Der Iran führt nach eigenen Angaben keine direkten Gespräche mit den USA. Der außenpolitische Berater des iranischen geistlichen Oberhaupts Ajatollah Said Ali Chamenei, Ali-Akbar Welajati, sagte, dass es diese nicht gegeben habe. Solche Gespräche seien nur nach ausdrücklicher Anweisung von Chamenei möglich und die gebe es bisher nicht.

Welajati wies vehement Presseberichte zurück, wonach er selbst an solchen Gesprächen teilgenommen hat. Nach der iranischen Verfassung hat Chamenei das letzte Wort in allen politischen und strategischen Belangen.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte sich im September 2012 für direkte Gespräche mit den USA ausgesprochen, um den Atomstreit beilegen zu können. Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich Atomwaffen zu entwickeln, was die iranische Regierung bestreitet. Teheran beharrt auf sein Recht zur Urananreicherung und begründet das mit dem Bedarf an Kernbrennstoff und Material für medizinische Zwecke. Die Vereinten Nationen haben Sanktionen gegen den Iran verhängt. Washington und Teheran unterhalten seit mehr als 30 Jahren keine diplomatischen Beziehungen.

Der Iran lehnt Istanbul als nächsten Gesprächsort ab

Der iranische Atomunterhändler Ali Bagheri verlangte eine zügige Fortsetzung der Atomgespräche mit den UN-Vetomächten und Deutschland. Die Gespräche seien für den 28. und 29. Januar geplant und alle sollten sich daran halten, sagte der Vizechef der iranischen Delegation der Nachrichtenagentur Fars.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hatte am Freitag mitteilen lassen, sie erwarte neue Gespräche frühestens im Februar. Über den Ort und das Datum des nächsten Treffens werde aber noch verhandelt, teilte eine Sprecherin Ashtons mit.

Ashton hatte mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili 2012 im April in Istanbul, im Mai in Bagdad und im Juni in Moskau verhandelt. Im September gab es ein informelles Treffen in Istanbul. Der Iran lehnt Istanbul als nächsten Gesprächsort ab und hat Kairo vorgeschlagen. Ägypten hat aber noch keine Bereitschaft gezeigt, als Gastgeber aufzutreten. Beobachter sehen in dem Streit um Ort und Datum auch Verschleppungsstrategien.