NuklearprogrammBiden drängt Iran zu Atomverhandlungen

US-Vizepräsident Biden hat den Iran zu Verhandlungen über sein Atomprogramm aufgefordert. Die USA werden das Land daran hindern, eine Nuklearwaffe zu bekommen.

Der US-Vizepräsident Joe Biden

Der US-Vizepräsident Joe Biden  |  © Brendan Smialowski/Reuters

US-Vizepräsident Joe Biden hat die iranische Regierung mit deutlichen Worten aufgefordert, die Verhandlungen über ihr Atomprogramm wieder aufzunehmen. Biden sagte der Süddeutschen Zeitung, er sehe noch "Zeit und Spielraum" für eine erfolgreiche Diplomatie. Er schränkte ein, dass "dieses Fenster nicht uneingeschränkt offenstehen" werde.

Die USA würden einem Programm zum Atombombenbau nicht tatenlos zusehen. "Wir werden Iran daran hindern, eine Nuklearwaffe zu bekommen", sagte Biden. Eine solche Waffe bezeichnete er als "Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten".

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Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Die iranische Regierung bestreitet das. Die Regierung in Teheran beharrt auf das Recht zur Urananreicherung und begründet das mit dem Bedarf an Kernbrennstoff und Material für medizinische Zwecke.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass der Iran seine umstrittene Urananreicherung ausweiten und verbessern will. In einem Brief informierte Teheran die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien vergangene Woche, dass das Land in seiner Anreicherungsanlage in Natans mehr Zentrifugen eines moderneren Typs verwenden will. Damit könnten Irans Wissenschaftler die Urananreicherung nach Experteneinschätzung deutlich beschleunigen.

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Leserkommentare
    • FLH80
    • 01. Februar 2013 7:41 Uhr

    Ja, ja, so ist das eben in der Politik.
    Da lehnen die USA bzw. in ihrem Auftrag die "5+1" über Jahre hinweg alle möglichen Kompromisse, die die Iraner (unterstützt von z.B. Türkei, Brasilien) vorgelegt haben, rundweg ab. In der westlichen Öffentlichkeit wird das dann so dargestellt, als hätten die Iraner gar nicht verhandelt oder nichts angeboten.
    Was ist das Ergebnis?
    In 2010 boten die Iraner an, die Uran-Anreicherung auf 3,5% einzufrieren. - Abgelehnt und mit Wirtschaftssanktionen geantwortet.
    Seit 2012 sind die Iraner bei 20% Anreicherung angekommen und boten an, auf diesem Niveau einzufrieren. - Als inakzeptabel abgelehnt, statt dessen Wirtschaftssanktionen.
    Der Iran spiele auf Zeit wird gesagt.
    Ja, wenn die andere Seite stets ablehnt und schärfer sanktioniert, dann gibt es ja gar keine Kompromisslinie, wird also mind. ebenso von der anderen Seite "verschleppt"...
    In 2013 wird bekannt, dass die Iraner schon deutlich weiter vorangeschritten sind... und bereit sind zu Verhandlungen.
    Biden fordert sie auf zu verhandeln...
    Und dann haben wir da noch das US-eigene Dilemma:
    der Kongress will dem Präsidenten ja schlichtweg per Gesetz untersagen, mit den Iranern überhaupt zu verhandeln.
    Und wenn er es doch tut, wird der Kongress wohl versuchen, alle Vereinbarungen zu torpedieren. Ergebnis: Obama/5+1 können gar nicht liefern.
    Und das wissen die Iraner natürlich ganz genau!
    Und nehmen die Aufforderung mit Bidens erhobenem Zeigefinger gelassen zur Kenntnis.

    6 Leserempfehlungen
    • dvier
    • 01. Februar 2013 8:06 Uhr

    "Die USA werden das Land daran hindern, eine Nuklearwaffe zu bekommen."

    Zu schade, dass niemand die USA daran gehindert hat, die Atombombe zu bekommen. Die USA sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden, als bisher einziges Land die Bombe eingesetzt zu haben, anstatt die ganze Welt zu bedrohen und mit Forderungen zu überziehen, die sie gar nicht berechtigt sind zu stellen.

    4 Leserempfehlungen
  1. Ja, ja Big Sam.... bekommt innenpolitisch nichts gebacken, wundert sich, dass andere Völker sich nicht mehr so gerne für den geliehenen Wohlstand in den Staaten krumm machen wollen und pupt deswegen weiter in der Weltgeschichte herum.

    Mir wäre auch nicht wohl bei dem Gedanken,dass der Iran Atomwaffen hat.Mir ist aber auch nicht wohl bei dem Gedanken, dass Nordkorea, Pakistan, Russland, Israel, Frankreich, England etc. und nicht zuletzt die "gute" alte Lady USA Atomwaffen besitzt. Und da u.a. die USA genauso fanatisch ihr politisches System verteidigen, wie dies der Iran macht, sehe ich auch keinen Grund, warum ich mich vor möglichen Atomwaffen des Irans mehr fürchten sollte. - Doch, einem Grund hätte ich, die Isolation des Iran durch westliche Staaten. Dies ist dumm, arrogant und gefährlich - und löst keine Probleme. Haben die Verantwortlichen dieser Politik keine Geschichtsbücher oder sind diese "genialen" Politiker des Lesens nicht mächtig? ;o)

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • FLH80
    • 01. Februar 2013 8:48 Uhr

    Zumal:
    nichts ist gefährlicher für den Atomwaffenbesitzer als die 1. Atombombe.
    Denn dann besitzt er noch nicht die sog. Zweitschlagskapazität, die nur mit einer großen Zahl von Sprengköpfen von sicheren Stellungen aus (z.B. U-Booten usw.) erreichbar ist.
    Also:
    zunächst wird eben nicht die Welt unsicherer, wenn der Iran einen Sprengkopf besitzt (so er es denn wirklich versucht/schafft), sondern der Iran selbst.
    Und dass die Atomwaffenbesitzer ein Verbot des Wettrüstens fordern, welches sie selbst angezettelt haben (und ihren eigenen Abrüstungsverpflichtungen trotz aller Mahnungen bei weitem nicht nachkommen!), ist kaum als seriöse Forderung darzustellen.

    • FLH80
    • 01. Februar 2013 8:48 Uhr

    Zumal:
    nichts ist gefährlicher für den Atomwaffenbesitzer als die 1. Atombombe.
    Denn dann besitzt er noch nicht die sog. Zweitschlagskapazität, die nur mit einer großen Zahl von Sprengköpfen von sicheren Stellungen aus (z.B. U-Booten usw.) erreichbar ist.
    Also:
    zunächst wird eben nicht die Welt unsicherer, wenn der Iran einen Sprengkopf besitzt (so er es denn wirklich versucht/schafft), sondern der Iran selbst.
    Und dass die Atomwaffenbesitzer ein Verbot des Wettrüstens fordern, welches sie selbst angezettelt haben (und ihren eigenen Abrüstungsverpflichtungen trotz aller Mahnungen bei weitem nicht nachkommen!), ist kaum als seriöse Forderung darzustellen.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Big Brother - USA"
  2. Ja, dann sollen sie doch mit Iran verhandeln, die Amerikaner. Auch iranische Stimmen (http://irananders.de/home...) sind durchaus der Meinung, dass direkte Gespräche mit den USA mehr Sinn machen, als solche mit der IAEA. Denn die Agentur ist ganz offensichtlich zum politischen Instrument verkommen und die USA blockierten bisher jegliche Lösung des "Atomkonflikts". Dabei wissen sie doch durch ihre sämtliche (ich glaube es sind 12!) Geheimdienste, dass Iran kein militärisches Atomprogramm verfolgt. Dieses Thema ist also vorgeschoben, die USA wollen einfach ihren Anspruch auf Weltherrschaft nicht aufgeben. Da sie sich aber offensichtlich damit übernommen haben,wären direkte Gespräche mit Iran, das nun einmal eine wichtige Rolle im Nahen/Mittleren Osten spielt sinnvoll. Aber für rationale Politik sind die USA nicht gerade bekannt, sonst hätten sie mal durchgerechnet, was ihnen ihre weltpolitischen Abenteuer eingebracht haben. Eine zerfallene Infrastruktur und Armut im eigenen Land und eine blühende Rüstungsindustrie.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Iran | Joe Biden | Recht | Atomprogramm | Atomwaffe | Brief
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