MaliDas ist auch Europas Krieg
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Die eigentliche Bedeutung des Krieges ist geopolitisch

Sicherlich auch, um die Verhandlungen in Afrika und in Europa über eine gemeinsame Intervention zu beschleunigen. Aber in erster Linie, weil die Dschihadisten im Begriff waren, sich einen unumkehrbaren Vorteil zu erkämpfen. Sie, über deren politische Informiertheit sich niemand täuschen darf, hatten offenbar kalkuliert, dass ihnen in der langwierigen Verhandlungsphase der afrikanischen und europäischen Bündnisse ein Fenster offenstand. Frankreich hat es geschlossen.

Wieso ausgerechnet Frankreich?

Etwa, weil es postkolonialistisch ist? Dieser Vorwurf, der von ganz links und ganz rechts (vom radikalen Islamismus nämlich) heranrollt, ist ungerecht. Nicht, dass der französische Postkolonialismus nur ein Gespenst wäre. Unter dem Begriff Françafrique wird ein ganzes Geflecht wechselseitiger Einflussnahme zwischen Frankreich und afrikanischen Staaten in seinem ehemaligen Kolonialgebiet verstanden, das bis vor einigen Jahren in voller Blüte stand: Frankreich garantierte die Sicherheit mehr oder weniger korrupter und antidemokratischer Regime, dafür konnte es sich dort ökonomisch bevorzugt betätigen. Diktatoren dieser Länder brachten in französischen Luxusimmobilien einen Teil ihres Reichtums unter und finanzierten dafür den einen oder anderen französischen Politiker. Mit dieser Françafrique wollte schon Nicolas Sarkozy brechen, was ihm indes nur teilweise gelang.

Hollande gilt erst recht als jemand, dem alles das zuwider ist; er hat das einigen afrikanischen Potentaten auch schon gezeigt. Gewiss, er braucht nun, um die Krise in Mali zu beenden, beispielsweise die Hilfe des Tschad und Burkina Fasos – beides klassische Terrains der Françafrique. Aber das allein ist noch kein Rückfall in alte Praktiken.

Nein, Frankreichs Motive sind andere.

Erstens: Wegen der engen Verbindung zwischen West- und Nordafrika zu Frankreich würde die Errichtung eines Al-Kaida-Staates in der Region direkt Frankreichs Sicherheit bedrohen.

Zweitens: Durch den Libyen-Krieg sind nicht nur reichlich Waffen in die Region gekommen, auch umgekehrt gibt es da eine Kausalität: Ein Al-Kaida-Staat in Mali würde Libyen destabilisieren. Und Tunesien gleich mit. Für beide Länder trägt Frankreich historische Verantwortung, mit beiden ist es stark verflochten.

Berlin lässt Franzosen allein die Kastanien aus dem Feuer holen

Drittens: Die Vorgänge in Mali bedrohen Niger und Mauretanien. In Niger ist Frankreich wegen des Urans präsent, in Mauretanien ist es an den Ölreserven interessiert. Mali selbst ist für Frankreich hingegen ein eher uninteressanter Wirtschaftspartner. Die gelegentlich zitierten Bodenschätze sind weitgehend unerschlossen und werden es bis auf weiteres auch bleiben.

Viertens: In den Ländern der Region leben viele Tausende Franzosen – das hat allein schon historische Gründe, denn Frankreich war hier Kolonialmacht. Mali selbst hieß bis zu seiner Unabhängigkeit 1960 Französisch-Sudan. Dort leben immer noch mehr als 5.500 Franzosen, die Hälfte von ihnen hat beide Nationalitäten.

Die eigentliche Bedeutung des Mali-Krieges ist geopolitisch. Eine verschärfte Immigration aus der Region, vor allem nach Frankreich, macht die Sicherheit des Landes zu einem Problem der inneren Sicherheit Europas. Etwas weiter gedacht, muss man sich außerdem um die möglichen Auswirkungen eines dschihadistischen Mali nicht nur auf den Maghreb, sondern auch auf den Mashrek sorgen – also auf die Region von Ägypten bis Syrien.

Wie wollte man da sagen, das ginge Europa nichts an?

Um so bitterer wird in Paris registriert, dass Deutschlands Reaktion auf den Kriegsausbruch in erster Linie darin bestand, gleich mal klarzustellen, was alles nicht geht. Auf diese Weise wird den Franzosen derzeit ins Gedächtnis gerufen, dass es ein Bundesland Niedersachsen gibt, dessen Landtagswahlkampf sich auf Deutschlands Außenpolitik auswirkt. War das nicht vor zehn Jahren schon einmal so? Damals, immerhin, schritten Schröder und Chirac Seit' an Seit'. Der Irak-Krieg war allerdings auch eine amerikanische, keine europäische Sache.

Heute geht es um Europas Interessen – doch Berlin lässt die Franzosen allein die Kastanien aus dem Feuer holen. Was übrigens dazu führt, dass Frankreich ins Fadenkreuz des Terrorismus geraten ist. Französische Geiseln werden abgeschlachtet, das Innenministerium hat Alarmstufe Rot ausgerufen.

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Leserkommentare
  1. ...sind in Mali die Bösen, weshalb sie bekämpft werden müssen. Al-Kaida-Terroristen sind in Syrien die Guten, weshalb sie unterstützt werden müssen. Muss ich das verstehen?

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    Es ist keine kluge Politik, wenn deutsche Politiker immer die Dreckarbeit von anderen machen lassen.

    Redaktion

    Und zwar besser. Denn inwiefern unterstützt Frankreich Al Qaida in Syrien? Wodurch Ihre Frage gegenstandslos wird.

    Einerseits arbeitet man mit den Saudis und u.a. Quatar Hand in Hand, um Islamisten in Syrien und Libyen zu stärken.

    Dieselben Leute in Mali, die ebenfalls von den Saudis finanziert werden, sind nun ganz böse..

    Daraus kann man nur schliessen, dass sich Gut und Böse in der Politik nie durch Eigenschaften, Taten oder Charakter definiert, sondern ausschliesslich durch persönliches Interessen von Staaten.

    Der feine Unterschied:

    In Mali wird Terorismus exportiert, in Syrien ist der Terror mit Kämpfen und nicht mit Ausbilden beschäftigt.

    • Vibert
    • 17. Januar 2013 18:12 Uhr

    Jene, die Assad stürzen wollen, pauschal als Al-Kaida zu bennen geht nun gar nicht. Und wenn inzwischen Al-Kaida dort "mitmischt" ist das der Tatenlosigkeit des Westens und der arabischen Liga geschuldet. Mali ist nicht Syrien. Also bitte sachlich bleiben. Danke.

    • Hokan
    • 17. Januar 2013 20:13 Uhr

    Der Diskussion in Deutschland über Vorgänge in arabischen und islam-afrikanischen Raum zu folgen, zehrt schon hin und wieder an Augen und Nerven. Schwarz-weiß-Kontraste in Hülle und Fülle. Wäre hier auch nur halb so viel Expertise über die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen dieses europanahen Raums vorhanden wie in Frankreich, wäre uns so manch peinliche außenpolitische Panne und so manch grob kenntnisloser Kommentar erspart geblieben.

    Wir sollen nicht verstehen, wir sollen solidarisch für andere Interessen in Kriege ziehen, um Rohstoffquellen und Absatzmärkte zu sichern.

    Bald ist es auch unerheblich ob die Mehrheit der deutschen Bevölkerung dagegen ist, denn nicht mehr lange und dann werden solche Entscheidungen (wie Kriege) zentral von einer plutokratischen Interessenvertretung gefällt. (Auf europäischer Ebene)

    Ich kann nur hoffen wir Deutschen halten uns weiter aus Konflikten raus. Denn nur deshalb ist es hier verhältnismäßig ruhig. Ich bin stolz in einem Land zu leben, in dem die Mehrheit der Menschen auch die Konflikte auf der Erde zunächst hinterfragt und das ganze auch selbstkritisch.

    Deutschland hat aus seinen Fehlern gelernt und deshalb geht es uns gut und so soll es auch bleiben.

    Aus Syrien kennt man nun zu genüge ihre Mordvideos. Aber aus Mali gibt es keine solchen Bilder, nur unbestätigte Berichte. Handelt es sich um Mali nicht eher um einen Unabhängigkeitskampf der zT aus Libyen (weil schwarz) vertriebenen (mithilfe der Nato-Bomben) Touareg?

    besteht bestimmt nicht nur aus Al-Kaida Mitgliedern.

    Im Gegensatz dazu sind die Islamisten im Norden Malis anscheinend eine recht homogene Gruppe.

    klar erkannt - in syrien sind s rebellen anderswo sind Terroristen
    o scheisse .. was soll ich nun wählen ??

    • dacapo
    • 22. Januar 2013 21:48 Uhr

    Wer sagt es, dass die Al-Kaida-Leute die Guten in Syrien sind?

  2. Die fehlende Solidarität mag ja, blickt man etwas ungezwungener auf die verbliebenen Möglichkeiten des deutschen Militärpotenzials, selbstverschuldet sein.

    Nur sind eben auf absehbare Zeit keine Besserungen dieses Umstandes in Sicht!

    Die ganzen, hier sehr gut mit modernen Zündern versehenen Minenbestände, könnte man dafür gut gebrauchen. Leider sind die aber schon entsorgt.

    Italien hat es in den 30ern auch geschafft mit viel Stacheldraht und Minensperen die libysche Wüste weitgehend abzuriegeln....

    Beste Grüße CM

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    • ribera
    • 18. Januar 2013 0:07 Uhr

    Und wenn Frankreich sich militärisch verhoben hat, dann kommt es schon zur Nagelprobe der vielbeschworenen Freundschaft.
    Aber solange Frankreich nur die Söhne fremder Länder ins Feuer schickt (Fremdenlegion) und französisches Blut schont, sollte auch kein deutsches Blut riskiert werden!

  3. verschiedene Quellen wie zum Beispiel die Elfenbeinküste die durch ihre Abgaben bald das ganze Sozialsystem Frankreichs stützt anstatt die Bürger an der Elefenbeinküste.

    Deutschland hat keine Kolonien mehr und auch keine Verpflichtungen in Afrika einzugreifen.

    Kriege enden immer mit einem noch schlechteren Zustand als vorher, zumindest in Afrika und im nahen Osten war das bisweilen leider aktuell so.

    Also bravo, wenn Frau Bundeskanzlerin da stabil bleibt und wenn nicht dann bitte mit ausführlicher Beschreibung im Bundestag und dessen Zustimmung, die sicherlich aktuell nicht kommen wird.

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    • zfat99
    • 17. Januar 2013 19:03 Uhr

    Vielleicht keine schwarze Zustimmung, aber es gibt andere Farben, die zustimmen werden.

    • zimra
    • 17. Januar 2013 16:01 Uhr

    wäre Westerwelle froh wenn wir Verbündete wie Frankreich hätten. Wer sich auf Deutschland verlässt, ist verlassen.
    Wir denken dass wir mit Geld alles kaufen können und die
    Anderen die für uns die schmutzige Arbeit machen gegen Bezahlung selbstverständlich. Wichtiger wäre die Demonstration des Zusammenhalts
    Irgend wann stecken wir in der Klemme und niemand wird uns beistehen. Ich denke wir dürfen Frankreich nicht im Stich lassen. Es wir Zeit dass FDP aus dem Bundestag fliegt und die CDU eigenverantwortlich arbeiten kann.

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    "Wir denken dass wir mit Geld alles kaufen können und die
    Anderen die für uns die schmutzige Arbeit machen gegen Bezahlung selbstverständlich. "

    Was glauben Sie denn, wen die Franzosen dorthin schicken. Ich vermute mal (ins Blaue) dass es die Fremdenlegion ist. Also geben auch die Franzosen im Prinzip "nur Geld" aus um ihre Ziele zu erreichen.

    Außerdem, müssen wir denn wirklich überall mitschlachten? Können das nicht auch mal andere machen? Soweit ich mich erinnere ist die Bundeswehr in insgesamt 11(!) Auslandseinsätze verstrickt. Ok.. manche sind nur 2-3 Soldaten aber einige (Kosovo, Afghanistan, Horn von Afrika) sind mehrere hundert bist tausende.

    Ach ja! Noch was! Die Wahrscheinlichkeit, dass ein islamistischer Terrorist einen erwischt ist deutlich geringer als dass man in der Badewanne ausrutscht und sich das Genick bricht. Wer sich von Terroristen einschüchtern lässt und deswegen auf Auslandseinsätze besteht, hat sowieso schon verloren oder hat nach ner Entschuldigung gesucht sich wieder einen "Platz an der Sonne" erkämpfen zu dürfen.

    • kai1
    • 17. Januar 2013 16:28 Uhr

    Selbst wenn die CDU "eigenverantwortlich handeln" könnte ohne die FDP (in dem unwahrscheinlichen Fall einer absoluten Mehrheit), würde sich an der sicherheitspolitischen Apathie der deutschen Politik nichts ändern. Die heutige CDU ist keine wertkonservative Partei mehr, die die militärischen Möglichkeiten der Bundesrepublik nüchtern realpolitisch im Verbund mit den europäischen Partnern nutzt (und die sind, allen Unkenrufen aus mehr oder weniger berufenem Munde zum Trotz) vorhanden. Die Bundeswehr hat sich, was Logistik, Kampfmittel und Kampferfahrung angeht, (auch) DURCH Afghanistan zu einem global einsetzbaren Instrument weiterentwickelt, selbst wenn auf nationaler Ebene noch Fähigkeitslücken bestehen (etwa in der Luft-Boden-Fähigkeit des Europfighter "Typhoon", in der strategischen Lufttransportfähigkeit, Stichwort A400 M, und beim geschützten stragischen Seetransport, Stichwort "Joint Support Ship"). Manche dieser Lücken könnten durch Kapazitäten europäischer Partner oder zivile strategische Transporter (SALIS, deutsch-dänische Charterverträge für Ro-Ro-Schiffe, die beim Transport der "Patriot"-Flugabwehrraketen in die Türkei zum Einsatz kommen, vorübergehend zeitnah geschlossen werden.
    Zudem steht ingestalt der deutsch-französischen Brigade und der "European Battle Groups" das militärische Infrastrukturgerüst. Daran liegt es also nicht in erster Linie. Es liegt an der sicherheitspolitischen Handlungsunfähigkeit und Konzeptionslosigkeit des größten EU-Mitgliedsstaates.

    deshalb sind wir auch in Afghanistan unterwegs und verteidigen Deutschland am Hindukusch - Mannomann, warum müssen Leute wie Sie immer gleich diffamieren, bloß, weil deutsche Politiker nicht gleich bei jedem Krieg laut HURRA! schreien und mitballern wollen?

    Sie treffen den Nagel auf dem Kopf.

    Wenn D einmal nach seinen Verbündeten ruft, braucht es sich nicht wundern, wenn die Antwort ausbleibt.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare. Danke, die Redaktion/ls

    • scoty
    • 17. Januar 2013 16:04 Uhr

    " Heute geht es um Europas Interessen – doch Berlin lässt die Franzosen allein die Kastanien aus dem Feuer holen. "

    Was ist denn mit Rom, Madrid und all die anderen EU-Partner ?

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    Das heißt?

    Immer nur auf einen fahrenden Zug aufspringen statt Initiative zu zeigen? Oder ist es automatisch in Ordnung, wenn andere es auch tun?

  4. wie eben alle Kriege vollkommen unnötig sind.

    An Kriegen profitieren im allgemeinen nur die Banken und die Waffenproduzenten.

    Und das "Marketingmodell" funktioniert so: Hetze zwei unterschidliche Interessensgruppen nach dem Teile-und-Herrsche-Prinzip gegeneinander auf. Beide Seiten brauchen dann Geld und Waffen für die Auseinandersetzung (im schlimmsten Falle mit Krieg). dann freuen sich Waffenproduzenten und Banken, die bereitwillig beide Seiten beliefern.

    Das ganze lässt sich so einfach umgehen: "Stell Dir vor, es ist Krieg der 1% und keiner von uns 99% geht hin."

    Die Definition, wer Terrorist ist und wer nicht, trifft der industriell-materialistisch orientierte Westen. Dieser hat durch Ausbeutung und Kolonialisierung die schlechte Energie in Mali ursächlich erzeugt.

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    Mali hat Frankreich um Hilfe gebeten. Und Frankreich versucht zu helfen. Gewalt kann meistens nur mit Gewalt beantwortet werden, und eben nicht mit Worthülsen. Hitler wurde auch nur durch brutale Gewalt gestoppt. Ansonsten könnten Sie heute nicht in Freiheit ihre Meinung ungestraft öffentlich vertreten.

    Und hier ist einer der der Gründe für den Hilferuf Mailis an Frankreich:

    http://www.lagazettedeber...

    Es ist Krieg und keiner geht hin. Ob das diese Gotteskrieger aus Mali auch wissen?

  5. Deutschland handelt seit einiger Zeit nach dem Motto "Wer nichts macht kann auch nichts falsch machen."

    Wäre die wirtschaftliche Dominanz nicht so groß würde sich Deutschland noch schneller ins politische Abseits spielen. Oder eventuell ist es auch einfach die Arroganz, die sich aus der wirtschaftlichen Dominanz nährt. Immerhin umgeht man so die Gefahr potentielle Kunden deutscher Güter zu verprellen, was wiederum für wenig wirtschaftlicher Moral spricht.

    Deutschland verliert durch diese Haltung vor allem den Respekt in der Welt, und da ist es in einigen Ländern sogar schon egal was die lokalen Zeitungen über unseren Außenminister schreiben.

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    Wenn Sie unbedingt dort mitmachen möchten, können Sie sich gern bei der Fremdenlegion melden, die sind da unten bestimmt sehr aktiv!

    • lxththf
    • 17. Januar 2013 17:21 Uhr

    erstarrt die Welt in Ehrfurcht? Es ist sehr interessant, wie Sie Respekt definieren. Sie mögen die dt. Politik weichgespült nennen, aber in wievielen Kriegen wollen Sie die Bundeswehr denn sehen. Sicher ganz oben auf der Agenda Syrien, Somalia, Mali, Pakistan, Afghanistan, Irak, Iran und wenn uns der nahe Osten langweilig wird, warum dann nicht auch gleich noch in Weißrussland, Ukraine, oder am besten noch China ... Wären Sie Verteidigungsminister würden Sie Dtl. in eine Welle von Kriegen stürzen, die weder humanistisch vertretbar, noch wirtschafltich machbar wären.

    • lxththf
    • 17. Januar 2013 16:10 Uhr

    dieser Faktor wird völlig unterschätzt und es ist m.M.n. absolut naiv Sicherheitspolitische oder humanitäre Gründe hinter der französischen Intervention zu vermuten. Wichtiger als alles andere sind Wirtschaftsinteressen und ob diese nun am Hindukusch verteidigt werden oder eben jetzt in Mali, wen interessiert das am Ende.
    Warum wurde in Libyen interveniert, nicht aber in Syrien? Weil Libyen aus wirtschaftspolitischer Sicht vor allem für Frankreich das Herzstück Nordafrikas war.
    Und was die Befürchtung betrifft, dass es die Angst vor einer Destabilisierung Libyens gibt. Wer hat denn Nordafrika hochgerüstet, bis es explodierte? Vor allem, seit wann ist Libyen stabil?
    Und bezüglich der Solidarität. Dtl. hat sich seit 2003 gegen den Willen von einem nicht zu unterschätzenden Teil der Bevölkerung Solidarität mit seinen Verbündeten gezeigt und was hat es gebracht? Sobald in Afghanistan alle Truppen abgezogen sind, werden die Taliban wieder erstarken, so als wäre nichts passiert. Der Irak ist weit entfernt von demokratischen Strukturen. Libyen? Leider hört man seit Monaten nichts mehr. Und nun also eine weitere Front und der stetigen Hoffnung, dass sich etwas ändert. Wie ging doch gleich das Sprichwort, immer das gleiche zu versuchen und ein anderes Ergebnis zu erwarten? Und was ist eigentlich mit SaudiArabien? Da interessiert es keinen, wer da ausgebildet wird ...

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    • xy1
    • 17. Januar 2013 18:08 Uhr

    "Libyen? Leider hört man seit Monaten nichts mehr"
    Warum: "leider"?
    Das ist höchstwahrscheinlich eine gute Nachricht, denn es bedeutet, dass sich die Lage beruhigt hat.
    Grössere Unruhen wären schon in die Nachrichten gekommen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Krieg | Algerien | Frankreich | Mali | Afghanistan | Intervention
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