Libyen : US-Senat macht Außenamt für Attacke auf Konsulat mitverantwortlich

Der US-Senat wirft dem Außenministerium vor, das Konsulat im libyschen Bengasi nicht ausreichend gesichert zu haben. Die Vertretung war Ziel eines tödlichen Angriffs.
Das US-Konsulat in Bengasi © Gianluigi Guercia/AFP/Getty Images

Durch einen Bericht des US-Senats gerät das Außenministerium unter Erklärungsdruck. Die Autoren werfen den Ressortverantwortlichen vor, das Konsulat im libyschen Bengasi trotz Berichten über die Verschlechterung der Sicherheitslage nicht geschlossen zu haben. Der Senatsausschuss für nationale Sicherheit kam zu dem Schluss, dass die Sicherheitsvorkehrungen um die diplomatische Einrichtung vor dem tödlichen Angriff vom 11. September völlig unzureichend gewesen seien.

Die Senatoren empfehlen, dass sich das Außenministerium auch ohne unmittelbare Bedrohung auf alle Arten von Angriffen vorbereitet. Sollte der Schutz durch das Gastgeberland unzureichend sein, müssten die eigenen Vorkehrungen verstärkt oder die Einrichtung geschlossen werden, hieß es. Zudem sollte das Ministerium in Libyen und anderen nordafrikanischen Ländern verstärkt ein Auge auf neu entstehende gewalttätige islamistische Gruppen haben.

Bei dem Angriff auf das Konsulat in Bengasi waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei seiner Mitarbeiter ums Leben gekommen. Die Republikaner im Kongress kritisierten anschließend, dass die Regierung den Angriff zunächst als Folge von Protesten gegen einen islamfeindlichen Film aus den USA dargestellt hatte. Das Außenministerium kam bei einer internen Untersuchung selbst zu dem Schluss, dass die Sicherheitsvorkehrungen um das Konsulat unzureichend gewesen seien.

Drei Monate nach dem Angriff trat der Leiter der Abteilung diplomatische Sicherheit, Eric Boswell, mit sofortiger Wirkung zurück. Drei weitere Mitarbeiter des Außenministerium wurden vom Dienst suspendiert. Ihnen wird vorgeworfen, nicht genügend erfahrene Sicherheitsleute zur Verfügung gestellt und sich zum Schutz des Konsulatsgeländes auf örtliche Milizen verlassen zu haben.

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Kleine Korrektur.

Bei uns heißt das Außenministerium Auswärtiges Amt oder kurz Außenamt. Bei den US-Amerikanern heißt das Außenministerium State Department oder eben Außenministerium. Der Begriff "Außenamt" findet hinsichtlich der USA überhaupt keine Verwendung. Vielleicht sollte man mal der journalistischen Sorgfaltspflicht nachkommen. Danke.

Der wahre Grund....

"Der wahre Grund für den Überfall auf die libysche Botschaft war, dass die USA in ihrer Botschaft libysche Bürger in Gefängnisse steckte um diese dort zu foltern und zu verhören."

Ganz sicher können Sie Ihre merkwürdige Behauptung mit Quellenangabe unterstützen. Auch die Links zu den Photos, die die "freundlichen" Rebellen nach Besetzung des verlassenen Konsulates gemacht haben, sind kein Problem für Sie. Oder Sind Ihre Behauptungen nur Luftschlösser?

Nicht ganz

Das war nur ein Auszug eines Interviews, es gibt unzählige. Sie glauben doch nicht das Petraeus nur wegen einer Liebschaft zurückgetreten ist. Der gute Mann plauderte seine Dienstgeheimnisse bei der Lady aus.

Fakt ist, es war von langer Hand geplant, es war keine spontane Reaktion auf ein Youtube Video, die USA sind als Folterknechte bekannt, die USA betreiben in der ganzen Welt Folter- und Verhörknäste.

Wer glaubt das Petraeus Liebschaft, der Überfall auf Bengazi und die Aussagen von Broadwell alles rein zufällig in einem Zeitfenster liegen, der hat wohl auch vor einigen Tagen den Weihnachtsmann im Wohnzimmer stehen sehen.

Das Mohamed Video war das definitiv nicht, sie haben sich gezielt den Botschafter geschnappt, weil er das ganze geleitet hat.

1956 in Budapest ...

... wurde das selbe Märchen erzählt, als der Mob ein Parteihaus angegriffen hatte. Das Märchen stammt übrigens aus dem Mittelalter.

Was in Benghazi passierte, können Sie hier nachlesen.

http://english.ahram.org....

Und wenn Sie noch das Bild auch anschauen, dann können Sie es schwer erklären, wie man aus dem brennenden Haus die "Gefangenen" herausholen will.

Ansonsten dürfte auch klar sein, dass einer linken amerikanischen Regierung ein Terrorangriff wesentlich genehmer sei, als der Angriff des Mobs.