Kriegszerstörungen in der syrischen Provinz Idlib © Muhammad Najdet Qadour/Shaam News Network/Reuters

Der Militärflughafen Taftanas ist einer der wichtigsten Stützpunkte des Assad-Regimes. Seit Monaten ist er immer wieder hart umkämpft. Präsident Baschar al-Assad setzt alles daran, den Flugplatz im Norden Syriens zu halten. Weniger als 50 Kilometer ist er von Aleppo entfernt, jener Metropole, die in großen Teilen unter der Kontrolle der Rebellen steht, und die Assad regelmäßig von seinen Kampfjets beschießen lässt.

Nun haben die syrischen Rebellen erneut den strategisch wichtigen Militärflughafen in der Provinz Idlib angegriffen. Nach Angaben von Revolutionsaktivisten kam es auf dem Militärgelände zu heftigen Gefechten, an denen auch zwei islamistische Brigaden beteiligt waren.

Die Rebellen hatten ihre Offensive in Taftanas am Mittwoch begonnen, indem sie ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug auf das Tor der Anlage steuerten und sich dadurch Zugang zu dem Gelände verschafften. Die Regierungstruppen schlugen diesen Angriff zunächst zurück.

Der Flughafen gehört zu den letzten Bastionen der Truppen Assads in der Provinz, die an die Türkei grenzt. Deshalb wäre es für den Diktator besonders schmerzhaft, wenn es stimmt, was Aufständische in Idlib berichten: dass mehrere Soldaten mit einem Panzer zu den Rebellen übergelaufen sind.

Auch ziviler Flughafen schwer umkämpft

Gleichzeitig kämpften die Rebellen auch um den internationalen Flughafen von Aleppo. Der zivile Airport ist seit Dienstag geschlossen, nachdem die Aufständischen damit begonnen hatten, das Gelände zu belagern.

Die Kämpfe lassen in ihrer Stärke nicht nach. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, dass allein am Mittwoch landesweit 220 Menschen ums Leben gekommen seien, unter ihnen 46 Angehörige der Regierungstruppen. Am Donnerstag zählten die Oppositionellen bis zum Vormittag landesweit 14 Tote.

Die meisten Menschen starben den Angaben zufolge in der Provinz Daraa und bei Angriffen in den Vororten der Hauptstadt Damaskus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind im syrischen Bürgerkrieg, der im Frühjahr 2011 begonnen hatte, bereits mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

Je größer die militärische Schlagkraft der syrischen Rebellen wird, desto brutaler geht die reguläre Armee vor. Am Mittwoch meldeten die Regimegegner Luftangriffe auf mehrere Vororte der Hauptstadt Damaskus mit zahlreichen zivilen Opfern.

In der Ortschaft Moadhamijat al-Scham sollen am Mittwoch bei einem Angriff auf eine Bäckerei elf Angehörige einer Familie und ein bislang nicht identifizierter Mann ums Leben gekommen sein. Unter den Opfern seien neun Kinder, hieß es. Ebenfalls am Mittwoch wurde in Al-Ghuta Al-Scharkija eine Tankstelle von Regierungsflugzeugen bombardiert, nachdem neuer Sprit eingetroffen war und sich eine lange Warteschlange gebildet hatte. Mindestens 30 Menschen, meist Zivilisten, kamen ums Leben. Die Regimegegner stellten ein Video ins Internet, das die brennende Tankstelle zeigt.