gefordert. Die Geiselnehmer hatten am Mittwochmorgen ein Gasfeld unter ihre Kontrolle gebracht, das knapp 40 Kilometer von der Wüstenstadt In Amenas entfernt liegt. Es sei die Reaktion auf den "Kreuzzug der französischen Truppen" in Mali, erklärte die Gruppe al-Muwaqiun bi-l Dam, was auf Deutsch soviel bedeutet wie "Die mit dem Blut unterschreiben", auf der mauretanischen Website Alakhbar.

Algerien sei als Ort der Geiselnahme ausgewählt worden, weil das Land den Luftraum für die französische Luftwaffe geöffnet habe, hieß es in der Erklärung. "Wir bestätigen, dass die Geiseln mehr als 40 Kreuzfahrer sind, darunter sieben Amerikaner und zwei Briten", erklärte die Gruppe des Algeriers Mokhtar Belmokhtar, einer der bekanntesten Anführer des nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegers Aqmi. Dies ist eine der Gruppierungen, gegen die die französischen Truppen derzeit im Norden Malis vorgehen.

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Die algerische Armee und Einsatzkräfte haben die Islamisten eingekesselt. Der Innenminister Dahou Ould Kablia sagte im Fernsehen, sein Land werde nicht mit den Geiselnehmern verhandeln. Die Behörden würden "nicht auf die Forderungen der Terroristen reagieren und jegliche Verhandlungen zurückweisen". Nach Angaben des Ministers stammen die Geiselnehmer aus der Region und wollten das Land mit ihren Geiseln verlassen. Dies werde Algerien aber nicht zulassen.

Kablia bestätigte, dass bei dem Überfall ein Brite und ein Algerier umgekommen sind. Drei weitere Geiseln seien verletzt worden. Neben den westlichen Geiseln halten die Angreifer offenbar auch 150 örtliche Kräfte eines Catering-Unternehmens fest. Sie seien eigentlich freigelassen worden, dürften das BP-Gelände aber nicht verlassen, sagte der Chef der Catering-Firma. Er sprach von insgesamt etwa 60 Angreifern. Die algerische Nachrichtenagentur APS meldete, die algerischen Geiseln würden nach und nach in kleinen Gruppen freigelassen.

Hague verurteilt "kaltblütigen Mord"

Der britische Außenminister William Hague verurteilte den "kaltblütigen Mord" an den Geiseln. Der norwegische Premier Stoltenberg teilte am Abend mit, auch 13 seiner Landsleute befänden sich in der Gewalt der Geiselnehmer.

Eine französische Geisel sagte laut dem Fernsehsender France 24, unter den Entführten seien Briten, Japaner, Philippiner und Malaysier. Die Geiseln würden in einem mit Sprengfallen präparierten Gebäude auf dem Gasfeld festgehalten. Mehrere Geiseln trügen Sprengstoffgürtel, um mögliche Angriffe von Sicherheitskräften zu verhindern. Die Entführer seien schwer bewaffnet und drohten damit, die Einrichtungen an dem Gasfeld in die Luft zu sprengen, wenn das algerische Militär einen Befreiungsversuch starte. Frankreich hat bislang nicht offiziell bestätigt, dass einer seiner Staatsbürger unter den Geiseln ist. Die Regierung in Washington erklärte, es seien US-Bürger unter den Festgehaltenen, nannte jedoch keine genaue Zahl.

Die Nachrichtenagentur AFP schreibt unter Berufung auf einen Zeugen, die islamistischen Entführer forderten auch die Freilassung von hundert in Algerien inhaftierten Islamisten.

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Leserkommentare
  1. Ich bin doch sehr verwundert über den generellen reflex bei "linken" Islamisten als legitime "freiheitskämpfer" anzusehen oder als eine bedrohung der man sich besser nicht entgegenstellt. oder noch besser: die reflexartige "rohstoffkarte" wird gezogen. (frankreich wird in mali mehr geld ausgeben, als es durch billiges uran sparen würde...)

    die islamisten sind übrigens auch eine bedrohung für jeden normalen durschnitts moslem. das wissen auch die muslime weltweit. aber auch die haben angst vor den islamisten.

    nur in der "intelektuellen elite" europas tut man sich auch schwer mal ENDLICH position zu beziehen und das problem AKTIV zu bekämpfen.

    das islamisten problem wird sich nicht mit verhandeln, sozialen projekten, dem rückzug des böööhsen westens oder diplomatie lösen können. leider.

    die islamisten sind die kreuzfahrer, ursupatoren und ausbeuter. frankreich hat wenigstens die eier sich dem entgegenzustellen.

    2 Leserempfehlungen
  2. Ich darf Sie wiedergeben: "Ein Islamist ist ein gewaltbereiter Moslem,... weil er sich sich an den Koran hält."

    Sie werden vielleicht verstehen, dass ich Ihrer Argumentation nicht folgen kann, wann nun ein Mensch Isalmist (sich an den Koran haltend) oder Moslem (sich an den Koran haltend) ist, wenn sie sich doch beide an den Koran halten.

    Antwort auf "Islamisten "
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    • krister
    • 17. Januar 2013 19:17 Uhr

    11." @6 An den Koran haltend ...
    Ich darf Sie wiedergeben: "Ein Islamist ist ein gewaltbereiter Moslem,... weil er sich sich an den Koran hält.""

    Sie haben das Ausschaggebende überlesen,ich schrieb ein Islamist ist ein gewaltbereiter Moslem der sich BUCHSTABENGETREU an den Koran hält,wie zb alle Salafisten,Taliban etc.

  3. Sie schreiben, ein Islamist ist gar kein Moslem, er hält sich auch nicht an den Koran.

    Warum wird dann der Begriff "Islamist" benutzt? Warum bezeichnet man diese Menschen z.B. nicht als gewaltbereite, bzw. gewalttätige Kriminelle (Fundamentalisten, Sektierer, etc.)?

    Warum muss eine ganze Religion (Islam) und eine Heilige Schrift (Koran) in Misskredit gebracht werden?

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • krister
    • 17. Januar 2013 19:22 Uhr

    17."Warum wird dann der Begriff "Islamist" benutzt? Warum bezeichnet man diese Menschen z.B. nicht als gewaltbereite, bzw. gewalttätige Kriminelle (Fundamentalisten, Sektierer, etc.)?"

    Die (zb) Salafisten sind gewaltbereite Moslems die sich haargenau an den Koran (Buch aus dem Mittelalter) halten.
    Diese Salafisten stehen ja inzwischen in Europa in allen Fußgängerzoenen und verteilen den Koran,Gehen Sie einfach mal zu denen hin und sagen denen,sie seien keine Moslems!sondern einfach nur Kriminelle!

    • krister
    • 17. Januar 2013 19:17 Uhr

    11." @6 An den Koran haltend ...
    Ich darf Sie wiedergeben: "Ein Islamist ist ein gewaltbereiter Moslem,... weil er sich sich an den Koran hält.""

    Sie haben das Ausschaggebende überlesen,ich schrieb ein Islamist ist ein gewaltbereiter Moslem der sich BUCHSTABENGETREU an den Koran hält,wie zb alle Salafisten,Taliban etc.

    • krister
    • 17. Januar 2013 19:22 Uhr

    17."Warum wird dann der Begriff "Islamist" benutzt? Warum bezeichnet man diese Menschen z.B. nicht als gewaltbereite, bzw. gewalttätige Kriminelle (Fundamentalisten, Sektierer, etc.)?"

    Die (zb) Salafisten sind gewaltbereite Moslems die sich haargenau an den Koran (Buch aus dem Mittelalter) halten.
    Diese Salafisten stehen ja inzwischen in Europa in allen Fußgängerzoenen und verteilen den Koran,Gehen Sie einfach mal zu denen hin und sagen denen,sie seien keine Moslems!sondern einfach nur Kriminelle!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "@8 Neue Definition "
    • krister
    • 17. Januar 2013 19:27 Uhr
    14. Antwort

    17."Warum muss eine ganze Religion (Islam) und eine Heilige Schrift (Koran) in Misskredit gebracht werden?"

    Wir hier im Westen sind froh über Aufklärung,Renaissance,Demokratie etc
    Unzählige Vorfahren haben für diese Errungenschaften mit ihrem Leben bezahlt.
    Islam und Koran ist ein Buch aus dem Mittelalter,buchstabengetreu dies heutezutage als Vorlage zu nehmen(wie Salafisten,Talibane,teilweise Sunniten etc)
    läßt sich nicht vereinbaren mit Europa 21Jhd und Demokratie etc.

    Eine Leserempfehlung
  4. und verbreitet ihn nach seiner Vostellung. Nur diese
    Menschen können was ändern, wenn sie es dann wollen.
    Wenn nicht, sollten die Christen auf dieser Welt, das
    "Alte Testament" wieder einfüren, oder der Hydra Köpfe
    abschlagen.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nf
  • Schlagworte Algerien | AFP | Aggression | Luftwaffe | Mali | Mord
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