AlgerienZahlreiche Tote bei "finalem Angriff" auf Gasanlage

Die Besetzung des Gasfeldes In Amenas ist gewaltsam beendet worden: Algerien meldet, dass bei einem Militärsturm sowohl Geiseln als auch Entführer gestorben sind.

Algerische Einsatzkräfte haben die Gasanlage In Amenas gestürmt und damit die Geiselnahme gewaltsam beendet. Dabei starben laut Regierungsseite elf Dschihadisten. Sieben ausländische Geiseln seien offenbar von den Entführern getötet worden. Es sei ein "finaler Angriff" gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS.

Das Gelände sei von den Geiselnehmern vermint worden, teilte das algerische Öl- und Gasunternehmen Sonatrach mit. Soldaten seien dabei, die Sprengsätze zu entschärfen.

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Die algerische Zeitung El Watan berichtete, dass die Entführer am Samstagmorgen begonnen hätten, ihre Geiseln hinzurichten. Die Armee habe dann die Anlage gestürmt. Für die sieben Ausländer – laut Berichten drei Belgier, zwei US-Amerikaner, ein Brite und ein Japaner – war es jedoch zu spät. Laut El Watan hätten die Geiselnehmer ihren kollektiven Selbstmord vorbereitet. Sie seien aber von algerischen Spezialkräften neutralisiert worden.

Die Industrieanlage

Die von Islamisten überfallene Gasanlage Tiguentourine in Algerien liegt rund 40 Kilometer entfernt von der Stadt In Amenas im Osten des Landes, 60 Kilometer vor der Grenze zu Libyen. Seit 2006 wird der in der Wüste gelegene Komplex von dem britischen Konzern BP, der norwegischen Statoil in Zusammenarbeit mit dem algerischen Staatsunternehmen Sonatrach betrieben. In dem Industriekomplex arbeiten rund 700 Menschen; die meisten von ihnen sind Algerier. In die Anlage wurden umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro investiert.

Drittgrößtes Gasfeld

In dem Gebiet bei In Amenas liegen vier Gasfelder, der Komplex ist über drei Pipelines mit dem algerischen Gasversorgungsnetz verbunden. Die Gasanlage bei In Amenas ist das drittgrößte Gasfeld Algeriens. Von dort stammen 18 Prozent des exportierten Gases. Für gewöhnlich werden am Tag 75 Millionen Kubikmeter Gas durch die Gaspipeline Transmed nach Italien gepumpt.

Militärisch gesichert

BP beschäftigt bei In Amenas "einer geringen Anzahl" Mitarbeiter, so der Konzern. Laut Statoil waren 17 Beschäftigte des norwegischen Konzerns zum Zeitpunkt des Überfalls in dem Komplex. Das Gelände beherbergt neben der Gasanlage Unterkünfte für die Arbeiter sowie ein Sicherheitscamp in einem abgesperrten Bereich. Die islamistischen Angreifer aus Mali waren offenbar mit einer Überrumpelungstaktik erfolgreich, denn die Anlage wurde nach Zeugenaussagen auch vom Militär bewacht.

Insgesamt seien bei der Geiselnahme 25 bis 27 Geiseln gestorben, hieß es von algerischer Seite. Mehrere ausländische Regierungen hatten in den vergangenen Tagen an die Regierung in Algier appelliert, dem Schutz der Geiseln höchste Priorität einzuräumen.

Das Außenministerium in Berlin bekräftigte, dass es keine deutschen Geiseln gegeben habe. Es reagierte auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, derzufolge unter den befreiten Entführungsopfern auch zwei Deutsche gewesen seien.

Die schwer bewaffneten Islamisten hatten die Anlage am Mittwoch besetzt und zunächst mehr als 600 Geiseln genommen. Am Donnerstag griff das Militär die Anlage an. Die Dschihadisten hatten unter anderem das Ende des von Frankreich angeführten internationalen Militäreinsatzes in Mali verlangt.

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Leserkommentare
  1. Laut Sky News wurden mehrere Geiseln gerettet, darunter auch zwei von unseren Leuten:

    http://news.sky.com/story...

    Vielen Dank den mutigen algerischen Soldaten!

    13 Leserempfehlungen
  2. Simply put, GIA (Armed Islamic Group of Algeria) was the creation of the DRS (Algerian state intelligence service); using proven Soviet methods of penetration and provocation, the agency assembled it to discredit the extremists. Much of GIA’s leadership consisted of DRS agents, who drove the group into the dead end of mass murder, a ruthless tactic that thoroughly discredited GIA Islamists among nearly all Algerians. Most of its major operations were the handiwork of the DRS, including the 1995 wave of bombings in France. Some of the most notorious massacres of civilians were perpetrated by military special units masquerading as mujahidin, or by GIA squads under DRS control. Having driven GIA into the ground by the late 1990s, DRS has continued to infiltrate and influence Islamist groups in the country. To what extent the local Al Qaeda affiliate is secretly controlled by the military—as GIA and GSPC were—is an open question, but its recent record suggests that DRS influence over any Algerian extremist group is considerable.(...) It is time for the U.S. government to follow the lead of human-rights groups: Washington should start asking important questions about what Algiers has really been up to since 1992, and to what extent the junta and the DRS have been engaged in mass repression and state terrorism under the guise of fighting Al Qaeda—all possibly with U.S. assistance.
    http://nationalinterest.o...

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    .... werden jetzt in deutschen Zeitungen ganze Artikel in englischer Sprache verfasst. Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die den Text nicht versteht. Ich schreibe ja auch nicht in kroatisch!

    zu den aktuellen ereignissen aufzeigen?

    ich hoffe doch, dass sie mit ihrem beitrag nicht aufzeigen wollen, dass
    a) die algerische regierung nichts von dem weiß, was ihr geheimdienst so treibt
    b) die algerische regierung williger gehilfe von das land ausbeutenden ausländischen mächten ist
    c) der algerische gehiemdienst eh cia-gesteuert ist
    d) die minimal geschätzt ca 100.000 toten im bürgerkrieg nix mit islamistischen staatsvorstellungen zu tun haben.
    sollte das aber doch so sein, bitte ich zu den einzelnen punkten um angabe zuverlässiger quellen. dann kann ich wenigstens wieder was lernen.
    herzlichen dank vorab.

    • MrWho
    • 19. Januar 2013 15:34 Uhr

    Mein Glückwunsch der algerischen Armee zur Eliminierung der Gefahr weiterer Anschläge durch diese Menschen.

    Mein aufrichtiges Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfern. Vielleicht hilft es Ihnen, daran zu denken, dass man mit seinem Leben besser abgeschlossen hat, sobald man sich in der Gewalt von Menschen befindet, die einen vorgeblich des Glaubens wegen zur Geisel nehmen und hinrichten... oder auch direkt hätten töten können. Die Hoffnung, dass es nicht dazu kommt, hat sich nicht erfüllt.

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  3. .... werden jetzt in deutschen Zeitungen ganze Artikel in englischer Sprache verfasst. Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die den Text nicht versteht. Ich schreibe ja auch nicht in kroatisch!

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    .. wenn sie die englische Sprache nicht verstehen.

    http://translate.google.de/

    • Cu22
    • 19. Januar 2013 15:58 Uhr

    insbesondere, wenn man diese Sprache nicht völlig versteht. Dan nerweckt es den Eindruck, es sei wichtig. Ich gebe ihnen Recht, so ein Post ist ziemlich sinnlos.

    "Nur provinzielle, ungebildete Deutsche verwenden häufig Fremdwörter, weil sie die internationale Bedeutung ihrer eigenen Sprache nicht kennen und einen kleinen deutschen Wortschatz haben"
    Charles Antoine Djokouéhi, Präsident des Deutschlehrerverbandes der Elfenbeinküste

    • y5rx
    • 19. Januar 2013 16:35 Uhr

    Der gute Forist zitiert einen englischen Artikel. Das geht nun mal nur so. Dummerweise gibt s verschiedene Artikel nur in Englisch. Sie müssen das nicht lesen, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind.
    Ich wundert, daß man Ihnen Leserempfehlungen gibt.

    • Rend
    • 19. Januar 2013 17:48 Uhr

    Doch, sie sind die Einzige. Dafür reicht Schulenglisch.
    Da steht, dass der algerische Geheimdienst 1992 an der Gründung einer islamistischen Terrorgruppe maßgeblich beteiligt war, und die Radikalisierung dieser und anderer Gruppen vorangetrieben hat. Und die war dann unter anderem für Bombenanschläge in Frankreich in den 90ern verantwortlich.

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se

  4. .. wenn sie die englische Sprache nicht verstehen.

    http://translate.google.de/

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    • Cu22
    • 19. Januar 2013 15:56 Uhr

    Google translate kann nur jemand empfehlen, der der entsprechenden Fremdsprache nicht besonders mächtig ist und keine Ahnung von Google translate hat. Insbesondere anspruchsvolle, abr meistens auch einfache Texte werden sehr oft entstellt und verzerrt. Kann man einigermaßen den Sinn herausfiltern, hat man noch Glück.

    eine angemessene und höfliche antwort

    "Nutzen Sie das Internet..
    .. wenn sie die englische Sprache nicht verstehen."

    btw: sie haben das ausrufezeichen vergessen.

    das Internet vorher nutzen, bevor Sie den englischen Text hier präsentieren?

    • Cu22
    • 19. Januar 2013 15:56 Uhr

    Google translate kann nur jemand empfehlen, der der entsprechenden Fremdsprache nicht besonders mächtig ist und keine Ahnung von Google translate hat. Insbesondere anspruchsvolle, abr meistens auch einfache Texte werden sehr oft entstellt und verzerrt. Kann man einigermaßen den Sinn herausfiltern, hat man noch Glück.

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    Umgekehrt wird ein Schuh drauß. Für jemanden, der eine Ressource nur in einer von ihm nicht gesprochenen Fremdsprache findet und den fachlichen Kontext versteht, kann Google Translate eine hervorragende Ressource sein.

    Ich empfehle dann allerdings eine Übersetzung von dieser Sprache ins Englische, da diese meist besser ist.

    • mores
    • 19. Januar 2013 15:57 Uhr

    Wie seinerzeit bei dem libyschen Ölfeld u. den dort genommenen Geiseln ging es auch hier weniger um die Geiseln als um das Gas. In das Geschäft lässt sich niemand reinfunken - Islamismus hin und her!

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    • Cu22
    • 19. Januar 2013 15:58 Uhr

    insbesondere, wenn man diese Sprache nicht völlig versteht. Dan nerweckt es den Eindruck, es sei wichtig. Ich gebe ihnen Recht, so ein Post ist ziemlich sinnlos.

    "Nur provinzielle, ungebildete Deutsche verwenden häufig Fremdwörter, weil sie die internationale Bedeutung ihrer eigenen Sprache nicht kennen und einen kleinen deutschen Wortschatz haben"
    Charles Antoine Djokouéhi, Präsident des Deutschlehrerverbandes der Elfenbeinküste

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    • okmijn
    • 20. Januar 2013 1:22 Uhr

    ..., Fremdworte und Lehnworte sind nicht sauber unterschieden, wer aber ernsthaft die Erweiterung einer Sprache vermeiden möchte, der hätte wahrlich keine Ahnung.

    Darüber hinaus ist es aber auch gelegentlich sinnvoll, Sprachen einfach zu mischen, sofern man ein Verständnis beim Rezipienten voraussetzen kann. Häufig finden sich nämlich in einer Sprache schlicht keine Übersetzungen, die den Nuancen der zur Hilfe genommenen, oder Quellsprache, gerecht wird. Nicht umsonst findet man z.B. in englischsprachiger (und bekanntlich neigen zumindest US-Autoren nicht eben dazu unnötig das Englische zu verlassen) Literatur zur Philosophie häufig Deutsch. Kant lehrt man eben besser nicht ohne einige Begriffe der Genauigkeit halber deutsch zu belassen.

    Wer heute Englisch nicht einmal lesen kann, der sollte sich ernsthaft Gedanken machen, ob er oder sie diesem Defizit nicht doch noch Abhilfe zu leisten vermag. Viele Fachworte existieren schlicht nicht auf Deutsch, viele Fachtexte werden nicht übersetzt, teils weil es wie angedeutet unmöglich ist, überwiegend weil es sich nicht lohnt, Originale sind stets die direkte Quelle, per Definition, Mehrwert mag eine Erläuterung bringen, nicht jedoch eine Übersetzung. Die Zeit, die einem zum Erlernen von Fremdsprachen zur Verfügung steht, ist sicher begrenzt aber Englisch kann man als kleinsten gemeinsamen Nenner voraus setzen. Es lässt sich ggf. problemlos binnen eines Jahres gut genug lernen, um mit einer Tageszeitung zurecht zu kommen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, rav
  • Schlagworte Algerien | Ausländer | Militär | Nachrichtenagentur | Regierung | Selbstmord
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