BürgerkriegSyrische Frauen fliehen vor sexueller Gewalt

Viele Frauen fliehen aus Angst vor Vergewaltigungen aus Syrien, berichten Hilfsorganisationen. Doch auch in den Flüchtlingslagern droht ihnen sexuelle Gewalt.

Syrische Flüchtlinge auf einem Laster in Jordanien im Dezember 2012

Syrische Flüchtlinge auf einem Laster in Jordanien im Dezember 2012  |  © Muhammad Hamed/Reuters

Im syrischen Bürgerkrieg sind Vergewaltigungen ein ausschlaggebender Faktor für die Flucht von Frauen und jungen Mädchen in die Nachbarländer. Frauen würden verschleppt, vergewaltigt, gefoltert und getötet, teilte die US-Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) mit.

In dem IRC-Bericht Syrien: Eine regionale Krise heißt es, bei Befragungen im Libanon und in Jordanien hätten viele Frauen und Mädchen angegeben, in der Öffentlichkeit und zu Hause überfallen worden zu sein, in der Regel von bewaffneten Männern. Die Vergewaltigungen würden manchmal von mehreren Männern verübt und häufig vor den Augen der Familienmitglieder. Bisweilen würden die Opfer verschleppt, gefoltert und getötet. Wegen der "sozialen Konventionen und der Schmach" in Bezug auf Vergewaltigungen redeten aber nur wenige Opfer darüber.

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Auch in den Flüchtlingslagern seien die Frauen vor Übergriffen nicht sicher. Dort komme es verstärkt zu Fällen häuslicher Gewalt, hieß es in dem Bericht des IRC, der auf Interviews mit Flüchtlingen basiert. In allen Kriegs- und Katastrophengebieten seien Frauen und Mädchen Opfer von physischer und sexueller Gewalt, Syrien sei da keine Ausnahme.

Die Flüchtlinge berichteten auch, dass Essen, Wasser und Strom knapp und die medizinische Versorgung schlecht seien. Syrische Mediziner berichten zudem von "gezielten Tötungen von Ärzten".

Hunderttausende Flüchtlinge

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) wurden seit Beginn der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Syrien im Frühjahr 2011 mehr als 600.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern und in Nordafrika registriert, davon allein über 100.000 zwischen dem 11. Dezember und dem 11. Januar. In Syrien selbst gibt es mehr als zwei Millionen Flüchtlinge.

Vier Millionen Syrer benötigen nach UN-Schätzungen dringend Unterstützung. Nach Ansicht der Hilfsorganisation IRC treibt der Bürgerkrieg in Syrien den Nahen Osten in eine humanitäre Katastrophe. Die internationale Gemeinschaft müsse dringend ihre finanzielle Hilfe erhöhen. Sowohl Regierungstruppen als auch Rebellenkämpfern werden im syrischen Bürgerkrieg massive Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
 

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

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    Unabhängig davon, dass bestimmte Vorfälle wie Vergewaltigungen in jedem krieg vorkommen und auch bewußt in den meisten als Waffe eingesetzt werden. Man sollte doch bitte mal schauen, was da gegen Assad kämpft. Das sind zu einem nicht geringen Teil Personen, die die selben Vorstellungen von einem Staat haben wie diejenigen, die gerade in Mali von den Franzosen bombardiert werden.

    Und wer glaubt, dass sich in den Staaten der Arabellion danach irgend etwas einstellt das auch nur im entferntesten nach freiheitlich orientierten Staaten unseres Vorbildes aussieht der muß auf einem anderen Planeten leben. Agypten und Libyen zeigen doch, wohin die Reise geht. Rückwärts. Das selbe wird in Syrien sein. Ja, Assad ist ein Diktator und verletzt massiv Menschenrechte. Aber ere ist wenigstens kein religiöser Fanatiker. Was ihn ablösen wird ist aber mittelfristig ein herrschaftssystem das mindestens ebensoviele Menschenrechte verletzt aber auch noch religiös-fanatisch ist. Und die Islamisten verstehen es sehr gut, den Ruf nach Freiheit für ihr Spiel zu mißbrauchen, sich danach "demokratisch" die Macht zu schnappen und dann die Demokratie zu beseitigen. Und das in Nordarfrika direkt vor unserer Haustür. Danke, liebe "Gutmenschen" die Ihr das toll fandet. Ich prophezeihe uns in 20 Jahren einen Krieg gegen des Islamismus. Und dann direkt vor unserer Haustür...

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/jz

  2. Unabhängig davon, dass bestimmte Vorfälle wie Vergewaltigungen in jedem krieg vorkommen und auch bewußt in den meisten als Waffe eingesetzt werden. Man sollte doch bitte mal schauen, was da gegen Assad kämpft. Das sind zu einem nicht geringen Teil Personen, die die selben Vorstellungen von einem Staat haben wie diejenigen, die gerade in Mali von den Franzosen bombardiert werden.

    Und wer glaubt, dass sich in den Staaten der Arabellion danach irgend etwas einstellt das auch nur im entferntesten nach freiheitlich orientierten Staaten unseres Vorbildes aussieht der muß auf einem anderen Planeten leben. Agypten und Libyen zeigen doch, wohin die Reise geht. Rückwärts. Das selbe wird in Syrien sein. Ja, Assad ist ein Diktator und verletzt massiv Menschenrechte. Aber ere ist wenigstens kein religiöser Fanatiker. Was ihn ablösen wird ist aber mittelfristig ein herrschaftssystem das mindestens ebensoviele Menschenrechte verletzt aber auch noch religiös-fanatisch ist. Und die Islamisten verstehen es sehr gut, den Ruf nach Freiheit für ihr Spiel zu mißbrauchen, sich danach "demokratisch" die Macht zu schnappen und dann die Demokratie zu beseitigen. Und das in Nordarfrika direkt vor unserer Haustür. Danke, liebe "Gutmenschen" die Ihr das toll fandet. Ich prophezeihe uns in 20 Jahren einen Krieg gegen des Islamismus. Und dann direkt vor unserer Haustür...

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    selbst Assad ist ein religiöser Fanatiker, er stellte sich selbst als Gott dar. Wir kriegen hier von dieser syrischen Sekte einige Märchen erzählt die im Grunde ablenken. Gut rückschritt mag es besonders nach einen zerschossenen Land wie Syrien sein, doch die Länder brauchen diese Demokratische Öffnung also eine chance, was sie daraus machen sollte nicht unser Problem sein und in folge des Arabischen Frühlings hat der Terror Weltweit um 25% abgenommen, was ja eher ein positives Signal ist.
    Auch ist nicht jeder Religiöser gleich ein Fanatiker, gerade diese Demokratisch Gewählten Vertreter ob in Libyen oder Ägypten, haben eine Basis in der Bevölkerung und können gegen den Islamismus da sie ernst genommen werden auch vorgehen. Man sollte den Teufel daher nicht an die Wand malen und die schlimmste Form der Scharia sehe ich bisher auch nicht, also vielleicht ersteinmal diese Kriese in Syrien durch Assads Rücktitt lösen und dann abwarten was für einen Kern die syrische Gesellschaft hat. Sicher nicht so Islamistisch wie man gern allen glauben machen will und die FSA oder eine Al-Nusra regiert auch kein land und sind im Grunde eine Minderheit politische Forderungen stellt zum beispiel die FSA gar nicht die Islamistischen Gruppierungen schlossen sich auch der syrischen Sache an, selbst wenn einige von Gotteststaat sprechen mag ich das bezweifeln, die Islamisten gab es immer und es kann nur besser werden. Wichtig wäre ein geordneter Rücktritt Assads, Frieden, ein Übergang und Wahlen.

    Was Sie hier betreiben, erfüllt die Kriterien von Propaganda in Reinform, nämlich der systematischen Manipulation von Informationen für einen ganz bestimmten Zweck.

    Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Täter der Vergewaltigungen in Syrien überwiegend Islamisten sind! Dennoch nutzen Sie die Gelegenheit, das Gespenst des islamistisch-totalitären Gottesstaates an die Wand zu malen.

    Abgesehen davon, dass außer dem Umstand, dass Islamisten einen TEIL der dort gegen Assad Kämpfenden ausmachen und eine Aufbauschung dieses Teils eine genauso verzerrende Darstellung der Realität ist, wie diesen Teil zu negieren, gilt allgemein und hier im Besonderen beim Thema Gewalt, insbesondere sexuelle Gewalt gegen Frauen: ob der Täter ggf. religiös motiviert ist, spielt für das Oper gar keine Rolle! Das Gleich gilt übrigens für Verletzungen der Menschenrechte: Die sind nicht schlimmer, wenn sie von religiösen Fanatikern ausgeführt werden.

    Um vor dem Gespenst fundamentalistischer Gottesstaat warnen zu können, ist Ihnen sogar recht, Vergewaltigungen gegen Frauen zu bagatellisieren (kommt ja in jedem Krieg vor und ist daher nicht groß erwähnenswert).

    Ihre einseitig dämonisierende Darstellung ist weit weg von einer "wahren", sachlichen Sichtweise auf das "Ist", auf die sie den Anspruch erheben. Die erhält man nur dann, wenn man auf den Kern geht. Und der liegt in Macht in bedingungsloser Form! Die übt Assad aus, und die wollen bestimmte Teile der Fanatiker. NICHTS davon ist besser!

    • Plupps
    • 14. Januar 2013 19:02 Uhr

    das hätte etwas mehr Aufwand verdient

  3. 4. [...]

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    Ok, ich habe nur etwas rumspekuliert, ich bitte um Entschuldigung. Assad setzt in diesem Fall nicht wie Gadhafi Viagra ein (wie Sie berichteten), um seine Soldaten scharf zu machen. Das wäre in der Tat etwas weit hergeholt, denn so verrückt wie Gadhafi ist Assad dann doch nicht. Er versteht es, dem Zorn des Westens geschickt auszuweichen und Provokationen zu unterlassen. Aber das ist ja gerade die Gefahr!

  4. "Wegen der "sozialen Konventionen und der Schmach" in Bezug auf Vergewaltigungen redeten aber nur wenige Opfer darüber."

    Es muss endlich aufhören, dass die Opfer von Vergewaltigungen nach der Tat noch mehr Leid erfahren durch soziale Ausgrenzung und Ächtung. Egal, ob in Indien, Syrien oder sonstwo.

    Auf der Website von "medica mondiale" eine von der Kölner Ärztin Monica Hauser gegründete Organisation, die sich für Frauen in Kriegs- und Konfliktgebieten einsetzt, gibt es Infos über eine neue Kampagne.

    Sie wurde im Mai 2012 u.a. von einigen Friedensnobelpreisträgerinnen gegründet und heisst "Stop Rape & Gender Violence in Conflict".

    Es gibt eine Beschreibung der Kampagne in Deutsch und Links zu mehr Infos in Englisch:

    http://www.medicamondiale...

    Der direkte Link zur englischsprachigen Website:

    http://www.stoprapeinconf...

    Ich finde, Deutschland sollte sich insbesondere für die Sicherheit der Frauen und Mädchen in den Flüchtlingslagern in der Türkei einsetzen. Die Türkei ist NATO-Partner und hier besteht die größte Einflussmöglichkeit.

    Im Zweifel fragen Sie den Bundestagsabgeordneten oder die Bundestagsabgeordnete Ihres Vertrauens. ;-)

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  5. selbst Assad ist ein religiöser Fanatiker, er stellte sich selbst als Gott dar. Wir kriegen hier von dieser syrischen Sekte einige Märchen erzählt die im Grunde ablenken. Gut rückschritt mag es besonders nach einen zerschossenen Land wie Syrien sein, doch die Länder brauchen diese Demokratische Öffnung also eine chance, was sie daraus machen sollte nicht unser Problem sein und in folge des Arabischen Frühlings hat der Terror Weltweit um 25% abgenommen, was ja eher ein positives Signal ist.
    Auch ist nicht jeder Religiöser gleich ein Fanatiker, gerade diese Demokratisch Gewählten Vertreter ob in Libyen oder Ägypten, haben eine Basis in der Bevölkerung und können gegen den Islamismus da sie ernst genommen werden auch vorgehen. Man sollte den Teufel daher nicht an die Wand malen und die schlimmste Form der Scharia sehe ich bisher auch nicht, also vielleicht ersteinmal diese Kriese in Syrien durch Assads Rücktitt lösen und dann abwarten was für einen Kern die syrische Gesellschaft hat. Sicher nicht so Islamistisch wie man gern allen glauben machen will und die FSA oder eine Al-Nusra regiert auch kein land und sind im Grunde eine Minderheit politische Forderungen stellt zum beispiel die FSA gar nicht die Islamistischen Gruppierungen schlossen sich auch der syrischen Sache an, selbst wenn einige von Gotteststaat sprechen mag ich das bezweifeln, die Islamisten gab es immer und es kann nur besser werden. Wichtig wäre ein geordneter Rücktritt Assads, Frieden, ein Übergang und Wahlen.

    Eine Leserempfehlung
  6. 7. [...]

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    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    • scoty
    • 14. Januar 2013 19:18 Uhr
    8. [...]

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    Wie ist es eigentlich, wenn man nun Assad vor dem Strafgerichtshof verurteilt? Dann müsste doch Russland ihn Ausliefern oder?
    Naja ein freiwilliger Rücktitt wäre bestimmt die einfachste und friedlichste Lösung:
    http://german.ruvr.ru/201...
    "Das Problem kann von den Syriern selbst gelöst werden, wenn al-Assad bis 2014 durchhält. Dann sollen die Präsidentenwahlen stattfinden, bei denen die Syrier entscheiden, ob sie mit oder ohne Assad bleiben wollen. Ein freiwilliger Rücktritt Assads würde heute die Auflösung der Krise beschleunigen. Doch Assad muss einen Nachfolger finden, der allen recht wäre, auch der äußeren Opposition. Darin besteht die Schwierigkeit. Es ist extrem schwer, einen solchen Nachfolger zu finden. Denn er muss auch die Sicherheit der Umgebung Assads garantieren, sonst würde Assads Rücktritt einen Verrat bedeuten".

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, jam, tis
  • Schlagworte Bürgerkrieg | Gewalt | Syrien | Arzt | Essen | Flüchtling
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