"Southern Weekly"Chinesische Journalisten demonstrieren für Meinungsfreiheit

In China haben einhundert Redakteure gegen die Zensur ihrer Zeitung protestiert. Die Journalisten fordern mit dem für China seltenen Schritt mehr Pressefreiheit.

Demonstranten vor der Redaktion der chinesischen Wochenzeitung "Southern Weekly" in Guangzhou

Demonstranten vor der Redaktion der chinesischen Wochenzeitung "Southern Weekly" in Guangzhou  |  © James Pomfret/Reuters

Journalisten einer der einflussreichsten Wochenzeitungen Chinas sind in Streik getreten. Hunderte Demonstranten stehen vor der Redaktion der Southern Weekly in Guangzhou und protestieren für die Freiheit der Medien. "Wir wollen Pressefreiheit, Verfassungsmäßigkeit und Demokratie", steht auf den Transparenten der Demonstranten, berichtet die BBC.

Der Hintergrund dieses öffentlichen Protests ist Berichten zufolge das Verbot eines Artikels. Darin wurde anlässlich des Neuen Jahres dazu aufgerufen, den Traum einer verfassungsmäßigen Ordnung in China zu verwirklichen, die die Bürgerrechte schützt. Dieser Artikel war von den Behörden beanstandet und durch ein weniger kritisches Stück ersetzt worden.

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Daraufhin schrieben Redakteure der Zeitung zwei Briefe an die Zensurbehörde der Region. Sie warfen dem Propagandaminister "diktatorische Methoden" vor und forderten seinen Rücktritt.

Ein Leitartikel in der staatlichen Zeitung Global Times verteidigte das Vorgehen der Behörden. Es sei angesichts der derzeitigen "sozialen und politischen Realität in China unmöglich, die Art 'freie Medien' zu haben, von denen sie träumen", hieß es mit Blick auf die Demonstranten. Medien, die die chinesische Regierung angreifen wollten, würden am Ende unweigerlich als Verlierer dastehen. In der englischsprachigen Ausgabe der Global Times war der Kommentar nicht zu lesen.

Die Southern Weekly gehört mit einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren zu den größten Wochenzeitungen Chinas. Das Magazin ist für seine regierungskritische Haltung bekannt.

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Leserkommentare
  1. Na, da kann man ja fast drauf warten und darüber spekulieren, wie und wo die Chinesische Regierung mit Repressalien antworten wird.

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    jetzt schon wieder ganz hiddelich auf den Ausbruch des nächsten Frühlings in China warten.

  2. jetzt schon wieder ganz hiddelich auf den Ausbruch des nächsten Frühlings in China warten.

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    Antwort auf "wetten dass?"
  3. Mit dem Führungswechsel mit Jiping ganz oben und neuem Wachhund bei der inneren Sicherheit musste zur Reaktion haben, die insb. in Südwestchina weiche Zensur mal eben zu verschärfen, um klar zu machen, wer Herr im Haus ist.

    Es ist anzunehmen, dass sich das wieder geben wird. Die wollen blos einen Kotau, um für potentiell heftigere Zeiten vorzubauen.

    Dass sich die Journalisten das nicht gefallen lassen: Chapeau, aber sehr gefährlich und mE letztenendes auch unnötig.

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    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    Der Neue in China würde in Deutschland als "Herr Xi" angesprochen.

    Xi ist sein Familienname, der steht in China vorne.

    Und wenn Sie von Jinping sprechen, benutzen Sie seinen Vornamen.

    Was wohl nicht so gemeint war.

    ..so wars auch gedacht. Hab da im Kopf 1 Drehung zuviel gemacht. Thx..

  4. Pressefreiheit?

    Ist die Presse auch dann noch frei, wenn sie nur noch werbetechnisch korrekte Nachrichten schreiben kann?

    Wen klagt man an, bei ungewollter Eigenzensur?

    Nicht das ich das chinesische System besser finde, aber bei uns läuft auch so einiges schief. Nur wenn ich z.B. an die Arbeitslosenzahlen und die Inflationsrate denke, frage ich mich wo unsere Pressefreiheit hin ist.

    7 Leserempfehlungen
    • 可为
    • 07. Januar 2013 13:19 Uhr

    Guangzhou: 10Mio Einwohner, 100 davon protestieren... Ich möchte bezweifeln, das ein Protest von 10 Leuten in München in irgendeiner ausländischen Presse Erwähnung fände - wo da wohl die Motivation steckt?

    3 Leserempfehlungen
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    10 Millionen Einwohner Guangzhous Redakteure?

  5. Wie viel Einwohner hat China? Mit dieser Auflage erreicht man höchstens eine Hand voll.
    Andererseits hat China ein anderes Politik- und Wirtschaftssystem. Auch wenn es hier vielen nicht gefällt, wir haben uns da nicht einzumischen.
    Der Vorwand sind ja immer die Menschenrechte. Da fallen mir noch ganz viel andere Länder ein, wo sie nicht eingehalten werden und die zählen wir zu unseren Verbündeten.

    2 Leserempfehlungen
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    macht diese Zeitung zum auflagenstärksten Wochenmagazin in China. Mehr Aufmerksamkeit geht wohl kaum.
    Grüße

    • Mr.Bean
    • 07. Januar 2013 14:06 Uhr

    Das Ganze wird wieder so enden, wie es immer in China endet: Polizeiknüppel werden auf die Köpfe der Demonstranten niedergehen, mutige Journalisten werden ins Gefängnis geworfen und die korrupte Partei wird von "Feinden Chinas" und "Versuchen, die Regierung zu stürzen" faseln.

    Trotzdem: Hut ab vor den mutigen Journalisten, die es immerhin versucht haben.

    3 Leserempfehlungen
  6. 8. [...]

    Entfernt. Kein konstruktiver Kommentar. Die Redaktion/kvk

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Taktisches Geplänkel"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte BBC | China | Medien | Behörde | Brief | Demokratie
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