Westafrika : EU entsendet Armeeausbilder nach Mali

Etwa 200 Ausbilder aus der EU sollen in dem Krisenland das malische Militär schulen, weitere 200 Soldaten die Mission schützen. Einen Kampfauftrag gibt es explizit nicht.
Malische Regierungstruppen in der Hauptstadt Bamako © Issouf Sanago/AFP/Getty Images

Die EU-Außenminister haben die Entsendung von Militärausbildern nach Mali beschlossen. Dies teilte der EU-Ministerrat mit. Bisherigen Planungen zufolge sollen etwa 400 Soldaten entsandt werden, darunter rund 200 Militärausbilder für die malischen Streitkräfte.

Sie sollen das Militär des Landes in die Lage versetzen, islamistische Gruppen im Norden zu bekämpfen. Mit der Unterstützung der französischen Armee kämpfen die malischen Regierungstruppen derzeit bereits gegen Islamisten aus dem Norden des Landes. Die EU-Mission EUTM Mali soll sich nicht an Kämpfen beteiligen.

"Wir wollen die afrikanischen Kräfte dabei unterstützen, dass sie in die Verantwortung für die Stabilisierung Malis treten können", sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zu Beginn des Treffens über die Ausbildungsmission. Dieser Einsatz sei "ein wichtiger Beitrag der Europäischen Union für eine stabile und verantwortungsvolle Entwicklung in Mali".

"Malische Armee muss das schaffen"

Langfristig werde es keine europäische Lösung geben können in dem westafrikanischen Land. "Auf Dauer geht es darum, dass die afrikanischen Kräfte und die malische Armee das schaffen müssen", fügte Westerwelle hinzu. 

Neben der EU-Ausbildungsmission stehen auf der Tagesordnung des Treffens weitere Überlegungen zur Unterstützung Malis. Dabei geht es etwa um finanzielle Hilfen für das Land sowie für die geplante Eingreiftruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS. An der Konferenz nahm auch der malische Außenminister Tieman Hubert Coulibaly teil.

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Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Eine ganz pragmatische Überlegung,

die Zweifel an der Darstellung und den Absichten der EU aufkommen lässt.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es außer in Belgien und Frankreich so viele Ausbilder in den nicht frankophonen Ländern der EU gibt, die nicht nur fließend französisch sprechen, sondern auch fundierte Kenntnisse in dem technischen und strategischen Spezialvokabular des Militärs in der Fremdsprache haben.

Ich denke, mit Körpersprache kommt man da nicht weit.