Bundeswehr De Maizière sind seine Soldaten zu bequem

Junge Zeitsoldaten sind schwer dazu zu bewegen, vom Heimatort wegzuziehen. Der Minister klagt, sie bevorzugten das Hotel Mama und seien nicht am Unbekannten interessiert.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière

Verteidigungsminister Thomas de Maizière

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat mangelndes Interesse von Zeitsoldaten an Beschäftigung fern der Heimat beklagt. Die heimatnahe Verwendung sei für viele junge Menschen wichtiger, als von zu Hause weiter weg zu sein, sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die Sehnsucht junger Leute nach der großen, weiten Welt werde heute anders bedient. "Ich würde mir wünschen, dass es mehr Interesse für das Unbekannte gibt als Sehnsucht nach dem Hotel Mama", sagte der CDU-Politiker.

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Den Wehrdienst will der Minister durch die Übertragung von mehr Verantwortung auf die Freiwilligen attraktiver machen. "Der Wehrdienst darf kein Gammeldienst sein", sagte er. Es könne sinnvoll sein, wenn auch die Freiwilligen "schneller so etwas wie eine Führungsaufgabe erhalten können".

Viele Auslandseinsätze der Bundeswehr

Derzeit ist die Bundeswehr an vielen Orten weltweit aktiv. Am größten ist der Afghanistan-Einsatz, bei dem sich laut derzeitigem Mandat bis zu 4.900 deutsche Soldaten an der Internationalen Schutztruppe Isaf beteiligen können. Weitere Einsätze sind im Kosovo, im Mittelmeer vor der Küste Libanons und die Anti-Piraterie-Mission vor Somalia.

Mitte Dezember beschloss der Bundestag, Einheiten mit dem Raketen-Abwehrsystem Patriot in die Türkei zu verlegen. Damit soll der Nato-Partner vor Bedrohungen aus dem Bürgerkriegsland Syrien geschützt werden.

Zudem unterstützt Deutschland logistisch den Kampfeinsatz Frankreichs in Mali. Dafür wurden zwei Transall-Transportflugzeuge bereitgestellt, die am Samstag in der Hauptstadt Bamako eintreffen sollen.

Die Bundeswehr führt auf ihrer Internetseite sechs weitere Einsätze auf, die kaum von der Öffentlichkeit beachtet werden. So sind etwa deutsche Soldaten im Sudan, Südsudan und Kongo als Beobachter abgestellt.

 
Leser-Kommentare
    • cwvb
    • 19.01.2013 um 15:08 Uhr

    wie gesagt: nur die Überschrift!

    hat Verteidigungsminister Herr Thomas de Maizière sich schon als einfacher Soldat dort beworben? Hat er seinen Sohn und seine Töchter schon dort hin gebeten? Sind sie dort schon im Einsatz? Oder bereits grausam verblutet? Oder zersprengt worden? Oder verbrannt? Oder glaubt er immer noch, sein Amt erlaube wieder die 'neue Sachlichkeit' ? Da er ja als Verteidigungsminister Thomas de Maizière die politischen Anforderungen der BRD anderen Staaten gegenüber erfüllen muss?

    Mit Feuer spielen ist oft verboten, weil es rasch außer Kontrolle gerät. Eine kluge Maßgabe.

    3 Leser-Empfehlungen
  1. "Wer hat diesen Menschen zum Minister gewählt?

    Wir!"

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    Erstens: Die Bevölkerung kann keinen Politiker zum Minister Wählen.

    Zweitens: Ich Weis nicht, ob Er über die Listenwahl ins Parlament gekommen ist, wie die meisten Politiker. Denken sie dabei an Überhangmandate.

    Wär ja auch mal schön, wenn sich Politiker nur dem Wählerwillen verpflichtet fühlen und das dann auch Umsetzen. Wenn dann auch keine Politiker über Listenwahlen in Parlament kommen könnten, wäre für mich bei der Wahl nicht die Partei ausschlaggebend, sondern die Person und sein Politisches Programm Ausschlaggebend, für meine Stimmabgabe.

    Leider nur ein schöner Traum!

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Seltsam,"
    • kai1
    • 19.01.2013 um 15:10 Uhr

    Wenn man partout etwas "Positives" an der geringen mentalen Einsatzbereitschaft der Freiwilligenarmee Bundeswehr erkennen will, dann ist es der Umstand, dass diese Armee entgegen der Befürchtungen der Wehrpflichtbefürworter nach Aussetzung der Wehrpflicht keinen "Staat im Staate" bildet. Denn mit dieser in weiten Teilen geringen mentalen Bereitschaft zu Krieg und Kampf fernab der heimatlichen Grenzen (Wer heute noch darauf pocht, die Bundeswehr habe außerhalb der deutschen Grenzen nichts verloren, hat wohl die letzten gut 20 Jahre in einen Dornröschenschlaf verbracht!) ist sie ja ein getreues Abbild der Gesellschaft.
    Paradoxerweise müsste die Bundeswehr, da von einer schwerfälligen, sicherheitspolitisch freundlich desinteressierten bis lethargischen Zivilgesellschaft in absehbarer Zeit keine Besserung dieses Zustandes erwartet werden kann (vermutlich nicht einmal im Falle einer konkret am eigenen Leibe erfahrenen Bedrohung etwa durch einen Terroranschlag mit Hunderten oder Tausenden von Toten), die dann das richtige Menschenmaterial für die Streitkräfte bereitstellte, sich erst zu einem "Staat im Staate" ENTWICKELN, um als probates und wirsames militärisches Instrument in der Hand einer politischen Führung global IN GÄNZE (es gibt in der Tat Verbände wie Fallschirm- und Gebirgsjäger, die - was ihr militärisches Ethos und ihre Kampfbereitschaft angeht - keinen Vergleich mit ihren alliierten Kameraden in ähnlichen Verbänden zu scheuen brauchen) eingesetzt werden zu können.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. ... kann man nur mit Sarkasmus begegnen. So viel Sachlichkeit muß sein!

    Antwort auf "[...]"
  3. Endlich kann man wieder stolz sein auf unsere deutschen Soldaten.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Vergleiche mit dem Dritten Reich wären ja bekanntlich etwas pikant.
    Die Frage nach einer demokratisch legitimierten Entscheidung des bundesdeutschen Bundestages, deutsche Soldaten Kampfeinsätze im Ausland führen zu lassen, wurde so noch nie richtig beantwortet - weder von den Medien noch den Damen und Herren Politikern.

    Von Demokratie-Verständnis kann keine Rede sein wenn es um die Auslandseinsätze der Bundeswehr geht.
    Das DEUTSCHE GRUNDGESETZ wurde in beinahe "völkerrechtswidriger" Art und Weise von ALLEN im Bundestag vertretenen politischen Parteien (außer den DIE LINKE) bis zur Unkenntlichkeit VERBOGEN!
    Die Medien schweigen dazu als gäbe es eine Verabredung des unter den Teppich Kehrens?
    Wer weiß darauf eine plausible Antwort?

    4 Leser-Empfehlungen
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    • 可为
    • 19.01.2013 um 15:36 Uhr

    entstammen dem Wahlergebnis - demokratisch legitimiert ist es also, die Frage ob es nach GG rechtens ist, ist eine andere...

    Und dennoch nicht die Aufgabe der Soldaten dies zu entscheiden - dabei geht es ja auch darum das Töten zu verweigern, und nicht wie hier um das vor-Ort sein irgendwo anders.
    Der Punkt ist auch der, dass es den Soldaten hier nicht um Rechtmäßigkeit geht, sondern um Bequemlichkeit - und der Bürger diese Leute ein Leben lang bezahlt, während sie ihren Job mit fadenscheinigen Ausreden nicht machen.

    • 可为
    • 19.01.2013 um 15:36 Uhr

    entstammen dem Wahlergebnis - demokratisch legitimiert ist es also, die Frage ob es nach GG rechtens ist, ist eine andere...

    Und dennoch nicht die Aufgabe der Soldaten dies zu entscheiden - dabei geht es ja auch darum das Töten zu verweigern, und nicht wie hier um das vor-Ort sein irgendwo anders.
    Der Punkt ist auch der, dass es den Soldaten hier nicht um Rechtmäßigkeit geht, sondern um Bequemlichkeit - und der Bürger diese Leute ein Leben lang bezahlt, während sie ihren Job mit fadenscheinigen Ausreden nicht machen.

  5. Welcher Geist auf Regierungsebene mittlerweile (wieder?) herrscht, hat doch Roesler im vergangenen Jahr mit seiner Aussage zur Anschlussverwendung deutlich gemacht.
    Genau diese Entwicklung haben alle befuerchtet, die Anfang der 1950er Jahre gegen die Wiederbewaffnung auf die Strasse gegangen sind.
    Deutschland, mir graut vor Dir...

    2 Leser-Empfehlungen
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    Die Menschen (vornehmlich ehemalige Kriegsgefangene und Überlebende des wahr gewordenen Wahnsinns der Jahre 1939 - 45) wollten NIE WIEDER deutsche Männer in einem Krieg sehen.
    Nach zwei Weltkriegen und unzähligem eigenen und fremden Leid hatte man die Schnauze voll. Wie es den in den 50er Jahren herrschenden Parteien dennoch gelingen konnte die ungeheure Protestbewegung in der deutschen Bevölkerung beiseite zu schieben und die Wiederaufrüstung anzustreben scheint bis heute eines der vielen ungelösten Rätsel deutscher Nachkriegspolitik.

    2013 stellt sich ein Technokrat vor das Mikrophon eines (unbedeutenden) Blattes und provoziert mit haarsträubenden Äußerungen all jene Menschen die entweder dem Irrglauben einer gerechten Sache erlegen sind.

    Wohin soll "uns" ihre Art des "politischen Pöbelns" führen, Herr Minister der "Verteidigung"?
    (Diese Frage stellen Ihnen nicht nur Deutsche!)

    Die Menschen (vornehmlich ehemalige Kriegsgefangene und Überlebende des wahr gewordenen Wahnsinns der Jahre 1939 - 45) wollten NIE WIEDER deutsche Männer in einem Krieg sehen.
    Nach zwei Weltkriegen und unzähligem eigenen und fremden Leid hatte man die Schnauze voll. Wie es den in den 50er Jahren herrschenden Parteien dennoch gelingen konnte die ungeheure Protestbewegung in der deutschen Bevölkerung beiseite zu schieben und die Wiederaufrüstung anzustreben scheint bis heute eines der vielen ungelösten Rätsel deutscher Nachkriegspolitik.

    2013 stellt sich ein Technokrat vor das Mikrophon eines (unbedeutenden) Blattes und provoziert mit haarsträubenden Äußerungen all jene Menschen die entweder dem Irrglauben einer gerechten Sache erlegen sind.

    Wohin soll "uns" ihre Art des "politischen Pöbelns" führen, Herr Minister der "Verteidigung"?
    (Diese Frage stellen Ihnen nicht nur Deutsche!)

  6. Mir persönlich reichts wenn sie Hotel Mama beschützen und etwaige Volksverhetzer demokratisch aus Ämtern entfernen.

    4 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Lieber bei Mama..."

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