Yair Lapid, Spitzenmann der israelischen Partei Jesh Atid (Wir haben Zukunft), hat Friedensverhandlungen mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung gemacht. Dies dürfte die Koalitionsgespräche erschweren: Der wahrscheinliche Regierungspartner, das Bündnis Likud-Beiteinu mit Premier Benjamin Netanjahu, hatte im Wahlkampf Zugeständnisse an die Palästinenser strikt abgelehnt. Keine einzige der im Westjordanland errichteten israelischen Siedlungen wolle er räumen lassen, hatte Netanjahu gesagt.

Strenggläubige auch zum Militärdienst

Netanjahus Bündnis war bei der Wahl am Dienstag trotz Verlusten stärkste Kraft geworden, er dürfte den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Netanjahu hatte sich bereits bei Lapid als Koalitionspartner ins Gespräch gebracht. Auch Lapid hat Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit signalisiert. (Eine Übersicht der Parteien finden Sie hier)

Lapid verlangte außerdem laut der Zeitung die Zeitung Jediot Achronot, dass auch strenggläubige Juden Wehrpflicht leisten müssen.

Der frühere TV-Journalist hatte mit seiner liberalen Zukunftspartei bei der Parlamentswahl einen Überraschungserfolg erzielt. Seine Partei wurde mit 19 von 120 Mandaten zweitstärkste Kraft in der Knesset, dem Parlament.

Die offiziellen Koalitionsverhandlungen könnten kommende Woche beginnen. Zuvor muss Präsident Schimon Peres mit allen Parteiführern über die Frage beraten, wer für die Regierungsbildung am ehesten infrage kommt.