Durch einen Bericht des US-Senats gerät das Außenministerium unter Erklärungsdruck. Die Autoren werfen den Ressortverantwortlichen vor, das Konsulat im libyschen Bengasi trotz Berichten über die Verschlechterung der Sicherheitslage nicht geschlossen zu haben. Der Senatsausschuss für nationale Sicherheit kam zu dem Schluss, dass die Sicherheitsvorkehrungen um die diplomatische Einrichtung vor dem tödlichen Angriff vom 11. September völlig unzureichend gewesen seien.

Die Senatoren empfehlen, dass sich das Außenministerium auch ohne unmittelbare Bedrohung auf alle Arten von Angriffen vorbereitet. Sollte der Schutz durch das Gastgeberland unzureichend sein, müssten die eigenen Vorkehrungen verstärkt oder die Einrichtung geschlossen werden, hieß es. Zudem sollte das Ministerium in Libyen und anderen nordafrikanischen Ländern verstärkt ein Auge auf neu entstehende gewalttätige islamistische Gruppen haben.

Bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter ums Leben gekommen. Die Republikaner im Kongress kritisierten anschließend, dass die Regierung den Angriff zunächst als Folge von Protesten gegen einen islamfeindlichen Film aus den USA dargestellt hatte. Das Außenministerium kam bei einer internen Untersuchung selbst zu dem Schluss, dass die Sicherheitsvorkehrungen um das Konsulat unzureichend gewesen seien.

Drei Monate nach dem Angriff trat der Leiter der Abteilung diplomatische Sicherheit, Eric Boswell, mit sofortiger Wirkung zurück. Drei weitere Mitarbeiter des Außenministerium wurden vom Dienst suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, nicht genügend erfahrene Sicherheitsleute zur Verfügung gestellt und sich zum Schutz des Konsulatsgeländes auf örtliche Milizen verlassen zu haben.