Frankreich: "Die Papas und die Mamas verteidigen die Ehe"
Gegen das geplante Adoptionsrecht für homosexuelle Paare haben in Paris Hunderttausende demonstriert. Verboten waren aber Plakate, die sich gegen Homosexuelle richten.
©Benoît Tessier/Reuters

Demonstration gegen ein Gesetz zur Homo-Ehe in Paris
Hunderttausende Menschen haben in Paris gegen die geplante Einführung der Homo-Ehe demonstriert. Sie versammelten sich zu drei Protestzügen, die in eine Großkundgebung vor dem Eiffelturm mündeten. "Die Papas und die Mamas gehen auf die Straße und verteidigen die Ehe", lautete der Schlachtruf der Demonstranten. Zunächst hatten Nachrichtenagenturen lediglich von einigen zehntausend Teilnehmern berichtet. Die Polizei gab die Zahl am Abend dann mit 340.000 an, die Organisatoren sprachen von 800.000 Demonstranten. Im Vorfeld war von 500.000 erwarteten Teilnehmern die Rede.
Der Gesetzesentwurf der sozialistischen Regierung, der gleichgeschlechtlichen Paaren auch ein Adoptionsrecht einräumt, sorgt seit Monaten für Kontroversen. Die Debatte über das Gesetzespaket im französischen Parlament soll am 29. Januar beginnen.
Fünf Sonderzüge und Hunderte Busse hatten die Demonstranten aus ganz Frankreich nach Paris gebracht. Die Demonstration hatte das Motto "Wir stammen alle von einer Frau und einem Mann ab". Viele Teilnehmer brachten ihre Kinder mit und trugen rosafarbene Schals oder Fahnen. "In den Hoden gibt es keine Eizelle", war auf kleinen Fähnchen und Tafeln zu lesen.
Der Chef der konservativen Oppositionspartei UMP, Jean-François Copé, marschierte hinter einem Transparent mit der Aufschrift "Alle Hüter des Bürgerlichen Gesetzbuchs". Auch der Pariser Erzbischof André Vingt-Trois sicherte den Demonstranten seine Unterstützung zu.
Maßgeblich organisiert wurde die sogenannte Demonstration für Alle von einer exzentrischen Kabarettistin mit dem Künstlernamen Frigide Barjot. Die Autorin eines Buches mit dem Titel Confessions d'une catho branchée (Geständnisse einer trendigen Katholikin) hat wiederholt betont, dass sich die Kampagne für die traditionelle Ehe einsetze und nicht gegen Homosexuelle richte. Bei der Demonstration waren deshalb nur Transparente zugelassen, die sich auf die Botschaft beschränkten, dass Kinder für ihre gesunde Entwicklung einen Vater und eine Mutter bräuchten.
Bunte Koalition gegen die linke Regierung
Der Widerstand gegen das Gesetz eint eine Koalition verschiedenster Gesellschaftsströmungen: Unterstützt von den obersten Rängen der katholischen Kirche haben Laien-Gruppen die Proteste organisiert, der sich aber auch politisch Konservative ebenso wie Muslime, Juden und Evangelikale anschlossen.
Vor allem in ländlichen Gebieten Frankreichs hat der Plan großen Widerstand hervorgerufen. Umfragen zeigen zwar eine Mehrheit für die Einführung der Homo-Ehe, doch das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben wird von den meisten Franzosen abgelehnt. Mehr als 2.000 Bürgermeister hatten im Mai 2012 eine Petition unterzeichnet: Sie wollen nicht dazu gezwungen werden, in ihrer Funktion als Standesbeamte homosexuelle Paare zu trauen.
Frankreichs Staatschef François Hollande hält bisher an den Plänen fest. Noch vor wenigen Tagen sagte er, das umstrittene Gesetz sei für ihn und "Millionen von Franzosen ein Fortschritt in Fragen der Gleichberechtigung". Das Projekt werde zu Ende geführt, versicherte er.







Als wären unterschiedliche Geschlechter in einer Ehe zwingend ein Garant für eine glückliche Kindheit. Absurd !
Die zu adoptierenden Kinder kommen sicherlich nicht aus glücklichen Verbindungen.
"waren deshalb -->nur<-- Transparente zugelassen, die sich auf die Botschaft beschränkten, dass Kinder für ihre gesunde Entwicklung einen Vater und eine Mutter bräuchten."
Gibt es dazu schon Studien? Achja, stimmt, gibt es.
Achtung, fertig, los!
"Die American Psychological Association unterstützt die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare in ihrem politischen Statement vom 28. und 30. Juli 2004.[9] Ebenso wird die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare von folgenden Organisationen in den Vereinigten Staaten unterstützt: Child Welfare League of America, American Bar Association, American Psychiatric Association, National Association of Social Workers, North American Council on Adoptable Children, American Academy of Pediatrics, American Psychoanalytic Association[10] und American Academy of Family Physicians.[11]"
[Anm. d. Redaktion: Quelle: Wikipedia]
...seit wann lassen wir die Mehrheit entscheiden welche Rechte(!) Minderheiten haben?
Jede demokratische Verfassung hat Artikel um genau das zu verhindern.
Meinungsfreiheit und Demokratie sind zwei paar Schuhe.
wofür es sich zu demonstrieren lohnt und da verschwenden Menschen einen Sonntag um Menschen zu diskriminieren.
Was genau sagt man eigentlich bei der Eheschließung? Da ist doch in der Regel die Rede von "in guten und schlechten Zeiten, Liebe, Respekt, Vertrauen etc." aber Kinder werden nicht erwähnt. Das erstmal grundsätzlich. Homosexuelle Paare erfüllen also die Voraussetzung für eine Ehe, denn der Wunsch oder die Pflicht Kinder zu zeugen zählt nicht dazu, was die Argumentation ins leere laufen lässt. Im Umkehrschluss würde es bedeuten, dass ich ausserhalb der Ehe keine Kinder zeugen könnte (bzw. Menschen generell) und empirisch nachgewiesen ist dies ja nun nicht der Fall.
Um ehrlich zu sein wirkt die Debatte auf mich surreal, wenn man bedenkt, in welchem Jahrhundert wir leben und welchen Stellenwert eigentlich Menschenrechte in unserer Gesellschaft einnehmen sollten.
Es ist für mich einfach nicht nachvollziehbar, was gegen diese Ehe spricht.
Die Familienforschung in Deutschland hat sich in den 1990er Jahren verstärkt den Kindern mit gleichgeschlechtlich-liebendem Elternteil zugewandt. Die deutschen Familien- und Sozialforscher Fthenakis (2000), Berger, Reisbeck & Schwer (2000) und Eggen kommen - ebenso wie die amerikanische Zusammenfassung von 21 internationalen Studien durch Stacey und Biblarz über Auswirkungen homosexueller Lebensweisen der Eltern auf Kinder - im Wesentlichen zu folgenden Ergebnissen:
Kinder und Jugendliche homosexueller Eltern sind genauso oft heterosexuell orientiert wie Kinder heterosexueller Eltern.
Hinsichtlich möglicher Verhaltens- und Entwicklungsstörungen aufgrund der sexuellen Orientierung der Eltern gibt es keine Unterschiede zwischen Kindern in gleichgeschlechtlichen und verschiedengeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Kinder homosexueller Eltern zeigen in keiner Weise häufiger Verhaltensstörungen als Kinder heterosexueller Eltern.
Nicht die sexuelle Orientierung, sondern das Geschlecht der (homosexuellen) Eltern scheint auf Einstellungen und Verhalten von Kindern zu wirken. So weisen wohl vor allem Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften von zwei Frauen heranwachsen, seltener ein geschlechtstypisches Rollenverhalten auf als Kinder heterosexueller Eltern.
[Anm. d. Redaktion: Quelle: Wikipedia]
"Eine Mehrheit der Kinder erleben keine Diskriminierungen aufgrund ihrer Familienerfahrungen. Jene Kinder, die Stigmatisierungen erleben, können konstruktiv damit umgehen und werden von ihren Eltern gut aufgefangen.[12]
Grundsätzlich scheinen Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, ihre sexuelle Orientierung reflektierter zu erleben.
Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften unterliegen keinem höheren Risiko, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden. Täter in sog. Kindesmissbrauchsdelikten sind ganz überwiegend (zirka 95 Prozent nach Erkenntnissen des Sicherheitsberichts der Bundesregierung) Männer; sie kommen überwiegend aus dem sozialen Nahraum. Das Missbrauchsrisiko für Mädchen ist dreimal höher als für Jungen. Damit liegt das Missbrauchsrisiko für Kinder, die bei einem lesbischen Paar aufwachsen und für Mädchen, die bei einem schwulen Elternpaar aufwachsen, schon statistisch sehr viel niedriger als bei Kindern in heterosexuellen Partnerschaften. Statistische Zahlen zu diesem Punkt gibt es allerdings nicht – es wird argumentiert, dass das Risiko auf Grund hoher sozialer Kontrolle auch hier deutlich niedriger liege als bei heterosexuellen Paaren. Somit findet ein weit verbreitetes Vorurteil keinerlei Bestätigung in der Forschung."
[Anm. d. Redaktion: Quelle: Wikipedia]
Ihnen ist aber schon klar, dass man seine sexuellen Neigungen nicht ausrichtet, sondern das diese veranlagt sind? Das wissen Sie hoffentlich? Man entscheidet sich nicht dafür oder dagegen homosexuell zu sein, sondern man ist es.
Das bestreite ich doch gar nicht. Ich behaupte nicht mal, dass die Konservativen Recht haben. Geschweige denn, dass ich ein Verbot der Adoption fordere.
Eigentlich habe ich zu dem Thema doch überhaupt keine Aussage gemacht?!
Mir geht es um die Berichterstattung und die Diskussion, sowie die sehr einseitige Betrachtungsweise und Verurteilung verschiedener Interessensgruppen. Die ist nämlich teils analog zum Thema Beschneidung und ich finde es einfach nur anmaßend, dass sich die "Modernen und Aufgeklärten" das Recht raus nehmen eine höherwertige oder richtigere Meinung zu haben als Konservative.
Dann habe ich Ihren Beitrag falsch interpretiert, sorry.
Dennoch bleibt meine Antwort in der Sache richtig:
Wenn jemand den gleichgeschlechtlichen Ehepaaren das Adoptionsrecht verweigert, dann verweigert derjenige auch gleichzeitig den zu adoptierenden Kindern die Möglichkeit auf eine zusätzliche Chance, in einer glücklichen und stabilen Ehe heranzuwachsen.
P.S.: Es gibt auch konservative Homosexuelle, und die wollen auch das Adoptionsrecht.
Einer "Vorgabe: höherwertig und richtige Meinung" stehe ich aber ebenso ablehnend gegenüber.
als Maßstab sollte doch die allgemeine Vernunft gelten, d.h. wer seinen Standpunkt mit rationalen Argumenten begründen kann, der hat auch einen legitimen Anspruch darauf gehört zu werden. Wenn die Demonstranten also gegen die Homo-Ehe sind, dann müssen sie sich dem argumentativen Wettstreit stellen indem sie rationale Argumente vorbringen. Das erfordert aber auch die Bereitschaft vernünftige Argumente der Befürworter der Homo-Ehe zu akzeptieren. Genauso müssen natürlich auch die Befürworter vernünftigen Argumenten der Gegner offen gegenüberstehen. Am Ende sollten sich dann die besseren Argumente durchsetzen.
Der Fehler liegt manchmal in dem Wunsch die Normen und Werte, die sich ja eigentlich erst im gesellschaftlichen Diskurs herausbilden sollten, vorher schon einseitig als Bewertungsmaßstab festlegen zu wollen.
Dann habe ich Ihren Beitrag falsch interpretiert, sorry.
Dennoch bleibt meine Antwort in der Sache richtig:
Wenn jemand den gleichgeschlechtlichen Ehepaaren das Adoptionsrecht verweigert, dann verweigert derjenige auch gleichzeitig den zu adoptierenden Kindern die Möglichkeit auf eine zusätzliche Chance, in einer glücklichen und stabilen Ehe heranzuwachsen.
P.S.: Es gibt auch konservative Homosexuelle, und die wollen auch das Adoptionsrecht.
Einer "Vorgabe: höherwertig und richtige Meinung" stehe ich aber ebenso ablehnend gegenüber.
als Maßstab sollte doch die allgemeine Vernunft gelten, d.h. wer seinen Standpunkt mit rationalen Argumenten begründen kann, der hat auch einen legitimen Anspruch darauf gehört zu werden. Wenn die Demonstranten also gegen die Homo-Ehe sind, dann müssen sie sich dem argumentativen Wettstreit stellen indem sie rationale Argumente vorbringen. Das erfordert aber auch die Bereitschaft vernünftige Argumente der Befürworter der Homo-Ehe zu akzeptieren. Genauso müssen natürlich auch die Befürworter vernünftigen Argumenten der Gegner offen gegenüberstehen. Am Ende sollten sich dann die besseren Argumente durchsetzen.
Der Fehler liegt manchmal in dem Wunsch die Normen und Werte, die sich ja eigentlich erst im gesellschaftlichen Diskurs herausbilden sollten, vorher schon einseitig als Bewertungsmaßstab festlegen zu wollen.