TerrordrohungFrankreich erhöht Sicherheitsstufe

Öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel sollen stärker bewacht werden. Präsident Hollande reagiert auf Drohungen gegen Militäreinsätze in Afrika.

Wegen der Entwicklungen in Mali und Somalia hat Frankreich die Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Land erhöht. Angesichts der terroristischen Bedrohung müsse Frankreich alle "notwendigen Vorkehrungen" treffen, sagte Präsident François Hollande am Samstagabend in einer Fernsehansprache.

Er wies Regierungschef Jean-Marc Ayrault an, den Schutz und die Überwachung von Regierungsgebäuden sowie des öffentlichen Nahverkehrs zu verstärken. Ayrault zufolge gelten die Maßnahmen ab sofort. Am Nachmittag hatte zudem der Nationale Verteidigungsrat in Paris getagt.

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Auf Ansuchen der malischen Führung unterstützen französische Soldaten seit Freitag die malische Armee in ihrem Kampf gegen Islamisten. Dabei starb laut Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian auch ein französischer Soldat. Angaben der malischen Armee zufolge wurden bei Kämpfen um die Stadt Kona etwa hundert Islamisten getötet.

Zudem scheiterte am Samstag die gewaltsame Befreiung einer französischen Geisel in Somalia. Bei dem nächtlichen Einsatz der französischen Armee im Süden des Landes seien 17 Islamisten und zwei französische Soldaten getötet worden, teilte Hollande mit. Auch die Geisel, ein französischer Geheimdienstagent, sei "ohne Zweifel" tot.

Die Europäische Union plant derzeit keinen Kampfeinsatz unter EU-Flagge in Mali. Sie will aber etwa 200 Militärberater entsenden, die malische Soldaten auf den Kampf gegen Rebellen vorbereiten sollen. Auch Bundeswehrsoldaten sollen zu den Ausbildern zählen.

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Leserkommentare
  1. Wie ein schiessender Hubschrauberpilot so schnell feststellen kann, welche religioese und politische Ueberzeugungen sein soeben getoeteter Gegner gehabt hat, das entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich bin verbluefft. AlJazeera zumindest zitiert einen Augenzeugen auf ihrer Website, der berichtet, bei dem Angriff der Franzosen seien ueberwiegend Frauen und Kinder zu Schaden gekommen.

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    Dieses Problem könnte man ganz einfach beheben. Die Islamisten in Mali müssten sich einfach nur Uniformen anziehen, die sie als Kämpfer erkennbar machen, und gemäß der Genfer Konvention kämpfen.

  2. Frankreich stolz wie Bolle, will wohl den EU Friedensnobelpreis in der ganzen Welt herum zeigen! In Mali beginnt man mit dem präsentieren worauf der genau fusst.

    Wie lange ist es her, dass das friedliche Frankreich diesen Preis erhielt?

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  3. Ein terroristischer Rückzugsort in Mali wäre eine sicherheitspolitische Bedrohung für ganz Europa.
    Warum schauen die Deutschen nur zu? Die Franzosen verteidigen letztlich auch deutsche Interessen!

    Wo bleibt der deutsche Beitrag?!

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    Eben. Aber Frankreich wird immer noch wegen dessen Zumutung kritisiert.

  4. In Syrien werden genau diejenigen unterstützt, die man in Mali bekämpft!

    Was werden wohl die vielen gut bewaffneten religiösen Fanatiker machen, wenn in Syrien der Krieg (wie auch immer) "endet"?
    Ob es da den einen oder anderen nicht auch nach Mali zieht?

  5. Eben. Aber Frankreich wird immer noch wegen dessen Zumutung kritisiert.

  6. 6. was

    Für ein Wunder das es jetzt eine terrorgefahr in Frankreich gibt?
    Wen wundert es, ein fremdes Land bombardieren , mit Terroristen der PKK Tee trinken und dann sich erschrecken wenn die lieben Terroristen auf einmal Anschläge in Frankreich planen.
    Terroristen kennen keine Solidarität mit Unterstützer denn es sind Terroristen.

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  7. 7. @3

    Was für Interessen haben die deutschen in Mali?
    Ich Sage mal gar keine.
    Das ist ein Problem der Französischen imperial Politik also nicht unser Problem .

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    2 Leserempfehlungen
  8. Dieses Problem könnte man ganz einfach beheben. Die Islamisten in Mali müssten sich einfach nur Uniformen anziehen, die sie als Kämpfer erkennbar machen, und gemäß der Genfer Konvention kämpfen.

    Antwort auf "Collateral Damage"
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    Die Franzosen sollten auch aus ihren Kampfhubschraubern aussteigen, weil man bei den dunklen Glasscheiben deren Uniformen naemlich auch nicht sehen kann.

    Schoen waere es, wenn die Soldaten beider Seiten durch nicht-toedliche Ringkaempfe den Ausgang einer Schlacht entscheiden koennten. Solche Kaempfe koennte man auch ohne Probleme kostenpflichtig auf RTL-2 uebertragen, und den Verlierern immerhin die Arztkosten erstatten, um ihre Blessuren zu heilen.

    Was wir brauchen, ist eine Reform der Kriegsfuehrung. Weg vom Toeten, hin zum fair play.

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